Rennräder im Test

Testbericht: Storck Fascenario 0.7 G2 (Modelljahr 2013)

RoadBIKE Storck Fascenario 0.7 G2
Foto: Daniel Geiger
Auf diesem brettsteifen Rahmen-Set des Storck Fascenario 0.7 G2 erleben ambitionierte Marathonisti einen Geschwindigkeitsrausch ohnegleichen – kaum ein Rad folgt so unvermittelt, direkt und präzise wie das Fascenario. Für sich betrachtet ein Traumrad – und doch bleibt das Storck im Vergleich der Besten in unserem Rennrad-Test in Sachen Rahmengewicht und Federungskomfort etwas zurück.
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Testurteil sehr gut

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Storcks Fascenario 0.7 G2 ist ein alter Bekannter unter den Top-Rennern – und traditionell Anwärter auf das beste Verhältnis aus Steifig­keiten und Gewicht. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass die hessische Edelschmiede ihr Aushängeschild für die Saison 2013 kräftig überarbeitet hat. Der Namenszusatz G2 weist darauf hin, dass es sich um die 2. Generation des Fascenario handelt. Die wichtigsten Änderungen sind ein neuer Tretlagerbereich, der jetzt Pressfit-Lager (BB86) aufnimmt, sowie die komplett innen verlegten Züge. Elektronische Schaltungen lassen sich hier ebenso verbauen wie mechanische.

Trotz der etwas schwereren Zuginnenverlegung hat das G2-Modell etwas abgespeckt und wiegt jetzt unter 900 g, das Set samt der nur 286 g schweren Gabel mit Steuersatz bringt 1242 g auf die Waage im RoadBIKE-Messlabor. Das sind, absolut betrachtet, hervorragende Werte – allerdings sind fast alle Konkurrenten in diesem Top-Vergleich inzwischen teils deutlich leichter. Dafür kann dem Storck Fascenario 0.7 G2 bei den traditionell herausragenden Rahmensteifigkeiten kein Mitbewerber etwas vormachen: Sowohl im Lenkkopf als auch im Tretlager ist keines der Sets im Testfeld besser, auch im Vergleich mit den anderen Top-Kits am Markt bleibt Storck hier nahezu unerreicht! Diese Spitzenwerte begünstigen den Temporausch, den das Storck Fascenario 0.7 G2 bei seinem Fahrer verursacht.

In Verbindung mit der hohen Laufruhe und einem zentral über dem Tretlager sitzenden Fahrer wirkt das Storck Fascenario 0.7 G2 unvergleichlich leichtfüßig und willig. Durch die sportlich gestreckte, an der Front aber nicht zu tiefe Fahrerposition ist es geradezu prädestiniert für stundenlange Tempoeinheiten oder harte Bergeinsätze. Die brettsteifen Lightweight-Laufräder sind die adäquaten Partner für diese Speed-Maschine – so rollt das Storck Fascenario 0.7 G2 in unserem Rennrad-Test so leicht und locker, wie sich das jeder Marathonfahrer nur erträumen kann.

Genau hier kommt aber auch die einzige spürbare Schwäche des Fascenario 0.7 G2 zum Tragen: Der Federungskomfort sollte gerade für seine Domäne, die Langstrecke, unbedingt besser sein. Besonders am Heck verfehlt das Fascenario-Set zeitgemäße Werte deutlich – die 22er-Schlauchreifen am Testrad können dieses Manko nicht abmildern. So lautet der einzige, dafür aber wichtige Tuning-Tipp für dieses traumhaft bestückte Rad: Unbedingt breitere Reifen und eine nachgiebigere Sattelstütze montieren. Damit wird das Storck Fascenario 0.7 G2 seiner Bestimmung gerecht: Tempo machen mit allen Mitteln, die sein Fahrer aufbieten kann.

Technische Daten des Test: Storck Fascenario 0.7 G2

Preis: 12.558 Euro
Gewicht: 5750 g
Rahmengewicht: 889 g
Gabelgewicht: 286 g
Rahmenhöhen: 47/51/55/57/59/63 cm
Getestete Rahmenhöhe: 57 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 89 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 121 N/mm
Komfort vorne: 384 N/mm
Komfort hinten: 477 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 87 Nm/Grad
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 81 Nm/Grad
Schaltgruppe: Campagnolo S. Record, 11-25
Kurbelsatz: Storck Powerarms, 53/39
Bremse: Campagnolo Super Record
Laufräder: Lightweight Meilenstein Oberm.
Reifen: Schwalbe Ultremo HT, 22
Gabel: Storck Stiletto 260
Gabelmaterial: Carbon
Steuersatz: Acros Ai24
Vorbau: Storck ST
Lenker: RB220 Carbon
Sattel: Prologo Nago Storck
Sattelstütze: Storck Super Comfort, Carbon

* Bewertung erfolgt jeweils innerhalb eines Testfeldes - Werte in der Mitte entsprechen dem Testdurchschnitt.


Fazit:

Auf diesem brettsteifen Rahmen-Set erleben ambitionierte Marathonisti einen Geschwindigkeitsrausch ohnegleichen – kaum ein Rad folgt so unvermittelt, direkt und präzise wie das Storck Fascenario 0.7 G2. Für sich betrachtet ein Traumrad – und doch bleibt das Storck Fascenario 0.7 G2 in unserem Rennrad-Test in Sachen Rahmengewicht und Federungskomfort etwas zurück.

Storck Fascenario 0.7 G2 (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Storck Fascenario 0.7 G2 (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

29.04.2013
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2013