Rennräder im Test

Testbericht: Cannondale Synapse Hi-Mod (Modelljahr 2016)

RoadBIKE Cannondale Synapse Hi-Mod
Foto: Benjamin Hahn
Das aktuelle Cannondale Synapse Hi-Mod überzeugt jeden Vielfahrer als komfortabler, stets williger Alleskönner. Im Vergleich zum 2006er-Modell stellt es einen Quantensprung dar – in jeder Hinsicht!
Zu den getesteten Produkten

Was uns gefällt

  • vielseitiger Alleskönner
  • komfortabel, trotzdem willig
  • starke Ausstattung zum vergleichsweise fairen Preis

Was uns nicht gefällt

  • 140-mm-Bremsscheiben nicht für schwere Fahrer geeignet

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Testurteil sehr gut

Testurteil: Sehr gut (88 Punkte)

Das Ergebnis unseres Rennrad-Tests: Das war schon verwegen: Das Synapse, Cannondales erster Carbon-Rahmen überhaupt, setzte voll auf Komfort! Im Jahr 2006 war er ein Vorreiter für den Trend, der heute explodiert: Touren-Rennräder mit Federungskomfort und satter Laufruhe.

Dabei hatte das Cannondale Synapse, das 2005 präsentiert worden war, schon erstaunlich viele Details an Bord, die auch das aktuelle Modell auszeichnen: Durch viel Stack (also eine hohe Front) sitzt man ohne extreme Sattelüberhöhung, aber mit genügend Streckung auch für längere, durchaus sportliche Einsätze. Der eher lange Radstand bringt Laufruhe – angenehm auf der Langstrecke – und vermittelt Sicherheit bei heißen Tempojagden.

Damals wie heute verwendet Cannondale im Tretlager den BB30-Standard, die Kurbel kam schon damals mit der Kompaktübersetzung 36/50. Nicht zu träumen war 2006 von einer elektronischen Schaltung, einer Kassette mit 32er-Ritzel, Carbon-Felgen mit 28 mm breiten Tubeless-Reifen oder einer hydraulischen Scheibenbremse – das Cannondale Synapse Hi-Mod bringt alles mit, was technisch derzeit möglich ist.

Das Mehr an Technik schlägt allerdings auch aufs Gewicht: Das Testrad ist schwerer als das Top-Modell von 2006, das damals zum gleichen Preis zu haben war wie das aktuelle Ultegra-Di2-Modell: für 4999 Euro. Verglichen mit aktuellen Mitbewerbern ist das Cannondale Synapse Hi-Mod im Test ein faires Angebot.

Bei den Daten aus dem RoadBIKE-Labor stellt das aktuelle Cannondale Synapse Hi-Mod das Ur-Synapse von 2006 deutlich in den Schatten: Das Rahmengewicht (1290 g) wäre heute selbst an einen Einsteiger-Carbon-Renner gerade noch in Ordnung – das aktuelle Rahmen-Set liegt mit etwas über 1500 Gramm auf gutem Niveau für einen Disc-Rahmen. Auch bei den Steifigkeiten und beim Federungskomfort spielt das Cannondale Synapse Hi-Mod in einer ganz anderen Liga als Cannondales erster Carbon-Rahmen.

Auf der Straße ist vor allem der nach Messwerten mehr als doppelt so hohe Federungskomfort spürbar: Selbst härteren Stößen nimmt das Cannondale Synapse Hi-Mod wirksam die Spitzen. Vibrationen von rauem Untergrund filtern die 28 mm breiten Reifen locker weg.

Zusammen mit der Disc und der elektronischen Schaltung fährt das Cannondale Synapse Hi-Mod im Vergleich zum 2006er-Rad wie ein Tesla neben einem VW Käfer: Schalten ohne Hebelwege, geschmeidig ansprechende Bremsen ohne große Handkraft, dazu die schnellen Carbon-Laufräder – ein radsportlicher Hochgenuss.

Dabei hat sich am Grundcharakter des Cannondale Synapse wenig geändert: Laufruhe und absolut zuverlässiges Handling stehen immer im Mittelpunkt. Das Cannondale Synapse Hi-Mod beschleunigt ordentlich, noch lieber hält es allerdings hohes Tempo. Bergab ist es das reine Vergnügen – und insgesamt ein ganz starker Touren-Allrounder.

Technische Daten des Test: Cannondale Synapse Hi-Mod

Preis: 4999 Euro
Gewicht: 7,8 kg
Rahmengewicht: 1089 g
Komfort vorne: 252 N/mm
Komfort hinten: 211 N/mm
Gabelgewicht: 409 g
Vertriebsweg: Fachhandel
Verfügbare Rahmenhöhen: 48/51/54/56/58/61
Getestete Rahmenhöhe: 56
Rahmenmaterial: Carbon
Schaltgruppe: Shimano Ultegra Di2, 11–32
Kurbelsatz: Cannondale Si SL, 50/34
Bremse: Shimano ST-R785, 140 mm
Laufräder: Cannondale Hollowgram
Laufradgewicht mit Reifen, Disc, Kassette: (ohne Schnellspanner /Steckachse) 1575 g
Laufradsteifigkeit Vorderrad: 78 N/mm
Laufradsteifigkeit Hinterrrad: 81 N/mm
Reifen: Schwalbe One, 28 mm
Vorbau: Cannondale C1
Sattel: Fabric
Sattelstütze: Cannondale

Profil:

Geometrie:


Fazit:

Das aktuelle Cannondale Synapse Hi-Mod überzeugt jeden Vielfahrer als komfortabler, stets williger Alleskönner. Im Vergleich zum 2006er-Modell stellt es einen Quantensprung dar – in jeder Hinsicht!

Cannondale Synapse Hi-Mod (Modelljahr 2016) im Vergleichstest


Cannondale Synapse Hi-Mod (Modelljahr 2016) im Vergleich mit anderen Produkten

26.01.2017
Autor: Felix Böhlken
© RoadBIKE
Ausgabe /2016