Königskehren

Das architektonische Meisterwerk mit seinen 48 Kehren zählt zu den härtesten und schönsten Passstraßen, die sich durch die Alpen schlängeln.

Südtirol, Italien Italien

Passhöhe 2.758 m
Länge 24,6 km
Höhenmeter 1.844 Hm
Steigung Ø 8 %
Steigung max. 15 %
Karte & Höhenprofil

 

Stilfser Joch

Karte

 

Stilfser Joch

 

Stilfser Joch

Kaum vorstellbar, dass sich diese Steilwand mit dem Rennrad bezwingen lässt. Denn das Stilfser Joch wirkt vom Tal aus wie eine steinerne Mauer – unüberwindbar.

Erst die berühmten 48 Kehren, die "in Stein gehauen wurden", machen das schier unmenschliche Mögliche. Eine Klettertour der Extraklasse zum König der Pässe. Zu verdanken haben die Rennradfahrer dieses Spektakel dem Ingenieur Carlo Donegani, der 1820 mit dem Bau der Stilfser-Joch-Straße begann.

Der italienische Ingenieur sah damals schon langsame Gefährte vor seinem geistigen Auge den Berg hinaufrollen. Pferdekutschen sollten den Pass überqueren. Deren Zeitalter ist zwar lange vorbei, aber das gemächliche Tempo von damals ist geblieben.

Ebenfalls von Muskelkraft angetrieben, kämpfen sich Rennradfahrer 48 Kehren, 25 Kilometer und 1844 Höhenmeter am Stück hinauf – so die nackten Zahlen. Doch von Angesicht zu Angesicht ist der Berg noch um einiges beeindruckender. Zunächst führt die Straße ohne großen Zickzack dahin – entlang des Suldenbachs kann man sich auf das Abenteuer geistig wie körperlich vorbereiten.

Ab Gomagoi heißt es dann: "Zahlen, bitte!" Von hier aus wird auf Schildern von 48 rückwärts gezählt, was motivierend und frustrierend zugleich sein kann – je nach persönlichem Trainingszustand. Ist die Nummer 22 erreicht, wird es ernst.

Wie an den Fels geklebt, windet sich die Straße fast senkrecht gen Himmel. Jetzt ist Biss gefragt, will man das Passschild nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen. Dort schweift der Blick des Rennradfahrers zum gigantischen Ortler – ein Traum geht in Erfüllung.

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© RoadBIKE
Ausgabe Mai/2008