Egal ob mechanisch oder elektronisch: RoadBIKE hat alle Infos zur neuen Shimano Dura-Ace Gruppe. mehr ...
Neun Rennräder mit Campagnolo Athena und Sram Force im Test
Alternativ-Programm: Athena- und Force-Rennräder
Es muss nicht immer ein Rennrad Shimano-Ausstattung sein – RoadBIKE hat neun heiße Rennrad-Alternativen mit Campagnolos Athena und Srams Force getestet. Zu den getesteten Produkten
Noch 2009 waren rund 90 Prozent der Kompletträder zwischen 1500 und 3000 Euro mit Shimanos Ultegra-Gruppe bestückt. Kein Wunder, dass bei einer solchen Dominanz im käuferstärksten Marktsegment häufig nur noch von der „Ultegra-Klasse“ die Rede ist.
Wie es zu dieser Vormachtstellung der Ultegra kam? „Top Funktion, Qualität und Haltbarkeit stehen im unschlagbaren Verhältnis zum Preis“, fasst Focus-Brandmanager Jörg Arenz die Vorzüge knapp zusammen.
Doch so wie Shimano seit Ende der 1970er-Jahre zum Großangriff auf den damaligen Platzhirsch Campagnolo blies, so sägen jetzt gleich zwei Anbieter am Thron der Ultegra: Campagnolo will mit der Athena Marktanteile zurückholen, und auch Sram fordert – als recht junger dritter Anbieter – mit der Force ein Stück vom Kuchen der weiter wachsenden Mittelklasse.
Mit Erfolg: Eine RoadBIKE-Kurzumfrage unter Radherstellern ergab, dass sich Räder mit Athena rund 10 Prozent, Renner mit Force sogar bis zu 35 Prozent Marktanteile in der „Ultegra-Klasse“ geangelt haben. Ein beachtlicher Zuwachs!
Ob die Athena- und Force-Renner dabei nur mit ihrem „anders sein“ punkten, oder ob sie sogar das Zeug haben, der Ultegra den Rang abzulaufen, soll dieser Test von neun Rädern zeigen.
Nur anders oder besser?
Nicht jeder Rennradfahrer möchte ein Shimano-Rad – dieser Wunsch nach „etwas Besonderem“ sicherte speziell Campagnolo, aber auch Sram, treue Kunden. Doch einfach nur anders zu sein, ist für die Herausforderer im Test das schwächste Argument – da lassen die tollen Räder keine Zweifel zu.
Die Ultegra-Alternativen protzen vielmehr mit innovativen und eigenständigen technischen Lösungen. Wie etwa Campagnolos wichtigstem Alleinstellungmerkmal: dem elften Ritzel, das die Athena von den teuren Gruppen der Italiener übernommen hat. Vom Zusatzritzel profitieren Rennfahrer, aber auch Tourenfahrer und Bergkönige: Feiner gestufte 11–23-Kassetten sind ebenso möglich wie bis zu 29 Zähne beim Berggang.
Mit der Athena bietet Campagnolo zudem erstmals ein Konkurrenzprodukt zur Ultegra an, das technisch in der gleichen Liga spielt – ohne teurer zu sein als der Bestseller von Shimano. Focus etwa schafft es, einen hochwertigen Carbonrahmen mit Athena-Gruppe für unter 2000 Euro zu komplettieren. Mit Srams Force aufgebaute Räder ziehen zwar beim Preis den Kürzeren – sie sind etwas teurer, oder der Kunde muss bei anderen Bauteilen Abstriche machen.
Aber: „Die Force gilt im Markt als höherwertiger“, relativiert Focus-Mann Arenz den Preisnachteil. Bietet die Force doch alle Innovationen der Top-Gruppe Red, allen voran die BB30-Lagertechnik. Mit BB30-Kurbel wiegt die komplette Force unter zwei Kilo – und ist damit sogar leichter als Shimanos Top-Gruppe Dura-Ace!
Im Test leistet sich allerdings nur Rose einen für BB30 vorbereiteten Rahmen. Doch auch mit herkömmlichem Kurbelsatz sparen Force-Fahrer über 150 Gramm im Vergleich zur Ultegra ein.
Anfassen und entscheiden
Die technischen Unterschiede zwischen Athena und Force beeinflussen den Charakter der Testräder merklich: Durch knackige Gangwechsel und gewaltige Bremspower erscheinen vor allem die Sram-Räder von Red Bull und Lapierre sehr sportlich und direkt.
Sportliche Tourer wie das Storck gewinnen durch die geschmeidige Schaltfunktion und die perfekt dosierbaren Bremsen der Athena das Tüpfelchen angenehmer Zuverlässigkeit, das sich Tourenfahrer und Marathonisti wünschen.
Funktion und Griffgefühl der Hebel unterscheiden sich bei Campagnolo und Sram deutlich – hier gilt es, seinen Favoriten durch „Probegreifen“ herauszufinden. Eine schöne neue Wahlfreiheit: „Die Kaufinteressen ändern sich derzeit stark“, sagt Focus-Mann Arenz. Gut so, denn mit den neuen Alternativen findet jeder sein Traumrad – mit der für ihn idealen Gruppe.
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