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Kaufberatung: So sieht das perfekte Cross-Rad aus
Bremsen: Cantilever als Technik der Wahl
Während im Straßenradsport die Bremsen längst ausgereift sind, sorgen die Stopper am Crosser nach wie vor für Diskussionen. Da die gut funktionierenden Rennradbremsen für den Einsatz im Gelände nicht in Frage kommen, weil sie nicht genug Platz für die dicken Reifen bieten, muss eine Alternative her. Im Prinzip gibt es drei Lösungen: Cantilever-Bremsen, Mini-V-Brakes und Scheibenbremsen.
Letztere bieten zwar unbestritten die beste Funktion, sind jedoch im Rennsport nicht erlaubt. Aus diesem Grund sind sie für Lizenzfahrer uninteressant, und da die meisten Hersteller ihre Produkte auf die Anforderungen der Profis ausrichten, werden nur sehr wenige Modelle serienmäßig mit Scheibenbremsen ausgestattet.
Auch die Mini-V-Brake kommt nur sehr selten zum Einsatz. Der Grund: Sie lässt sich nur schwer dosieren. Zwar haben die Modelle reichlich Bremskraft, aber sie verzögern nicht gleichmäßig, weshalb es dazu kommen kann, dass die Räder unvermittelt blockieren. Passiert dies mit dem Vorderrad, lässt sich ein Sturz nicht vermeiden. Zudem lassen sich Mini-V-Brakes nur schwer öffnen.
Schnelle Reifenwechsel, wie sie im Rennen verlangt werden, sind damit nicht möglich. Deshalb kommt diese Lösung nur für Hobbyfahrer mit Fingerspitzengefühl in Frage. Bleibt als Standardlösung die altgediente Cantilever-Bremse. "Schlechte Bremsleistung", meckern die einen. "Bei guter Fahrtechnik völlig ausreichend", sagen die anderen. Recht haben beide Lager. Unerfahrene Piloten wünschen sich mehr Verzögerung, vor allem bei Nässe und wenn es in knifflige Passagen geht.
Rennfahrer hingegen kennen solche Probleme nicht. "Im Rennen komme ich nie in Situationen, in denen ich so stark bremsen müsste, dass die Kraft einer Cantilever-Bremse nicht ausreichen würde", sagt etwa Jens Schwedler, Ex-Elite-Fahrer und amtierender Weltmeister in der Masters-Klasse.
Im Rennen käme es vielmehr darauf an, die optimale Spur zu finden, möglichst wenig zu bremsen und es laufen zu lassen, sagt der Routinier. Insofern kommt Rennfahrern die "schlechte" Bremswirkung der Canties sogar entgegen. Statt hart zu bremsen, verzögern die Könner nur leicht und müssen dabei keine Angst haben, dass die Räder blockieren und dadurch Traktion verloren geht. Letztendlich kommt es also auf den Einsatzzweck an, welche Bremsenlösung die beste ist.



