Rennräder im Test

Testbericht: Wilier Cento1 Air (Modelljahr 2013)

Sechs Italo-Rennräder im RoadBIKE-Test
Foto: Benjamin Hahn
Das neue Cento1 Air von Wilier greift im trendigen Aero-Segment an.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • konsequent umgesetzter, sehr schneller Aero-Rahmen
  • kurzes Steuerrohr ermöglicht die Montage eines Aero-Aufsatzes

Was uns nicht gefällt

  • Lenkkopf (Gabelscheiden) beim Testrad zu weich

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Der Name Cento1 steht für den aktuellen Innovationsgrad der über 100 Jahre alten Marke Wilier. Das erste Cento1 bewies, dass auch italienische Räder in der Top-Liga der besten Rahmen mitspielen können.

In die Saison 2014 startet Wilier mit der dritten Generation des Cento1 – der Namenszusatz Air lässt schon vermuten, was bei der Entwicklung im Mittelpunkt stand: Mit seinen kantig-flächigen Rohrquerschnitten soll das Cento1 Air möglichst geringen Luftwiderstand bieten.

Das markante Design zieht die Blicke auf sich, mit den neonfarbenen Akzenten beweisen die Italiener ihr Händchen für einen auffälligen Auftritt. Auch auf der Straße präsentiert sich das neue Wilier giftig: Mit langem Oberrohr und kurzem Steuerrohr zwingt es seinen Fahrer in eine sehr sportliche Position. Das Cento1 Air macht sofort und unmissverständlich klar: Es möchte bitteschön richtig schnell gefahren werden.

Satte Laufruhe aber im Lenkkopf zu weich

Durch die aggressive Fahrerposition und den ausgeprägten Geradeauslauf hält es scheinbar spielend leicht hohes Tempo – bis die Oberschenkel des Fahrers kapitulieren. Damit erfüllt Wilier die wesentliche Anforderung an die noch junge, angesagte Gattung der
Aero-Renner: Es ist richtig schnell!

Die satte Laufruhe kaschiert auch die einzige Schwäche des Testrades: Das aus der frühen Produktion stammende Rahmen-Set ist im Lenkkopf zu weich – dies dürfte in erster Linie an der Gabel mit ihren sehr schmalen Scheiden liegen. Hier sollte Wilier bei den in den Handel kommenden Rahmen-Sets noch nachbessern.

Konsequentes Aero-Konzept mit innovativen Details

Allerdings: Mit seiner ruhigen Lenkung legt man das Cento1 Air ohnehin mehr in Kurven, starkes Einlenken ist unnötig – so spürten die Testfahrer bis 75 Kilo die Lenkkopfschwäche längst nicht so stark, wie die Daten vermuten lassen.

Neben dem konsequent umgesetzten Aero-Konzept finden sich am neuen Cento1 weitere innovative Details – vor allem das Tretlager nach BB386Evo-Standard. Wilier war der erste Hersteller, der diese Kombination aus BB30-Achse und BB86-Gehäusebreite in seine Rahmen integrierte.

 

Foto: RoadBIKE

Technische Daten des Test: Wilier Cento1 Air

Preis: k.A. Euro
Gewicht: * 7.300 g
Rahmengewicht: 1.215 g
Gabelgewicht: 419 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: XS/S/M/L/XL/XXL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Schaltgruppe: Shimano Dura-Ace, 11-25
Kurbelsatz: Shimano Dura-Ace, 50/34
Bremse: Shimano Dura-Ace
Laufräder: Mavic Cosmic SLE
Reifen: Mavic Yksion, 23 mm
Vorbau: Wilier by FSA
Lenker: Wilier by FSA
Sattel: Selle San Marco Concor
Sattelstütze: Ritchey

* Gewicht: Komplettrad ohne Pedale.


Wilier Cento1 Air (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Wilier Cento1 Air (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

06.12.2013
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2013