Klettergarten

In den Bergamasker Alpen schlängelt sich ein schmales Asphaltband in spitzen Kehren durch eine paradiesische Landschaft.

Lombardei, Italien Italien

Passhöhe 1.828 m
Länge 37,5 km
Höhenmeter 1.607 Hm
Steigung Ø 6,6 %
Steigung max. 12 %
Karte & Höhenprofil

 

Passo del Vivione

Karte

 

Passo del Vivione

 

Passo del Vivione

Es ist still. Nur der gleichmäßige Atem durchbricht die Ruhe auf dem Weg zum Passgipfel. In völliger Einsamkeit kurbeln Sie auf dem Asphalt, der sich in wunderbar geformten Kehren den Weg durch die verlassene Landschaft bahnt.

In der Lombardei, in den Bergamasker Alpen, liegt solch ein einsames Kletterparadies. Die Ruhe hinauf zum Passo del Vivone rührt daher, dass die Passstraße einspurig verläuft und deswegen von Auto- und Motorradfahrern gemieden wird. Die schmale Straße zum 1828 Meter hohen Gipfel schraubt sich verführerisch in die Höhen des ehemaligen Bergbaugebietes.

Knackig sind die bis zu 12 Prozent steilen Rampen des schmalen Pfades zum Höhepunkt. Jede der 15 Kehren, die nach 18 Kilometern auf der Südostauffahrt beginnen, ist eingebettet in eine Landschaft aus Alpenwiesen, sprudelnden Wasserfällen und den schroffen Felsformationen des Kalksteingebirges.

Eine bergtaugliche Übersetzung empfiehlt sich allerdings, denn nicht nur die traumhafte Landschaft auf den Anstieg des Massivs in den Bergamasker Alpen raubt Ihnen den Atem. Auch die zweistelligen Steigungsabschnitte schmerzen in der Lunge – und den Waden. Deswegen fühlt sich dieses Paradies zeitweise höllisch an, obwohl es wie der Himmel aussieht.

Eine Rennradlampe muss unbedingt mit ins Gepäck, denn manchmal ist einer der Tunnel, den Sie auf dem Weg neben dem malerischen Bergflüsschen Fiumo Dezzo passieren, unbeleuchtet.

Der Landstrich, in dem sich der gut erhaltene Asphalt der Straße zum Passo del Vivione schlängelt, leuchtet vom Grün der Almwiesen und dem Gelb der letzten Sommerblüten. Das Farbenmeer wird am Gipfel gekrönt vom kristallblauen Glitzern des Bergsees. Auf den finalen Kurbelumdrehungen vor der Passhöhe haben Sie Ausblick auf das Adamello-Massiv.

Auf der Abfahrt von der Passhöhe vergessen Sie wegen der absoluten Stille, wie ein Motor klingt. Die Bergamasker Alpen sind für Radler eben der stille Himmel auf Erden.

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Inhaltsverzeichnis

26.01.2010
© RoadBIKE
Ausgabe 10/2009