20 Bestseller-Rennräder aus Carbon im Test

Im Test: 20 Carbon-Rennräder um 2.500 Euro


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Carbon-Rennräder
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Bianchi Sempre
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BMC Roadracer SL01
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Bulls Night Hawk 2
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Cannondale Super Six Ultegra Compact
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Die Carbon-Rennräder um 2.500 Euro punkten mit tollem Preis-Leistungs-Verhältnis und sind die Lieblinge ambitionierter Rennradfahrer. RoadBIKE hat 20 Bestseller-Modelle getestet.
Zu den getesteten Produkten

RoadBIKE hat 20 Rennrad-Bestseller um 2.500 Euro zum Test bestellt, um genau das herauszufinden. Skepsis ist angebracht, denn wie RoadBIKE schon im Herbst berichtete, gestalten sich die Rahmenbedingungen für die Hersteller zunehmend schwieriger.

Steigende Kosten für Produktion, Anbauteile, Transport, Zölle sowie schlechtere Wechselkurse machen es den Produktmanagern immer schwerer, festgefügte Preisgrenzen zu halten.

Der Test der 3.500-Euro-Klasse in RoadBIKE 04/11 bestätigte diese Befürchtung: „Viele Hersteller mussten an der Ausstattung sparen, um den Preispunkt halten zu können“, zog RB-Redakteur Nils Flieshardt nach dem Test Bilanz. Wie schlägt sich da im Vergleich die preisaggressive 2.500-Euro-Klasse?

Die Basis eines Rennrades ist der Rahmen, in der Klasse um 2.500 Euro kommt ausschließlich Carbon zum Einsatz. Das angesagte Rahmenmaterial – 59 Prozent der RoadBIKE-Leser wollen sich beim nächsten Kauf für ein Modell mit Kohlefaserrah­men entscheiden – ist das wichtigste Merkmal der Testräder. Dadurch grenzen sie sich von der Klasse bis 2.000 Euro ab, wo Alu noch immer das dominierende Rahmenmaterial ist.

Zwar gibt es auch sehr günstige Carbon-Rahmen. Die sind aber, abgesehen von der prestigeträchtigen Optik, nicht automatisch empfehlenswert, da sie oft mehr wiegen als moderne Alu-Rahmen. Auch in diesem Testfeld finden sich solche Kandidaten: Focus schickte einen 1337 Gramm schweren Rahmen in den Test – rund 200 Gramm schwerer als das (gute) Durchschnittsgewicht von 1.120 Gramm.

Beim Set-Gewicht aus Rahmen, Gabel und Steuersatz patzen gleich mehrere Testteilnehmer: Cube und Willier drücken mit über 1,9 Kilo auf die Waage, dicht gefolgt von den Modellen von Spezialized und Focus.

Im Schnitt wiegen die Sets im Testfeld rund 1650 Gramm, Stevens erreicht sensationelle 1324 Gramm, auch Canyon, Felt, Radon, Rose und Scott wiegen nur rund 1500 Gramm. Es lohnt sich also durchaus, bei den Rahmen genauer hinzuschauen.

Das gilt auch für die Steifigkeiten der Rahmen. Zwar erreicht die große Mehrzahl absolut ausreichende, teils sogar hervorragende Messwerte (Tabelle Seite 40). Doch der Test entlarvte auch einige Ausreißer nach unten: BMC, Conway, Principia und Wilier leisten sich Schwächen bei der Lenkkopfsteifigkeit, die sich in der Praxis durch unpräzises Handling bemerkbar machen. Ein Risiko für die Fahrsicherheit bedeuten all diese Werte indes nicht.

Auch beim Dämpfungskomfort erreicht die große Mehrzahl der Testräder sehr gute Werte, was in der Praxis spürbare, wirkungsvolle Dämpfung garantiert. Erfreulich: Mittlerweile bieten sehr viele Rahmen nicht nur am Heck, sondern auch an der Front sehr ordentliche Komfortwerte.

Rahmentest bestanden

Die große Mehrheit der Anbieter schickt in der 2.500-Euro-Klasse also solide, im Wortsinn „gute“ Rahmen auf die Piste. Doch auch eine Handvoll „sehr gute“ Sets sind darunter. Allen voran das superleichte, steife Xenon-Set von Stevens, das nur haarscharf an der Bestnote „überragend“ vorbeischrammt.

Die Top-Wertung sichert sich einmal mehr – und als einziger Rahmen im Test – der hervorragend konstruierte Ultimate CF von Canyon.
Die Note, die RoadBIKE für jedes Rahmen-Set vergibt, das den Testparcours im hauseigenen Prüflabor durchläuft, erlaubt klare Aussagen darüber, wie gut ein Rahmen entwickelt wurde.

Und sie lässt Rückschlüsse zu, wie gut es die Ingenieure verstanden haben, das verbaute Material so einzusetzen, dass Steifigkeiten und Komfort in ausgewogenem Verhältnis zueinander stehen. Gerade für Kunden, die eines der getesteten Räder in einer anderen Ausstattungsversion oder als Rahmenkit zum Selbstaufbau kaufen wollen, ist diese Zwischennote eine wertvolle Kaufhilfe.

Stimmt die Rahmen-Basis eines Renners, gilt der nächste prüfende Blick der Ausstattung. Gerade die Laufräder beeinflussen den Charakter eines Renners maßgeblich: Auch ein Top-Rahmen fährt sich mit schweren Laufrädern, als habe jemand ein Gummiband am Sattel befestigt.

Zu weiche Laufräder verschenken ebenfalls Potenzial – da hilft auch der steifste Rahmen nicht. Deshalb schenkt RoadBIKE gerade den Lauf­rädern große Aufmerksamkeit, vermisst jedes einzelne Set, prüft deren Seitensteifigkeit und ihren Rundlauf.



Die Rennräder in diesem Test:

29.07.2011
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe 05/2011