Eisbrecher

Die höchste Stichstraße Österreichs führt in elf Kehren aufs Dach Tirols und in eines der bekanntesten Gletscher-Skigebiete.

Ötztal , Österreich Österreich

Passhöhe 2.830 m
Länge 13 km
Höhenmeter 1.450 Hm
Steigung Ø 10,8 %
Steigung max. 17 %
Karte & Höhenprofil

 

Rettenbachferner

Karte

 

Rettenbachferner

 

Rettenbachferner

Nüchtern betrachtet, ist der Rettenbachferner gar kein Pass im eigentlichen Sinne, sondern eine Sackgasse.

Aber was für eine: 10,8 Prozent Durchschnittssteigung und elf Kehren müssen Rennradfahrer vom Start in Sölden bis hoch zum Ziel am Gletscher überwinden, nur um oben angekommen festzustellen, dass es hier für sie gar nicht mehr weitergeht. Dafür haben sie dann auch den höchsten mit dem Rennrad erreichbaren Punkt Österreichs erreicht.

Wer nach 1450 Höhenmetern mit zitternden Knien und wackligen Beinen den Parkplatz am Skigebiet Rettenbachferner erreicht hat, wird mit einem grandiosen Panoramablick auf die umliegenden Gipfel der Ötztaler Alpen belohnt. Sportlich Trainierte benötigen für den 13 Kilometer langen Anstieg zum "Alpe d‘Huez der Deutschland-Tour" – so Rundfahrt-Chef Kai Rapp – eine gute Stunde.

Wer es ganz genau wissen will, nutzt den Zeitmess-automaten und bekommt seine persönliche Bestzeit dann ausgedruckt. Übrigens: Die schnellsten Profis jagten den Schlussanstieg der Königsetappe der Deutschland-Tour unter 50 Minuten hinauf.

Nicht nur der Kampf mit dem Berg – einige Rampen sind bis zu 17 Prozent steil –, sondern auch die immer dünner werdende Luft, verlangt selbst guten Kletterern einiges ab. Um dabei immer voll auf der Höhe zu sein, helfen Rennradfahrern die durchnummerierten Schilder mit Angaben der noch zu fahrenden Kehren und der aktuellen Höhenangabe. Kleiner Trost: Immerhin strampeln Sie auf feinstem griffigem Asphalt dem ewigen Eis entgegen.

Denn die Ötztaler Gletscherstraße wurde erst 2004 mit frischem Teer überzogen. Wer oben angekommen noch Kraft in den Waden hat, kann die 3,8 Kilometer weiter zum Tiefenbachferner fahren: Einfach dem Abzweig vor dem Parkplatz nach links folgen, und ab durch den 1,8 Kilometer langen Rosi-Mittermaier-Tunnel. Dort ist dann aber für Rennradfahrer wirklich Ende im Gelände.

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Inhaltsverzeichnis

27.01.2010
© RoadBIKE
Ausgabe 06/2009