Rennrad-Beleuchtung: 8 Vorderlichter und 4 Rücklichter im Test

8 Vorderlichter und 4 Rücklichter für Rennräder mit StVZO-Siegel


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Rennrad-Beleuchutng im Test
Foto: Benjamin Hahn

 

Rennrad-Scheinwerfer: Philips SafeRide 80
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Rennrad-Scheinwerfer: Philips SafeRide 80
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Rennrad-Scheinwerfer: Philips SafeRide 80
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Rennrad-Scheinwerfer: Busch & Müller Ixon IQ Premium
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Sehen und gesehen werden – mit welchen Scheinwerfern und Rückleuchten klappt’s am besten? RoadBIKE sorgt für Durchblick.
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UPDATE 2016: 11 aktuelle Vorderlichter zwischen 30 und 130 Euro mit StVZO-Siegel im Test. PLUS: 6 Rücklichter für Rennradfahrer

Tageslicht – an vielen Wintertagen ein knappes Gut. Und spätestens zum Feierabend ist es dann garantiert dunkel. Was aber nicht bedeuten muss, dass Rennradfahrer nur noch auf der Rolle strampeln dürfen.

Eine Ausfahrt bei Dunkelheit sorgt für Abwechslung – und bringt ganz neue Erfahrungen. Voraussetzung: Eine ordentliche Beleuchtungsanlage am Renner sorgt für gute Sicht und Sichtbarkeit.

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Viele Neuheiten auf dem Markt

Die jüngst überarbeitete Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) hat den Markt ordentlich durcheinandergewirbelt. Obwohl sich für Rennradfahrer eigentlich nichts geändert hat, stehen Leuchten mit StVZO-Siegel plötzlich im Mittelpunkt des Interesses.

Welche davon für Rennradfahrer-Ansprüche am besten taugen, klärt dieser Test: 8 aktuelle Scheinwerfer und 4 Rückleuchten hat RB im ausführlichen Praxistest auf ihre Eignung am Rennrad verglichen. Untersucht wurden Frontleuchten in zwei Preisklassen: 4 Modelle um 100 Euro und 4 günstigere Modelle, die rund die Hälfte kosten.

Das Ziel: Herauszufinden, wie viel Rennradfahrer tatsächlich ausgeben müssen, um sicher unterwegs zu sein. Außerdem stellten sich 4 aktuelle Rücklichter einem Vergleich.




Klares Anforderungsprofil

Die Anforderungen an einen Scheinwerfer sind klar: Er muss die Straße so gut ausleuchten, dass auch bei höherer Geschwindigkeit Schlaglöcher, Steine oder sonstige Hindernisse rechtzeitig zu erkennen sind. Und natürlich nützt die beste Beleuchtung nichts, wenn Akku oder Batterie zu schnell in die Knie gehen.

Darüber hinaus sollte die Lampe leicht anzubringen sein, sicher halten und auch auf Holperstrecken nicht verrutschen. Gerade im Winter ist es wichtig, dass alle Schalter mit Handschuhen gut zu bedienen sind.

Leichter fällt die Kaufentscheidung meist beim Rücklicht, die Unterschiede sind hier weniger gravierend. Wie auch die Frontleuchten erfüllen alle zugelassenen Modelle die grundsätzlichen Anforderungen der StVZO an die Helligkeit und Lichtverteilung, bestätigt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Dennoch gibt es natürlich gerade für Rennradfahrer relevante Unterschiede, etwa bei der Montage oder beim Gewicht.

Fotostrecke: Best of Test 2014: Die besten Rennräder der RoadBIKE-Tests

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Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test. Foto: Benjamin Hahn
Carbon-Rennräder unter 2000 Euro im Test. Foto: Benjamin Hahn
Best of Test 2015: Die besten Rennräder im Test Foto: RoadBIKE / canva.com

Hält, wackelt – oder hat Luft?

Ob dicke oder dünne Lenker, ob rund oder oval: Die Frontleuchten müssen sicher halten. Auch wenn sich die Hersteller um Flexibilität bemühen, gelingt das nicht allen gleichermaßen überzeugend.

Als sehr universell erweist sich die Befestigung der LS 750 I-Go von Trelock. Das gummierte Band passt sich jedem Lenkerdurchmesser und jeder Form an, könnte allenfalls etwas länger ausfallen, um die Montage an Oversized-Lenkern zu erleichtern.

Am schnellsten ist die Sigma Sport Speedster zu montieren: Zwei Bügel mit Ratschenfunktion werden einfach ineinandergedrückt — eine Sache von Sekunden, die am besten auf runden Oberlenkern bis 32 Millimeter Durchmesser funktioniert.

Erfreulich: Alle Halterungen der getesteten Leuchten lassen sich ohne Werkzeug montieren. Dennoch gilt: Wer plant, im Dunkeln zu fahren, sollte die Lampenhalterung bereits zu Hause befestigen, denn mit kalten Fingern kann das schnell zur nervenzehrenden Angelegenheit werden.

