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Rennräder im Test
Testbericht: Bianchi Infinito Chorus 11S
Bis auf den zu weichen Lenkkopf erreicht ÂBianchi alle seine Ziele und liefert mit dem Infinito einen komfortablen Tourenrenner.
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Italienische Rennräder haben für Liebhaber eben etwas Spezielles an sich und versprühen ein gewisses Flair – optisch und durch ihr meist extrem quirliges Fahrverhalten.
Was jedoch vorab an Informationen aus Treviglio kam, klang ganz und gar nicht typisch italienisch: Ein verlängertes Steuerrohr, für eine entspannte Sitzposition ohne Spacerturm unter dem Vorbau, viel Komfort dank dämpfender Kettenstreben, ein verlängerter Radstand für ruhigen Geradeauslauf, und das Ganze bei hohen Steifigkeiten. Umso gespannter war die Testmannschaft auf das neue Bianchi Infinito. Die Frage vor den Labor- und Praxistests war also: Kann das Infinito – abgesehen von der tadellosen Optik und natürlich der Farbe Celeste, die nicht anders zu erwarten war – dieses Versprechen halten? Die Antwort lautet: Ja und Nein.
Ja, weil das Rahmen-Gabel-Kit auf dem Prüfstand, und auch das Komplettrad in den Protokollen der Testfahrten, einen sehr hohen Komfort bescheinigt bekommen hat und die Sitzposition angenehm, aber nicht zu aufrecht ausfällt. So wünschen sich Langstrecken- und Tourenfahrer ihren Renner, und genau für diesen Einsatz wurde das Infinito auch konstruiert.
Ein zweites „Ja“ gibt es, weil das Tretlager mit knapp 84 N/mm zwar nicht extrem, aber ordentlich steif ist, was sich auch bei harten Antritten im Sprint und im Wiegetritt am Berg positiv bemerkbar macht. Eine Qualität, die letztlich jedem Fahrertyp zugute kommt, weil ein Tretlager, das sich möglichst wenig verwindet, unnötigen Kraftverlust beim Rennradfahren vermeidet.
Aber leider gibt es am Ende auch das „Nein“, weil der Lenkkopf des Infinito mit 62 Nm/° nicht steif genug ist, um in den grünen Bereich zu kommen, der für alle Gewichtsklassen uneingeschränkt empfehlenswert ist. Im Gegensatz zur Gabel, die diese Aufgabe problemlos löst.
Was bedeuten diese Werte also in der Praxis? Das Infinito fährt auf der Ebene ruhig geradeaus, und auch die Lenkung reagiert bei normalem Tempo vorhersehbar. Ist man jedoch bei hoher Geschwindigkeit, zum Beispiel auf einer schnellen Abfahrt, gezwungen, für ein Ausweichmanöver hart zu lenken, reagiert das Infinito etwas zu zögerlich, und der Rahmen schwingt nach. Das ist für geübte Fahrer kein Problem, Anfänger und Fahrer mit über 75 Kilo Körpergewicht kommen mit einem steiferen Lenkkopf aber einfach besser zurecht.
Lars Svalin, Product Department Manager bei Bianchi, über das neue Infinito:
„Der neue Infinito-Rahmen folgt der „Coast-to-Coast-Philosophie“ mit Schwerpunkt auf High-End-Performance in Form von Stabilität, Steifigkeit und niedrigem Gewicht, ohne dabei jedoch den Komfort zu opfern.
Um das Rahmengewicht zu reduzieren, kommen beim Infinito neue High Modulus Toho UM40 – IM600 Carbonfasern zum Einsatz. Auch die Gabel mit dämpfenden Kevlar-Inserts ist eine Neukonstruktion.
Insgesamt stecken zwei Jahre Entwicklungsarbeit und ein Jahr Testfahrten im Infinito-Konzept, an denen auch unser Team Barloworld beteiligt war. Einige der Fahrer nutzen den Rahmen bereits im Rennen, und Robert Hunter hat damit den Giro d’Italia bestritten.“
Fazit: Bis auf den zu weichen Lenkkopf erreicht Bianchi alle seine Ziele und liefert mit dem Infinito einen komfortablen Tourenrenner.
Bianchi Infinito Chorus 11S im Vergleichstest Diese Produkte wurden im Vergleich zu Bianchi Infinito Chorus 11S getestet:



