Alu oder Carbon? 16 Rennräder um 1.700 Euro im Test

Alu vs. Carbon im Direktvergleich: Das Cube Agree

Gleiche Geometrie, gleicher Preis – verschiedene Rahmen­materialien: Das Cube Agree in Alu und Carbon im Vergleich.
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Fotostrecke: Alu vs. Carbon: 16 Rennräder um 1.700 Euro im Test

16 Bilder
Bergamont Dolce LTD Double Foto: Benjamin Hahn
Cannondale CAAD 10 Ultegra Foto: Benjamin Hahn
Canyon Ultimate AL 9.0 SL Foto: Benjamin Hahn

Rahmenmaterial: Die Messergebnisse aus dem RoadBIKE-Prüflabor weisen für beide Rahmen sehr hohe Steifigkeitswerte aus. Im Lenkkopf kommen die beiden auf vergleichbare Steifigkeiten, im Tretlager ist der Carbon-Rahmen noch etwas steifer.

Beide erreichen nur durchschnittliche Komfortwerte. Auf der Waage punktet der Carbon-Rahmen mit rund 100 Gramm weniger Gewicht (1275 Gramm). In der Praxis sind diese Unterschiede allerdings nicht erfahrbar.

Schaltgruppe: Bei den Gruppen sind die Unterschiede sofort erkennbar – am Alu-Rahmen ist eine komplette Ultegra-Gruppe montiert. Am Carbon-Rahmen tragen nur die Brems-/Schalthebel und das Schaltwerk den Namen Ultegra. Bei Umwerfer, Kette und Kassette montiert Cube Teile der 105-Gruppe, Bremsen und Kurbelsatz stammen von Shimanos günstiger R-550/600-Serie ohne Gruppenzugehörigkeit.

Das Mehrgewicht der günstigeren Teile macht den Gewichtsvorteil des Carbon-Rahmens wieder zunichte. Ärgerlich ist die günstige Bremse am Carbon-Rahmen, der es an Biss und Dosierbarkeit fehlt.

 

Carbon- vs. Alu-Renner - Cube
Das Cube Agree HPA SL mit Aluminium-Rahmen

Laufräder: Am Laufradsatz offenbart sich der wichtigste Unterschied zwischen beiden Agree-Modellen: Während sich im Alu-Rahmen ein Satz Easton EA50 Aero dreht, reicht es beim Carbon-Rahmen nur für den billigen Satz EA30 von Easton. Der Unterschied zeigt sich auf der Waage: Der Satz im Alu-Rahmen ist rund 300 Gramm leichter.

Auf der Straße macht sich dieser Unterschied deutlicher bemerkbar, als mancher Tester erwartet hätte: Das Alu-Agree beschleunigt besser, fühlt sich dabei viel lebendiger und wendiger an als sein Pendant mit Kohlefaser-Rahmen.

Anbauteile: Auch hier müssen die Cube-Produktmanager zugunsten des teuren Carbon-Rahmens nochmals sparen, allerdings sind die Unterschiede gering: Lenker und Vorbau stammen aus der günstigsten FSA-Serie, die Sattelstütze von Cubes Eigenmarke RFR.

Am Alu-Rahmen hat es für einen ergonomischeren Lenker und einen Vorbau von Syntace gereicht, die Sattelstütze stammt aus der günstigsten FSA-Baugruppe.

 

Carbon- vs. Alu-Renner - Cube
Das Cube Agree GTC Pro mit Carbon-Rahmen

Komfort: Da beide Rahmen mit 23er-Reifen, dem gleichen Lenkerband und Sattelstützen aus Aluminium bestückt sind, lassen sich Unterschiede beim Komfort in der Praxis nicht herausfahren. Beide Rahmen sind nicht bretthart, beide bieten allerdings auch keine nennenswerte Dämpfung.



Die Rennräder in diesem Test

21.09.2011
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 06/2011