Und: Lampen nie über Kopf, also „hängend“, montieren. Das beeinflusst nicht nur die Lichtverteilung (Blendgefahr), bei Regen kann auch Feuchtigkeit in die Gehäuse eindringen.

Bei den Rücklichtern heben sich die Modelle Ixxi von Busch & Müller und Sigmas Hiro positiv von der Konkurrenz ab: Mittels O-Ringen aus Gummi sind beide blitzschnell und sicher an der Sattelstütze angebracht.

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Rennrad-Scheinwerfer: Philips SafeRide 80 Foto: Benjamin Hahn
Rennrad-Scheinwerfer: Philips SafeRide 80 Foto: Benjamin Hahn
Rennrad-Scheinwerfer: Philips SafeRide 80 Foto: Benjamin Hahn

Der schöne Schein

Auf der Straße beweisen die Scheinwerfer teils sehr unterschiedliches Talent bei ihrer Hauptaufgabe – Licht ins Dunkel zu bringen. Am besten gelingt das der SafeRide 80 von Philips: Deren breiter, sehr heller Lichtkegel erinnert fast schon an einen Autoscheinwerfer.

Allerdings ist sie mit 350 Gramm auch das schwerste Modell im Test. Nur knapp hinter der Philips reiht sich die Busch & Müller Ixon IQ Premium ein — bei deutlich geringerem Gewicht.

Speziell in Kurven vermittelt ein breiter Lichtkegel, wie ihn die Philips und die „große“ B & M bieten, Sicherheit. Die Lampen im günstigeren Testfeld um 50 Euro bündeln ihr Licht dagegen stärker, die Straßenränder bleiben oft im Dunkeln – für kürzere Runden oder in der Stadt reicht diese Leistung dennoch aus. Am besten gelingt es der B & M Ixon Core bei den günstigen, ihr Licht homogen und ohne Dunkelstellen zu verteilen.

Die meisten Lampen lassen sich problemlos mit Handschuhen bedienen, wichtig nicht nur beim Ein-und Ausschalten, sondern auch, um die Helligkeit zu verändern – etwa um Strom zu sparen. Hier zeigte die sonst überzeugende Ixon Core eine Schwäche: Der Schalterdruckpunkt ist hier kaum spürbar.

Ein Frage der Ausdauer

Wenig überraschend: Helles Licht saugt ordentlich am Akku. So ging die helle SafeRide 80 im Test bereits nach rund 2 Stunden in die Knie. Die Ixon IQ Premium hingegen hielt bei voller Power 5 Stunden durch und sammelte im Rennen um den Gesamtsieg jede Menge Punkte.

Dank 3 Helligkeitsstufen erlaubt die Sigma Sport Speedster, das Licht bestmöglich an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und ggfs. Strom zu sparen. Ein nettes Gimmick: Die Brillian Street verfügt über eine Solarzelle und kann sich tagsüber zumindest teilweise wieder aufladen. Wie gut das funktioniert, wird RoadBIKE über einen längeren Zeitraum im Dauertest prüfen.

Unterwegs geben Warn-LEDs an allen Scheinwerfern und Rückleuchten Auskunft über die verbleibende Akku-/Batterielaufzeit. Gut so, denn nachts unerwartet im Dunkeln zu stehen, ist lästig – und gefährlich.

Die genaueste Info liefert Sigmas Speedster – mit 5 LEDs. Bei der CatEye Econom Force dagegen ist die Anzeige aus Fahrerperspektive schlecht zu erkennen – gerade im Winter ärgerlich, wenn Kälte die Akkus stresst und deren Ausdauer herabsetzt.

Die Rücklichter unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Leuchtdauer. Den Top-Wert liefert Sigmas Hiro: 60 Stunden — mit Batterien. Die aufladbare Ixxi hingegen hält rund 18 Stunden durch, für den Normalgebrauch völlig ausreichend.

Ob Akku oder Batterie-Leuchten die bessere Wahl sind, hängt von der Intensität der Nutzung ab. Vielfahrer setzen eher auf Akkus, Batterien punkten mit problemloser Verfügbarkeit: Ist doch ein selten genutzter Akku meist dann leer, wenn er gebraucht wird ...

Testfazit kompakt

Für eine kurze Tour auf der Hausrunde oder in der Stadt reicht eine günstigere Lampe wie der Kauftipp Trelock LS 750 I-Go problemlos. Wer häufig fährt, sollte für die bessere Ausleuchtung und ein Plus an Sicherheit mehr investieren – etwa für den klaren Testsieger Ixon IQ Premium von Busch & Müller. Bei den Rückleuchten hat die leichte, ausdauernde Sigma Hiro die Nase vorn.


Inhaltsverzeichnis


Die Rennrad-Lichter in diesem Test

12.09.2014
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE
Ausgabe 01/2014