Der Tour-Berg

Wer den legendärsten Tour-de-France-Anstieg in den Pyrenäen bezwingen will, braucht sehr starke Beine und einen sehr langen Atem.

Pyrenäen, Frankreich Frankreich

Passhöhe 2.115 m
Länge 17,1 km
Höhenmeter 1.275 Hm
Steigung Ø 7,7 %
Steigung max. 11 %
Karte & Höhenprofil

 

Col du Tourmalet

Karte

 

Col du Tourmalet

 

Col du Tourmalet

"Wenn Sie den Kopf heben, sehen Sie, ein paar Etagen von Serpentinen über sich, den Gipfel. Aber er ist schroff und macht Angst, und Sie werden den Blick lieber auf die Straße heften."

Mit diesen Worten beschreibt Hans Blickensdörfer in seinem Radsportroman "Salz im Kaffee" den Tourmalet, den bekanntesten Berg der Tour de France. Als erster Hochgebirgspass der Tour wurde der 2115 Meter hohe Pyrenäenriese erstmals 1910 mit dem Rennrad bezwungen und zermürbte seitdem mehr als 70-Mal die Fahrer.

Wer knapp 100 Jahre später es den Tour-Heroen gleichtun will, sollte für sein eigenes Heldenepos die Originalroute über 17,1 Kilometer von Osten aus über Sainte-Marie-de-Campan wählen. Während die ersten 4 Kilometer bis zum Weiler Gripp nur mäßig ansteigen, steigt die Straße im Ort plötzlich steil an und bietet einen Vorgeschmack auf das, was Rennradfahrer auf den folgenden Kilometern erwartet: hochprozentiges Klettern zwischen 7,7 und 11 Prozent.

Genaue Angaben über die durchschnittliche Steigung der jeweils kommenden 1000 Meter finden sich auf Schildern am Straßenrand. Kurz vor La Mongie, einem Wintersportort aus der Retorte, überwinden Sie das steilste Stück des Anstiegs: eine 11-prozentige Rampe. Was dann folgt, erfordert Demut. Die finalen 4 Kilometer bis zum Gipfel – mit durchschnittlich 8 Prozent – enden in einer steilen Schleife kurz vor dem Gipfel.

Geschafft, aber glücklich sollten Sie am Gedenkstein für den ehemaligen Tourdirektor Jacques Goddet stehen und es genießen, eine Legende aus Stein bezwungen zu haben.

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27.01.2010
© RoadBIKE
Ausgabe 11/12/2008