Rennräder im Test

Testbericht: Cervélo R3 SL

Rennräder Test Cervélo R3 SL Cervelo
Foto: Björn Hänssler
Sehr leichter und schöner Renner - schlicht beeindruckend.
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • Sehr leicht
  • Hervorragende Steifigkeitswerte
  • Taugt für lange Ausritte ebenso wie für stramme Bergsprints

Was uns nicht gefällt

  • Mängel bei den Laufrädern des Test-Rads
  • Nichts für schmale Geldbeutel

Die Profis vom CSC-Team um Jens Voigt vertrauen den Rahmen aus Kanada und schwämen von ihrem Material. Auch im RoadBIKE-Test machte die neue SL-Version des R3 eine beeindruckend gute Figur. Der Rahmen wiegt nur 828 Gramm – und dass obwohl schon der „gewöhnliche“ R3 2007 der leichteste Rahmen bei der Tour de France war. Doch die Kanadier haben nicht nur dessen Gewicht weitergetunt. Auch die Messwerte des R3 SL sind tadellos und beweisen, dass Leichtbau und hohe Steifigkeiten durchaus miteinander vereinbar sind. Schwerere Fahrer über 75 Kilo freuen sich über einen ausreichend steifen Tretlagerbereich. Der für die Fahrsicherheit hauptverantwortliche Lenkkopf liegt bei einem hervorragenden Messwert von 101 Nm/°.

Die Top-Laborwerte bestätigen sich in der Praxis. Der gesamte Frontbereich aus Gabel, Lenkkopf und Alu-Cockpit sorgt in jeder Situation für eine direkte, aber gut beherrschbare Lenkung. Einmal in Bewegung gesetzt, ist das R3 SL allzeit bereit für den nächsten Sprint. Dank der ausgewogenen Geometrie sitzt es sich entsprechend, und die filigranen Sitzstreben verhelfen zu spürbarem Komfort – das bestätigt auch die RoadBIKE-Komfortmessung mit einem Wert von 267 N/mm. Das federleichte R3 SL ist also nicht nur sportlichen Bergfahrern vorbehalten, sondern macht lange Ausritte sehr angenehm. Nur die Zipp-Laufräder CSC-Team Issue trüben den Fahreindruck etwas: Das Vorderrad des recht weichen Paares hatte vor der ersten Testfahrt bereits einen Seitenschlag von 0,74 mm. Dafür sind immerhin 1050 Euro Mehrpreis fällig im Vergleich zu den ebenfalls erhältlichen Fulcurm-7-Laufrädern. In dieser „Basisversion“ ist das R3 SL für 4999 Euro mit der Ultegra-Gruppe erhältlich. Alleine das Rahmenset kostet schon 3300 Euro. In der getesteten Version mit den Zipp-Laufrädern kostet das R3 SL 6049 Euro und wiegt 7,1 Kilo. Wer den beeindruckenden und schönen Renner leichter machen möchte, muss entsprechend noch tiefer in die Tasche greifen.

Technische Daten des Federleicht

Preis: 6049 Euro
Gewicht: 7100 g
Rahmengewicht: 828 g
Gabelgewicht: 365 g
Getestete Rahmenhöhe: 56 cm
Rahmenmaterial: Carbon
Sitzwinkel: 74 °
Lenkwinkel: 73 °
Sitzrohr: 559 mm
Oberrohr: 559 mm
Steuerrohr: 159 mm
Lenkkopfsteifigkeit: 101 Nm/Grad
Tretlagersteifigkeit: 86 N/mm
Komfort: 267 N/mm
Laufräder: vorne 69 hinten 60 N/mm
Schaltgruppe: Shimano UltegraSL, 12-25
Kurbelsatz: Shimano Ultegra 39/53
Bremse: Shimano Ultegra
Laufräder: Zipp CSC-Team Issue
Reifen: Reifen Hutchins Fusion 2 Kevlar
Gabel: Wolf Superlite SL
Gabelmaterial: Vollcarbon
Steuersatz:
Vorbau: FSA OS-150
Lenker: FSA Omega
Sattel: Prologo Choice
Sattelstütze: Syntace P6

Fazit:

Federleicht und steif. Mit dem R3 SL ist Cervélo ein rekordverdächtiger Rahmen gelungen – der Preis ist allerdings auch sehr sportlich.

Cervélo R3 SL im Vergleichstest

Test: Cervelo, Look, Storck, Trek Foto: Björn Hänssler

Test: Cervelo, Look, Storck, Trek

Tolles Design, brutaler Vortrieb, taumhaftes Gewicht - vier Top-Rennräder im Test, denen man nur schwer widerstehen kann.


Cervélo R3 SL im Vergleich mit anderen Produkten

03.06.2008
Autor: Mario Steinheil
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