Rennräder im Test

Testbericht: Cipollini Logos (Modelljahr 2013)

Sechs Italo-Rennräder im RoadBIKE-Test
Foto: Benjamin Hahn
Mario Cipollini folgt seiner Tradition, das Logos entspricht seinem Charakter.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • ausgesprochen sportlicher, leichtfüßiger Charakter
  • mit Restkomfort für lange Etappen

Was uns nicht gefällt

  • Lenkkopf dürfte steifer sein

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Mario Cipollini geht den Weg, den zahlreiche Ikonen des Radsports schon seit Jahrzehnten gehen: Nach seiner schillernden Karriere hat "Re Leone" seine eigene Radmarke gegründet. Die Räder sind fast so extravagant wie "Cipo" selbst.

Schon rein optisch bewegen sich die Cipollini-Renner fern ab von gängiger Massenware und zeigen: Die Sprint-Ikone möchte nicht einfach nur ihren Namen für schnellen Kommerz hergeben, hier geht es um einen ganz eigenen Stil.

Dazu gehört, dass Cipollini-Rahmen allesamt in Italien gefertigt werden, was die hohen Preise (teilweise) erklärt. Mit dem Logos will Cipollini ein etwas bezahlbareres Modell auf die Straße schicken. Abstriche im Design oder technischen Details muss der Kunde dennoch nicht hinnehmen: Das Logos fällt nicht weniger auf als sein Namensgeber, mit BB30-Tretlager und komplett innen verlegten Zügen (oder Kabeln) steht der Rahmen zeitgemäß aufgeräumt da.

Ein Rad für Sprinter

Samt voluminöser integrierter Sattelstütze wiegt der mattschwarze Rahmen 1.180 Gramm – ohne Sitzdom wäre er also um 1.000 Gramm schwer. Was die üppigen Rohrquerschnitte nicht vermuten lassen: Das Logos-Set bietet sogar ordentlichen Federungskomfort.

Im Vordergrund steht allerdings ganz klar die ungezügelte Sprinter-Natur – vermutlich einfach Pflicht für ein Rennrad, auf dessen Unterrohr dieser Name steht. Entsprechend sportlich nimmt der Fahrer hier Platz, das Logos beschleunigt atemberaubend, es folgt knackig-direkt, der Vollblutsportler wirkt stets unglaublich leichtfüßig.

Weicher Lenkkopf als einziges Manko

Lediglich bei harten Richtungswechseln macht sich der etwas zu weiche Lenkkopf bemerkbar, der kein Problem bedeutet, aber gerade für ein so giftiges Renngerät wünscht man sich ein noch präziseres Handling.

Doch wer diesem Rad verfallen ist, kann solche technischen Details locker verzeihen: Cipollini bedient nicht nur seine Fans mit Rennrädern, die voll seinem Charakter entsprechen, er führt auch eine gute Tradition fort: Ein großer Rennfahrer baut seine eigenen Räder.

 

Foto: RoadBIKE

Technische Daten des Test: Cipollini Logos

Preis: 9.450 Euro
Gewicht: * 6300 g
Rahmengewicht: 1.180 g
Gabelgewicht: 426 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Rahmenhöhen: XS/S/M/L/XL
Getestete Rahmenhöhe: L
Rahmenmaterial: Carbon
Schaltgruppe: Campagnolo Super Record, 11-25
Kurbelsatz: Campagnolo Super Record, 50/34
Bremse: Campagnolo Super Record
Laufräder: Lightweight Meilenstein
Reifen: Continental Attack/Force, 22/24
Vorbau: 3T ARX Ltd
Lenker: 3T Ergosum
Sattel: Selle Italia SLR
Sattelstütze: integriert

* Gewicht: Komplettrad ohne Pedale.


Cipollini Logos (Modelljahr 2013) im Vergleichstest


Cipollini Logos (Modelljahr 2013) im Vergleich mit anderen Produkten

06.12.2013
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2013