Spritzschutz fürs Rennrad: 5 Rennrad-Schutzbleche im Test

Steckschutzbleche für Rennräder im RoadBIKE-Test


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RoadBIKE Ausgabe 03/2014 Schutzbleche Test
Foto: Benjamin Hahn

 

Rennrad-Schutzblech: Hebie Viper R 742
Foto: Benjamin Hahn

 

Rennrad-Schutzblech: Hebie Viper R 742
Foto: Benjamin Hahn

 

Rennrad-Schutzblech: SKS Raceblade
Foto: Benjamin Hahn

 

Rennrad-Schutzblech: SKS Raceblade
Foto: Benjamin Hahn
Trockener Hintern ohne Trekkingrad-Optik: Geht das überhaupt? RoadBike hat 5 Radschützer-Sets richtig nass gemacht.

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Es hat geregnet. Heftig. Die ganze Nacht. So wie es nun mal vorkommt, wenn man den Winter in Deutschland verbringt. Jetzt sind die Straßen patschnass und werden es, trotz geschlossener Schleusen, auch noch eine ganze Weile bleiben. Die anstehenden Testfahrten versprechen also, spritzig zu werden. Wir klatschen uns zufrieden ab.

Was bei Rennradfahrern normalerweise akute Motivationsstörungen hervorruft, sorgt beim RoadBIKE-Team ausnahmsweise für vorfreudige Verzückung. Es steht nämlich ein Radschützer-Test auf dem Programm, und die Bedingungen könnten für eine „genormte“ Schlammschlacht nicht besser sein.

Auf dem Prüfstand: 5 Steckschutzblech-Sets, die für den Einsatz am Rennrad gemacht sind. Ihre Aufgabe: Dafür zu sorgen, dass der Hintern trocken und die übrige Kleidung möglichst ohne „Sprenkel“ bleibt.

Um das zu erreichen, setzen die Hersteller auf unterschiedlichste Konstruktionen. Während bei den Systemen von Hebie, Topeak und Xtreme zumindest Kleinteile am Rad verbleiben, wenn man die Schützer bei Nichtgebrauch entfernt, lassen sich die Sets von SKS und Zéfal komplett abnehmen.

Am Ende eine Geschmacksfrage, ob man damit leben kann, dass auch bei gutem Wetter kleine Halter an schlechtere Zeiten erinnern. Deshalb fließt die Art der Konstruktion auch nicht in die Bewertung ein. Die setzt sich vielmehr aus folgenden Punkten zusammen: Gewicht, Montage, Schutzwirkung und Halt.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Wenn Sie zu den Menschen gehören, denen das Rad im Winter, Stichwort: Trainingseffekt, nicht schwer genug sein kann, überspringen Sie diesen Absatz einfach! Wenn Sie bei Ihrem Renner jedoch stets auf der Suche nach jedem vermeidbaren Gramm sind, lohnt auch bei Teilzeit-Anbauteilen wie Schutzblechen der Blick auf die Waage.

Während nämlich das leichteste Set im Test, das Topeak DeFender, nur 138 Gramm wiegt, kommt das SKS Raceblade auf satte 313 Gramm. Ein gewichtiger Unterschied? Eher eine Frage des Standpunkts – siehe oben. Ins RB-Testurteil fließt das Gewicht mit 10 Prozent ein.

Einig dürfte sich die Rennrad-Gemeinde hingegen beim Wunsch nach einer einfachen und schnellen Montage sein. Doch auch hier gibt es nennenswerte Unterschiede zwischen den Kandidaten.

Bei den Modellen mit fest zu installierender Halterung von Hebie und Xtreme ist die Montage der Haltewinkel etwas fummelig. Die Bremsen müssen dafür einmalig demontiert werden, da die Winkel auf deren Bolzen geschoben werden. Beim anschließenden Festziehen ist genaues Ausrichten gefragt, da zwischen Bremse und Reifen nur wenig Platz ist. Sitzt der Winkel schief, kann er den Pneu berühren. Ist die Halterung korrekt montiert, läuft der Reifen schleiffrei. Das Anbringen der Schützer erfolgt dann jeweils in Sekunden.

Schutz für Schönwetterpuristen

Das SKS Raceblade lässt sich zwar, bis auf die vom Hersteller empfohlene Lackschutzfolie, auch ohne Werkzeug komplett entfernen, bei der Erstmontage ist jedoch, je nach Gabelform, Geduld gefragt. Unter Umständen müssen die Streben des Schutzblechs nämlich zurechtgebogen werden, damit der Schützer nicht am Reifen streift.

Besser hat das Topeak gelöst. Das DeFender kommt mit kleinen Gelenken am Ende der Streben, mit denen sich der Front-Schützer perfekt ausrichten lässt. Klettbänder fixieren ihn an der Gabel, und eine Art Konus, der von hinten in die Bremsbolzenaufnahme der Gabel geschraubt wird, dient als Aufhängung. Nur dieses Miniteil verbleibt am Rad. Hinten hält der Schützer per Klett am Oberrohr und mit einem Gummi an der Sattelstütze.

Unschlagbar einfach und schnell klappt die Montage beim Zéfal-Set. Mit zwei strammen Gummis wird der vordere Schützer unterm Unterrohr angebracht, der hintere per Drehverschluss an der Sattelstütze. Das System ist blitzschnell angebracht und entfernt – nichts bleibt am Rad zurück. Ein Ansatz, der alle Tester überzeugte.
Erfreulich gut fielen auch die Urteile für die Schutzwirkung aus: Alle Kandidaten fuhren hier die Teilnote „sehr gut“ ein, da alle ein vergleichbares „Spritzbild“ zeigten.

Trotz mutwilliger Fahrten durch tiefe Pfützen blieben bei allen Modellen die Tester-Hintern komplett trocken. Nicht ein Spritzer landete auf dem Rücken, und auch vorn waren keinerlei Sprenkel auszumachen. Dass es angesichts dieses Schutzes nicht fünfmal zum „Überragend“ reichte, liegt daran, dass kein Modell verhindern konnte, dass am Ende die Unterschenkel tropfnass waren und auch das Rad in allen Fällen stark verschmutzt von der Testrunde kam.

Den perfekten Schutz für Rad und Fahrer gibt’s also nicht, dennoch überzeugten alle Prüflinge. Zumal sich auch auf grobem Kopfsteinpflaster kein Schützer abschütteln ließ. Im Gegenteil: Bis auf das SKS Raceblade, das nach dem Pavé wieder zurechtgerückt werden musste, blieben alle Kandidaten unverrückbar an ihrem Platz.

Testfazit kompakt

Ein Schutzblech muss zuverlässig vor Spritzern schützen – was allen Kandidaten im Test gut gelingt. Das beste Gesamtpaket liefert Topeak mit dem DeFender RC1 & RC11. Das Set überzeugt nicht nur im Spritztest, es ist auch das leichteste Duo, lässt sich kinderleicht montieren und verrutscht selbst auf Kopfsteinpflaster keinen Millimeter. Bestnote – und Testsieg!

Die Testergebnisse finden Sie in der Fotostrecke.

Fotostrecke: 5 Schutzbleche für Rennräder im Test

10 Bilder
Rennrad-Schutzblech: Hebie Viper R 742 Foto: Benjamin Hahn
Rennrad-Schutzblech: Hebie Viper R 742 Foto: Benjamin Hahn
Rennrad-Schutzblech: SKS Raceblade Foto: Benjamin Hahn
12.07.2014
Autor: Nils Flieshardt
© RoadBIKE
Ausgabe 03/2014