Wadenbeißer

Der legendäre Anstieg in Südtirol quält Ihre Muskeln zwar bis zur letzten Kehre, belohnt Sie dafür aber vom Start weg mit grandioser Kulisse.

Südtirol, Italien Italien

Passhöhe 2.094 m
Länge 15 km
Höhenmeter 1.146 Hm
Steigung Ø 7,6 %
Steigung max. 12 %
Karte & Höhenprofil

 

Jaufenpass

Karte

 

Jaufenpass

 

Jaufenpass

"Einmal den Mythos spüren. Einmal den Ötztaler bestreiten!" Das ist der Traum vieler bergfester Rennrad­fahrer. Ein Anstieg in diesem Traumszenario: der 2094 Meter hohe Jaufenpass in Italien.

Der Berg steht in einer Reihe mit Kühtai, Brenner und dem Timmelsjoch, denn er zählt zu den vier Spitzen, die beim Ötztaler Radmarathon zu bewältigen sind. Auf der Strecke des beliebten Jedermann-Rennens, das in diesem Jahr am 30. August stattfindet, stellt sich der Passo di Monte Giovo, wie die Italiener ihren Jaufenpass nennen, den Teilnehmer als vorletzter Berg in den Weg, bevor der finale Kampf am 2509 Meter hohen Timmelsjoch folgt.

Oft entscheidet aber der Jaufen mit seiner Maximalsteigung von zwölf Prozent über Ankommen oder Aufgabe beim "Ötzi". Wer sich die Kräfte schlecht eingeteilt hat, den beißt es hier nicht nur in den Waden, sondern der wird wahrlich von Krämpfen attackiert. Kehre für Kehre saugt der Jaufenpass die Energie aus dem Körper.

Die Kunst besteht darin, beim 15 Kilometer langen Aufstieg der Ostrampe von Sterzing kommend nicht die gesamte Energie zu verpulvern, um auch noch den finalen Kraftakt des Rennens, das Timmelsjoch, bewältigen zu können.

Selbst wer nicht am bekanntesten Bergmarathon teilnimmt, sondern "nur" den Jaufen erobern will, muss bergfest sein: 1146 Höhenmeter auf 15 Kilometern mit durchschnittlich 7,6 Prozent Steigung – das die nackten Zahlen der Ostrampe. Die vergisst der Rennradler aber schnell, denn einmal den Rhythmus in den Kehren gefunden, lenkt die Aussicht von den Anstrengungen ab.

Nach der Baumgrenze erscheint das Panorma der Texelgruppe und der Stubaier Alpen. Das Jaufenhaus – rund zwei Kilometer vor dem Gipfel – läutet das Finale ein. Oben angekommen, belohnt nicht nur die Aussicht auf die umliegenden Berge, sondern auch auf eine grandiose Abfahrt, die in vielen Kehren auf der Westseite steil abwärts nach St. Leonhard führt.

  • 1
  • 2

Inhaltsverzeichnis

© RoadBIKE
Ausgabe 02/2009