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Rennräder im Test
Testbericht: Nevi Stelvio
Ein bildschönes Rad mit Liebe zum Detail für sportliche Puristen. Das relativ schwere Rahmen sollte aber etwas steifer sein.
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So hat sich die kleine Schmiede aus Norditalien in den letzten 15 Jahren konstant einen guten Ruf erarbeitet. Zu Recht, wie ein Blick auf das Test-rad zeigt: Selbst in einem solch erlesenem Testfeld war das Nevi eine echte Augenweide. Das querovale Oberrohr, das sechskantige Unterrohr, konifizierte S-Bend-Sitzstreben und schöne Schweißnähte zeugen von viel Liebe zum Detail.
Was man nicht sieht: Nevi-Rahmen werden sehr aufwendig in einer Argon-Gaskammer geschweißt, auf Wunsch selbstverständlich auf Maß. Die durch Fotoätzung (italienisch: fotoinchisia) auf die Rohre aufgebrachten, sehr dezenten Schriftzüge sowie eine Sattel-stütze und ein Vorbau aus Titan im ebenfalls durch Fotoätzung erzielten matt-grauen Finish heben das Nevi klar von den anderen Titanrennern ab.
Auch auf der Straße zeigt der schöne Italiener seinen ganz eigenen Charakter. Direkt, ehrlich und geradeheraus mag es das Stelvio sportlich und schnell. Die leicht gedrungene Sitzposition schafft ein direktes Gefühl für das Rad. Mit agiler, aber noch nicht nervöser Lenkung liebt das Stelvio – passend zum Namen – schnelle Kurvenfahrten.
Das schöne daran: Nie läuft es aus der Spur oder wirkt gar zickig, in jeder Fahrsituation weiß der Pilot, wie sich sein edles Gefährt verhalten wird. Damit macht sich das Nevi vor allem bei anspruchsvollen Tourenfahrern beliebt, besonders für Ausritte in die Berge.
Betrachter, die sich von dem betörenden Anblick nicht blenden lassen, finden beim Blick auf die Messwerte allerdings Grund zur Kritik: Obwohl er nicht zu den leichtesten gehört, liegt der Stelvio-Rahmen bei den Steifigkeiten in diesem Testfeld hinten und erreicht nicht optimale Werte.
Leichte Fahrer stört das nicht, für schwerere bedeuten die Messwerte kein Risiko – aber die Konkurrenz im Testfeld zeigt, dass mehr aus dem Material rauszuholen ist. Allerdings: In puncto Komfort reizt das Nevi alles, was das Material verspricht, aus und dämpft auf rauem Asphalt spürbar die Vibrationen.
Fast nichts zu mäkeln gibt es an dem wunderschönen Rad bei der Ausstattung, die der deutsche Importeur Teuscher Bicycles für das RoadBIKE-Testrad gewählt hat. Nur am Cockpit störte sich die Rennfahrer-Fraktion unter den Testern: Der Oberlenker ist zwar seitlich sehr angenehm zu greifen, wandern die Hände jedoch in die Unterlenkerposition, stoßen die Unterarme unsanft am kantigen und zu geraden Oberlenker an. Großen Respekt ernteten die atemberaubend schöne Sattelstütze und der Vorbau aus mattiertem Titan.
Fazit: Ein bildschönes Rad mit Liebe zum Detail für sportliche Puristen. Das relativ schwere Rahmen sollte aber etwas steifer sein.
Nevi Stelvio im Vergleichstest Diese Produkte wurden im Vergleich zu Nevi Stelvio getestet:In diesem Artikel




