Ein Alptraum

Geliebt und gefürchtet seit fast 100 Jahren – das Urgestein der Tour-de-France-Pässe ist in jeder Hinsicht extrem – höllisch schwer und unglaublich schön.

Savoien, Frankreich Frankreich

Passhöhe 2.646 m
Länge 34,8 km
Höhenmeter 2.096 Hm
Steigung Ø 7,4 %
Steigung max. 12 %
Karte & Höhenprofil

 

Galibier

Karte

 

Galibier

 

Galibier

"Ga-li-bier" – lassen Sie sich diesen wohlklingenden Namen noch einmal auf der Zunge zergehen. Denn dieser Name, der so wunderbar rund und warm klingt, steht für einen Anstieg mit vielen Ecken und Kanten – einer der schwersten der Tour de France.

Doch wer als Hobbysportler die mehr als 2000 Höhenmeter und Steigungen bis zu 12 Prozent auf sich nimmt, den belohnt eine traumhafte Kulisse zwischen sattem Grün des Gebirgsgrases und dem reinen Weiß des Schnees, hoch oben auf den Alpengipfeln.

Wer den Gipfel gestürmt hat, sollte es sich nicht nehmen lassen, vom etwas über der Passhöhe liegenden Orientierungsstein aus den Panoramablick auf die französischen und italienischen Bergriesen zu genießen. Doch bevor Sie Ihre Beine hochlegen, müssen diese arbeiten.

Fast 2100 Höhenmeter müssen Rennradfahrer erklimmen, wenn sie von der Bergbaustadt Saint-Michel-de-Maurienne (711 Meter) starten. Dieser Anstieg über 34,8 Kilometer gilt zwar als der schwerste, ist aber gleichzeitig der schönste. Eines der vielen Highlights an der Strecke: Valloire. Nicht nur, dass sich der Ort über mehrere hundert Höhenmeter erstreckt, auch eine beeindruckende Barockkirche schmückt das Bergdorf, das sich durch Wintersport einen Namen gemacht hat.

Das Fleckchen bietet sich perfekt an, um sich für den schwereren Teil des Anstiegs noch einmal mit Verpflegung zu versorgen und sich eine kurze Pause zu gönnen. Immerhin haben Sie gerade schon den Col du Télégraphe (1566 Meter) hinter sich gelassen. Nachdem Sie das Dorf hinter sich lassen, zeigt Ihnen der Galibier, warum er als eine der schwersten Bergwertungen der Tour gilt.

Steigungen von bis zu 12 Prozent machen nicht nur das Leben, sondern auch die Beine verdammt schwer. Und nach der magischen 2000-Meter-Grenze weicht das satte Grün des Grases auch noch dem tristen Grau. Jetzt heißt es noch einmal alles geben. Denn oben zeigt sich der Berg wieder von seiner schönsten Seite.

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Inhaltsverzeichnis

27.01.2010
© RoadBIKE
Ausgabe 04/2009