Steilvorlage

Der schwierigste Anstieg der Alpen windet sich mit bis zu 18 Prozent Steigung aus dem italienischen Veltlin empor.

Lombardei, Italien Italien

Passhöhe 1.852 m
Länge 12,3 km
Höhenmeter 1.300 Hm
Steigung Ø 10,5 %
Steigung max. 18 %
Karte & Höhenprofil

 

Passo del Mortirolo

Karte

 

Passo del Mortirolo

 

Passo del Mortirolo

Pan – ta – ni, Pan – ta – ni. Mit jeder Kurbelumdrehung auf dem Weg zum Mortirolo-Pass hämmert Rennradfah-
rern der Puls diesen Silbenrhythmus durch den Kopf.

Hier lebt der Geist des kleinen Piraten wieder auf, mit jedem Meter, den das Rennrad den steilen Berg emporklettert. Hier zeigte Pantani beim Giro d’Italia 1994, was in ihm steckte, als er den Anstieg hochstürmte. Hier verwies er in 43:57 Minuten die Konkurrenz auf die Plätze.

Das schmale, unscheinbare Asphaltband windet sich 12,3 Kilometer lang steil und kurvenreich aus dem grünen Veltlin-Tal nach oben, und erreicht am steilsten Stück brutale 18 Prozent. 1300 Höhenmeter müssen überwunden werden.

Die gesamte Strecke gleicht einem Comic-Strip, einer Hommage an die gefeierten und vergötterten Idole: Die Namen unzähliger Radsportgrößen sind auf dem Asphalt in riesigen Lettern verewigt, seit dieser Anstieg 1990 das erste Mal beim Giro gefahren wurde.

Bilder von ausflippenden Tifosi, die ihre Helden im Spalier regelrecht nach oben tragen, haben sich in die Netzhaut der Radsportfans eingebrannt. Für den 2004 verstorbenen Pantani war der Mortirolo das Sprungbrett seiner schicksalhaften Karriere.

2006 wurde ihm zum Andenken eine "Cima Pantani" ausgefahren, und wer von Mazzo den gefürchteten Anstieg der Westrampe angeht, kommt an einem Denkmal vorbei, das nach seinem Tod errichtet wurde.

Spätestens hier wird jeder verstehen, welche Leistung der Ausnahmeathlet erbrachte. Nicht umsonst gilt der Mortirolo als der schwierigste Pass der Alpen und zählt regelmäßig zu den Höhepunkten des Giro. Erst im oberen Bereich verläuft der Anstieg etwas moderater, die Passhöhe selbst liegt inmitten ruhiger Natur.

Dieser Pass, an dem sich 1945 noch italienische Partisanen und deutsche Truppen bekämpften, sollte in keiner Pässesammlung fehlen. Wer ihn bezwungen hat, darf zu Recht stolz sein, das "Monster des Giro" besiegt zu haben.

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Inhaltsverzeichnis

27.01.2010
© RoadBIKE
Ausgabe 07/2009