Rennräder im Test

Testbericht: Merida Scultura Team Disc (Modelljahr 2017)


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RoadBIKE Merida Scultura Team Disc
Foto: Björn Hänssler

 

RoadBIKE Argon 18 Nitrogen
Foto: Björn Hänssler

 

RoadBIKE Argon 18 Nitrogen Abstand Reifen und Sitzrohr
Foto: Björn Hänssler

 

RoadBIKE Argon 18 Nitrogen Aero-Lenker
Foto: Björn Hänssler

 

RoadBIKE Argon 18 Nitrogen Steuerlager
Foto: Björn Hänssler
Das Merida Scultura Team Disc ist einer der besten Profi-Renner mit Disc, die es derzeit gibt: Das Set ist leicht und sehr komfortabel, auf der Straße vereint es einen sportlich-fordernden Charakter mit einer spürbaren Portion Restkomfort.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • starker Etappen-Rennsportler
  • sehr gut konstruiertes Rahmen-Set

Was uns nicht gefällt

  • für den Preis etwas zu schwer

RoadBIKE Logo Testurteil

Testurteil sehr gut

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Testurteil: Sehr gut (80 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Auch wenn das Testrad noch im letztjährigen Teamdesign daherkommt: Auf der Straße ist das neue Merida Scultura Team Disc alles, nur nicht von gestern! Der Spitzensportler vereint einen willigen Charakter mit Tempohärte und packt genauso viel Restkomfort drauf, wie Sportler ihn bei langen Einsätzen brauchen und schätzen.

Technisch ist Merida mit dem Rahmen-Set voll auf dem Stand der Zeit: Es kommen 12-mm-Steckachsen zum Einsatz, die sich mit dem von Focus entwickelten RAT-System mit nur einer viertel Umdrehung sehr schnell schließen lassen. Perfekt für den schnellen Laufradwechsel im hektischen Rennbetrieb. Beim Tretlager vertraut Merida auf den vielseitigen BB368-Standard, damit ist das Merida Scultura Team Disc für fast jeden gängigen Kurbelsatz gerüstet.

Auch die Messwerte von den RoadBIKE-Prüfständen belegen: Das Merida Scultura Team Disc ist vorn mit dabei. Mit 1348 Gramm zählt das Rahmen-Gabel-Set zu den leichtesten Disc-Modellen in der Race-Kategorie.

Die für jedes Fahrergewicht taugliche Fahrstabilität ist beim Top-Modell eines der größten Rahmen-Hersteller der Welt selbstverständlich, etwas Besonderes ist der hohe Federungskomfort des Merida Scultura Team Disc. Den bietet so ausgewogen an Gabel und Heck bisher sonst kaum ein Disc-Renner.

Schnell und angenehm

Damit katapultiert sich das Merida Scultura Team Disc in die Liga der ganz Großen: Es ist schnell und komfortabel!

Denn trotz motivierendem Vorwärtsdrang und der äußerst präzise ansprechenden Lenkung präsentiert sich das Merida Scultura Team Disc stets angenehm und verbindlich. Man sitzt gestreckt, aber ohne übertriebene Sattelüberhöhung, Vibrationen filtern das Rahmen-Set und die 28 mm breiten Reifen ordentlich weg. So breite Reifen findet man im Race-Segment fast nie, am Testrad funktionierten sie aber bestens, wirken keineswegs träge oder überdimensioniert.

Durch die ausgeprägte Laufruhe – sie resultiert aus den recht langen Kettenstreben des Merida Scultura Team Disc – sind schnelle Abfahrten eine Freude, und Tempoeinsätze über schlechten Asphalt werden nicht zur Folter. Zu Kritik an den Fahrleistungen gab es für die Tester jedenfalls keinerlei Anlass.

Beim Blick auf die Ausstattung sieht es etwas anders aus: Die gruppenlosen Brems-/Schalthebel unter Dura-Ace-Niveau (montiert sind Di2-Schaltwerk und -Umwerfer in der Dura-Ace-Version 9000, deren Nachfolgerin zeitnah in den Handel kommen dürfte) passen nicht ganz zum stolzen Preis des Topmodells. Vielleicht hätte Merida hier eher warten sollen, bis die komplette Di2 Disc der neuen Dura-Ace R9100 verfügbar ist.

Auch beim Blick auf das Gewicht des Komplettrades trübt sich der starke Eindruck von den Testfahrten etwas: 7,7 Kilo – das ist fast ein ganzes Kilogramm über dem UCI-Gewichtslimit – sind für einen so teuren Profi-Renner einfach zu viel.

Technische Daten des Test: Merida Scultura Team Disc

Preis: 7199 Euro
Gewicht: 7,7 kg
Rahmengewicht: 911 g
Gabelgewicht: 359 g
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 2810 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 44/47/50/52/54/56/59
Getestete Rahmenhöhe: 54
Rahmenmaterial: Carbon
Lenkkopfsteifigkeit: 74 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 102 N/mm
Komfort vorne: 322 N/mm
Komfort hinten: 252 N/mm
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 90 N/mm
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 88 N/mm
Schaltgruppe: Shimano Dura-Ace Di2, 11–28
Kurbelsatz: Rotor 3D30, 52/36
Bremse: Shimano BR-RS805
Laufräder: Fulcrum Racing Quattro disc
Reifen: Continental GP 4000SII, 28
Vorbau: FSA OS99
Lenker: K-Force
Sattel: Prologo Scratch
Sattelstütze: FSA K-Force

Profil:

Geometrie:


Fazit:

Das Merida Scultura Team Disc ist einer der besten Profi-Renner mit Disc, die es derzeit gibt: Das Set ist leicht und sehr komfortabel, auf der Straße vereint es einen sportlich-fordernden Charakter mit einer spürbaren Portion Restkomfort. Das beflügelt und macht Spaß! Die Ausstattung ist aber – gemessen am hohen Preis – eher Durchschnitt.

Merida Scultura Team Disc (Modelljahr 2017) im Vergleichstest


Merida Scultura Team Disc (Modelljahr 2017) im Vergleich mit anderen Produkten

16.05.2017
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2017