Rennräder im Test

Testbericht: Colnago C59 Disc (Modelljahr 2013)

Sechs Italo-Rennräder im RoadBIKE-Test
Foto: Benjamin Hahn
Das Colnago C59 Disc überzeugt mit Scheibenbremse und starkem Charakter.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • herausragend ausgewogene Fahreigenschaften
  • innovative hydraulische Bremsanlage mit elektronischer Schaltung

Was uns nicht gefällt

  • Lenkkopf sollte steifer sein

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Erfahrung im Rahmenbau ist erfahrbar – zumindest wenn ein Rad mit so perfekter Geometrie aufwartet wie das Colnago C59. Die schwarze Schönheit begeistert aus dem Stand mit harmonischen Fahreigenschaften.

Der Fahrer sitzt sportlich, aber angenehm genug auch für Marathon-Etappen. Dank steilem Sitzwinkel und zentraler Fahrerposition über dem Tretlager beschleunigt das C59 sehr willig. Die Kombination aus kurzem Radstand und langem
Gabelnachlauf sorgt für hohe Laufruhe, trotzdem lässt sich das Colnago spielend durch jeden Kurvenradius zirkeln, stets folgt es geschmeidig und präzise.

Nur bei harten Richtungswechseln ist der etwas zu weiche Lenkkopf spürbar – die Testfahrer unter 80 Kilo hatten aber niemals ein Problem mit dieser konstruktiven Schwäche des in Italien gefertigten Rahmens. Nicht zuletzt deshalb überzeugt das C59 mit seinem willigen, angenehmen Charakter, wie es nur ganz wenige Rennräder schaffen!

Campagnolo-EPS-Schaltung und Bremsen von Formula

Technisch trumpft das C59 mit der ersten elektronischen Cam­pag­nolo-Schaltung mit hydraulischen Scheibenbremsen auf – Colnago bringt Campa mit dem italienischen Bremsenhersteller Formula zusammen, von dem auch die Brems-/Schalthebel stammen. Die Bremsanlage funktioniert tadellos, nur die Taster zum Auslösen der Gangwechsel reagieren mit einem härteren Klicken als beim Original von Campagnolo.

Angesichts dieser zukunftsweisenden Ausstattung will man kaum glauben, dass Firmengründer und Chef Ernesto Colnago noch vor wenigen Jahren gegen großvolumigere Gabelschaftrohre gewettert haben soll, er baue "Rennräder, keine Traktoren".

C-Modelle Made in Italy

Wie man Rennräder baut, weiß Colnago offensichtlich genau – seit 1954 unter eigenem Namen, zuvor als Mechaniker und Betreuer des legendären Molteni-Rennstalls.

Die C-Modelle, bei denen die Zahl übrigens das Alter der Firma nennt, werden in Italien gefertigt – natürlich ganz traditionell mit in Zentimeterschritten wachsenden Rahmengrößen. Das C59 ist ein Traum – auch, aber nicht nur für Traditionalisten!

 

Foto: RoadBIKE

Technische Daten des Test: Colnago C59 Disc

Preis: 10.750 Euro
Gewicht: * 7.400 g
Rahmengewicht: 1.289 g
Gabelgewicht: 489 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: 55/56/57/58/59/60/61/62/63/64/65 cm
Getestete Rahmenhöhe: 57 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Schaltgruppe: Campagnolo Super Record EPS
Kurbelsatz: Campagnolo Super Record 50/34
Bremse: Formula C59 Disc
Laufräder: Colnago/Formula Artemis
Reifen: Vittoria Corsa Evo CX, 23 mm
Vorbau: Colnago Nemesis
Lenker: Colnago HB02
Sattel: Selle Italia SLR
Sattelstütze: Colnago

* Gewicht: Komplettrad ohne Pedale.


Colnago C59 Disc (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Colnago C59 Disc (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

06.12.2013
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2013