Fahrrad-Beleuchtung: 11 Vorderlichter im Test PLUS 6 Rücklichter

11 Vorderlichter und 6 Rücklichter für Rennräder mit StVZO-Siegel


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RoadBIKE 1016 Lichttest Aufmacher
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Der Lichttest: 17 Rennradlampen im RoadBIKE-Test
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RoadBIKE Osram LEDsBIKE FX70 Ausleuchtung
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RoadBIKE Osram LEDsBIKE FX70 Praxisbewertung
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Der Lichttest: 17 Rennradlampen im RoadBIKE-Test
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Wenn die Tage kürzer werden, ist gute Beleuchtung am Rennrad unverzichtbar. RoadBIKE hat 11 Frontleuchten mit StVZO-Siegel zwischen 30 und 130 Euro getestet.
Zu den getesteten Produkten

Die sonst dicht bevölkerten Wege leer, allein das leise Surren der Kette dringt durch die Nacht. Nur die Frontleuchte reißt einen Streifen Straße aus der Dunkelheit – die Stimmung einer Nachtfahrt ist unvergleichlich. Voraussetzung dafür ist allerdings gute Beleuchtung, denn wer auf schmalen Reifen mit 30 Sachen durch die Nacht rauscht, sollte schon wissen, was auf ihn zukommt.

RoadBIKE hat 11 Frontleuchten in 2 Preisklassen getestet und klassenabhängig bewertet. Günstigstes Modell ist die Sigma Sport Roadster USB für 30 Euro, 130 Euro kostet die Knog Blinder Beam. Außerdem stellt RoadBIKE 6 kompakte Rücklichter vor, die sich für den Einsatz am Rennrad eignen.

Wer nur unregelmäßig in der Dämmerung unterwegs ist und wem es hauptsächlich darauf ankommt, gesehen zu werden, für den reicht eine der günstigeren Lampen meist aus. Regelmäßige Nachtfahrer oder Pendler sollten sich eher in der oberen Preisklasse umsehen. Denn bei den RoadBIKE-Testfahrten zeigte sich, dass die größten Unterschiede zwischen den Preisklassen in der Ausleuchtung der Straße liegen.

Gerade die günstigen Lampen produzieren meist nur einen relativ schmalen Lichtkegel und eignen sich eher für den Stadtverkehr oder nicht ganz dunkle Bereiche. Einzige Ausnahme im Testfeld: die Cateye GVolt 50, die nahezu dieselbe Ausleuchtung wie ihr großer Bruder, die Cateye GVolt 80, bietet.

Die meisten Top-Modelle haben hingegen einen sehr breiten Lichtkegel, der auch die Fahrbahnränder gut ausleuchtet. Das vermittelt gerade in Kurven mehr Sicherheit, da man früher sieht, wohin man lenkt.

Unter der Lupe: die Rennrad-Lichter im Test

Die insgesamt beste Ausleuchtung liefert nach einhelliger Testermeinung die Knog Blinder Beam, die nicht nur sehr hell, sondern auch recht breit ausleuchtet – allerdings auf Kosten der vergleichsweise kurzen Akku-Laufzeit (ca. 3 Stunden auf höchster Stufe). Ähnlich gut in der Ausleuchtung – mit deutlich stärkerem Akku – sind die Busch & Müller Ixon IQ Premium und die Osram LEDsBIKE FX70.

Stichwort Akku-Laufzeit: Die muss vor allem zu den eigenen Ansprüchen passen. Für ein 24-h-Rennen sind das natürlich andere als für eine kurze Feierabendrunde oder die Pendlerstrecke. Herstellerangaben sind hier mit Vorsicht zu genießen, beziehen sie sich doch in der Regel auf die schwächste Leuchtstufe – unter optimalen Bedingungen. Kälte beispielsweise kann die Laufzeit der Akkus deutlich reduzieren, außerdem genügt die schwächste Leuchtstufe – auch das zeigte der Test – meist nicht, um auf stockdunkler Straße sicher voranzukommen.

Immerhin lässt sich bei allen Lampen im Testfeld aktives Akku-Management betreiben: Wer etwa bei einem erleuchteten Abschnitt die Leistung reduziert, spart Strom und verlängert so die Laufzeit. Ebenfalls hilfreich sind schnell erfassbare Ladestandsanzeigen wie bei der Trelock LS950 Control Ion. Diese zeigt nicht nur genau an, in welcher Stufe man aktuell unterwegs ist, sondern auch exakt, wie viele Stunden/Minuten bei der eingestellten Lichtleistung noch zur Verfügung stehen, bis der Akku wieder ans Ladekabel muss – top!

Apropos aufladen: Ein erfreulicher, da praxisnaher Trend ist, dass sich fast alle Leuchten mittlerweile per Micro-USB-Kabel aufladen lassen. Das Chaos der vielen unterschiedlichen Netzteile gehört damit der Vergangenheit an. Nur Busch & Müller setzt bei seiner Busch & Müller Ixon IQ Premium noch auf eine proprietäre Ladebuchse.

Vor dem Kauf sollten Sie sich unbedingt die verschiedenen Halterungssysteme anschauen – und am besten gleich auf Ihrem Rennrad ausprobieren. Denn während sich etwa die Trelock LS950 Control Ion oder die Cateye GVolt 50 und die Cateye GVolt 80 problemlos auf Aero- oder Oversize-Lenkern anbringen lassen, ist beispielsweise die Sigma Sport Speedster bei dicken oder nicht runden Lenkern deutlich weniger flexibel.

Doch die Halterungen sollten nicht nur passen, sie müssen die Lampen auch zuverlässig in der eingestellten Position fixieren (Tipps zur Einstellung finden Sie in der Liste unten). Dabei überzeugten vor allem die Modelle von Busch & Müller (Busch & Müller Ixon IQ Premium und Busch & Müller Ixon Fyre) sowie Cateye (Cateye GVolt 80 und Cateye GVolt 50) mit extrem guten Halt.

Ebenfalls wichtig: Die Lampen sollten sich auch mit Handschuhen gut bedienen lassen. Dafür braucht es gut ertastbare Knöpfe mit klarem Druckpunkt – wie sie sich erfreulicherweise an den meisten Modellen finden. Nur der Knopf der Trelock LS460 I-Go Power ist kaum zu fühlen und ist zudem sehr schwergängig.


Die Rennrad-Lichter in diesem Test

20.10.2016
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE
Ausgabe 10/2016