Rennräder im Test

Testbericht: Specialized Roubaix SL4 (Modelljahr 2013)

Specialized Roubaix SL4
Sehr angenehm und dennoch schnell – das Roubaix überzeugt auf der Straße mit seinem einzigartigen Charakter und der Summe stimmiger Komfort-Parts. Gewicht und Dämpfungswerte des Rahmens (in der günstigeren Expert-Version) sind aber nicht mehr das Maß der Dinge. Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • herausragend angenehm und sicher zu fahrendes Rad
  • durch die Summe der Komfortteile gute Dämpfung

Was uns nicht gefällt

  • Rahmenset recht schwer, bietet nur mäßige Dämpfung
  • gemessen an der Ausstattung extrem hoher Preis

Bereits 2004 leitete Specialized mit dem Roubaix eine Entwicklung ein, der sich heute kein Hersteller mehr entziehen kann: Rennräder mit effektiver Stoßdämpfung, die den Fahrer in entspannter Sitzposition unterbringen – ideale Partner für Marathons oder eine etwas gemäßigtere Gangart.

Zur Saison 2013 zeigen fast alle namhaften Hersteller in dieser Kategorie teils sehr innovative Produkte (siehe rechts oder Vergleichstest Trek Domane und BMC Granfondo, RB 07/12). Die Vormachtstellung des Roubaix ist ins Wanken geraten, klar, dass Specialized da kontern muss.

Die Neuerungen beim Roubaix der fünften Generation verbergen sich größtenteils unter dem Lack: weniger Gewicht, mehr Dämpfung – versprechen die Entwickler.

Zum Test erhielt RoadBIKE ein "normales" Roubaix SL4 – in der teuren S-Works-Version dürften Gewicht und Dämpfung erfahrungsgemäß besser sein. Das Testrad überzeugte (wie beim Roubaix üblich) mit der Summe effektiver Maßnahmen zur Dämpfung von Stößen und Vibrationen: 25er-Reifen, angenehm zu greifender Lenker mit Geldämpfung unter dickem Band und ein zum Sitzknochenabstand passender Sattel.

Expert-Version mit Komfort-Mängeln

Das Rahmenset selbst – zumindest in der getesteten Expert-Version – bietet am Heck allerdings nur durchschnittliche Dämpfung, an der Gabel verfehlt das Roubaix sogar den von RoadBIKE definierten Mindestwert!

Auch auf der Waage enttäuscht das Roubaix etwas: Das Rahmen-Gabel-Kit wiegt 1.630-Gramm, was vor allem der 464-Gramm schweren Gabel geschuldet ist. Die Mitbewerber BMC Granfondo (1.547-Gramm) und Trek Domane (1.723-Garmm) bewegen sich allerdings – sogar in der Top-Version – in einer ähnlichen Gewichtsklasse.

In der Summe tolles Fahrgefühl auf der Straße

Auf der Straße bietet das Roubaix trotz dieser technischen Kritikpunkte ein unvergleichliches Fahrgefühl. Das liegt an der erwähnten Summe der Dämpfungsmaßnahmen, vor allem aber am unvergleichlichen Charakter des Dauerläufers: Durch das lange Steuerrohr gerät die Sitzposition sehr angenehm, dank langem Radstand läuft das Roubaix traumwandlerisch sicher.

Trotzdem überrascht und beflügelt es auf langen Touren mit einem Vorwärtsdrang, den man von einem so angenehmen, komfortablen Rennrad nicht erwarten würde.

Technische Daten des Test: Specialized Roubaix SL4 (Modelljahr 2013)

Preis: 4.999 Euro
Gewicht: 8.010 g
Rahmengewicht: 1.076 g
Gabelgewicht: 464 g
Rahmenhöhen: 49/52/54/56/58/61/64 cm
Getestete Rahmenhöhe: 56 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Schaltgruppe: Shimano Ultegra Di2, 12-28
Kurbelsatz: Shimano Ultegra, 50/34
Bremse: Shimano Ultegra
Laufräder: DT Swiss Axxis 4.0
Reifen: Specialized Roubaix, 23/25
Gabel: Specialized
Gabelmaterial: Carbon
Steuersatz: Specialized, integriert
Vorbau: Specialized Comp, Alu
Lenker: Specialized Comp, Alu
Sattel: Specialized Toupet Roubaix
Sattelstütze: Specialized Comp, Carbon

Fazit:

Sehr angenehm und dennoch schnell – das Roubaix überzeugt auf der Straße mit seinem einzigartigen Charakter und der Summe stimmiger Komfort-Parts. Gewicht und Dämpfungswerte des Rahmens (in der günstigeren Expert-Version) sind aber nicht mehr das Maß der Dinge.

Specialized Roubaix SL4 (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Specialized Roubaix SL4 (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

12.10.2012
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2012