Drei Top-Renner von 5.700 bis 15.600 Euro im Test

Im Test: AX-Lightness Alpha, Felt F1 und Look 695 SR

Diese drei Rennräder gehören zum Bes­ten, was es für Geld zu kaufen gibt. Für viel Geld ...
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Fotostrecke: Drei neue Top-Renner im Test

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AX-Lightness Alpha Foto: Ralph Klohs
AX-Lightness Alpha Foto: Ralph Klohs
AX-Lightness Alpha Foto: Ralph Klohs

Das kleine, aber außerordentlich feine Testfeld setzt sich aus folgenden Rädern zusammen: dem AX-Lightness Alpha, um das sich im Vorfeld wilde Gerüchte rankten, dem völlig umgestalteten Felt F1 und dem komplett neuen Look 695.

Das erlesene Testfeld lockte zahlreiche Zaungäste in den Testkeller: RB-Techniker Haider Knall wunderte sich über Zuschauer beim Wiegen und Vermessen der kostbaren Stücke, die Tester waren so gespannt wie selten auf die Ergebnisse. Schließlich war klar: Hier es würde Superlative hageln!

Leichtigkeit hat einen Namen

Großen Anteil daran hatte das AX-Lightness Alpha. Ein Rad, das es schwer macht, den Blick schweifen zu lassen. Immer wieder bleiben die Augen an Details hängen, die für sich genommen jedem „normalen“ Rad bereits allein zur Ehre gereichen würden: Vorbau, Lenker, Kurbel, Bremsen, Sattel, Stütze, Laufräder – alles kommt aus dem Haus AX-Lightness, jedes Teil ist superleicht – und unglaublich teuer!

Als erstes Magazin weltweit hatte RoadBIKE die Gelegenheit, dieses Rad zu testen. Und die ermittelten Ergebnisse stellen alles bisher Dagewesene in den Schatten! Am deutlichsten –klar – auf der Waage: Das Alpha brach den RB-Rekord beim Gesamtgewicht (4,7 Kilo), ist neuer Spitzenreiter bei den Rahmen (666 Gramm) ebenso wie bei den Gabeln (239 Gramm).

Da das Alpha außerdem noch mit top Komfortwerten aufwarten konnte, landet das Rahmen-Gabel-Set, trotz weichem Lenkkopf, mit großem Abstand auf Platz 1 der ewigen KSG-Bestenliste, die Auskunft über das Verhältnis von Komfort, Steifigkeit und Gewicht gibt.

Ein Fabelwert, bei dem man einmal mehr geneigt ist zu sagen: „Da geht nicht mehr viel!“ Laut AX-Lightness soll es indes problemlos möglich sein, den Maßrahmen auf Kundenwunsch ohne Mehrgewicht auch steifer zu bauen, doch würde dies auch weniger Komfort bedeuten. Auf eine absolute Top-Platzierung in der KSG-Bestenliste hätte auch ein solches Rahmen-Gabel-Set die allerbesten Chancen.

Unscheinbare Stärken

Angesichts solcher Fakten dürfte es der Konkurrenz schwerfallen, auf Anhieb zu glänzen. Oder? Keineswegs, sowohl das Felt F1 wie auch das Look 695 beeindrucken mit reichlich Details, die einen genaueren Blick verdienen. So ist das Felt zum Beispiel das einzige Rad im Test, bei dem Tretlager- und Lenkkopfsteifigkeit im grünen Bereich liegen – bei Gewichten, die noch vor einem Jahr zu den besten in der Klasse der Leicht­renner gezählt hätten.

Das Look fällt zwar bei den Gewichten ein klein wenig ab, beeindruckt aber mit seiner einzigartigen und ausgeklügelten Systemintegration. Die eigens für das 695 entwickelte, aus einem Stück gefertigte ZED-2-Carbonkurbel, das winkelverstellbare Vorbausystem C-Stem und die integrierte E-Post-Sattelstütze, für die unterschiedlich dämpfende Elastomere lieferbar sind, verleihen dem Look ein ganz eigenes Gesicht, das aus der Masse heraussticht.

Dennoch: Würde der Test auf der Waage und an den Messtischen entschieden, hätten die neuen Stars von Felt und Look in der Summe – trotz überwiegend toller Ergebnisse – keine Chance gegen das Leichtgewicht aus deutscher Produktion. Doch Gewichte, Steifigkeits- und Komfortwerte sind nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte findet sich im Praxistest – auch ein 15?000-Euro-Renner ist schließlich zum Fahren gemacht –, und hier zeigt sich plötz­lich ein völlig anderes Bild.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Auf der Testrunde können Felt und Look nicht nur aufholen, sie liegen sogar einen Tick vor dem AX-Lightness, das durch die geringen Steifigkeiten im Lenkkopf und den Laufrädern vor allem in der Abfahrtswertung Punkte verliert.

Vortrieb, Kletterfreude und Fahrkomfort sind beim Alpha zwar überragend, doch in der Summe aller Praxispunkte setzen sich die breitbandigeren Mitbewerber gegen das auf Komfort getrimmte Leichtgewicht durch. Vor allem das Felt präsentierte sich hier ohne nennenswerte Schwächen und sammelte genug Punkte, um seinen 3. Platz aus dem Labor mehr als wettzumachen. Unterm Strich liegen die Kandidaten fast gleichauf – in einem Rennen, das so knapp ausgeht wie kein RB-Test zuvor!

Das hohe Niveau überrascht angesichts der Preise kaum, die unterschiedlichen Charaktere der Räder schon eher. Und die dürften bei solventen Kaufinteressenten letztlich den Ausschlag für oder gegen einen der Boliden geben.


Die Rennräder in diesem Test: