Der weiße Riese

Es ist der Berg der Ritter- und der Schicksalsschläge. Was es bedeutet, auf dem Rennrad zu leiden, wird an kaum einem Anstieg so deutlich wie hier.

Provence, Frankreich Frankreich

Passhöhe 1.909 m
Länge 21 km
Höhenmeter 1.609 Hm
Steigung Ø 7,5 %
Steigung max. 12 %
Karte & Höhenprofil

 

Mont Ventoux

Karte

 

Mont Ventoux

 

Mont Ventoux

Weißes Geröll, so weit das Auge reicht. Eine unwirkliche Welt. Hier oben über der Baumgrenze gibt es nichts, was man als liebliche Landschaft beschreiben könnte.

Keine grünen Almen, keine gurgelnden Bäche, die kühles Wasser über glatte Felsen spülen, und keine Schatten spendenden Bäume am Straßenrand. Nur ein breites Betonband, das sich durch die Steinwüste windet. Einfach herrlich! Diese Meinung haben Rennradfahrer zwar exklusiv, aber jeder, der der Passion Pässefahren erlegen ist, träumt von diesem Anstieg.

Wenn es Sommer wird, dann kann es gar nicht schnell genug an den Fuß des Riesen gehen, der die nördliche Grenze der Provence darstellt. Dies liegt ohne Zweifel an den Geschichten, die die Tour de France hier bei ihren Besuchen seit 1951 geschrieben hat. Auf neue Heldentaten wartet die Radsportwelt allerdings seit 2002, dem Jahr, als der Mont Ventoux zum letzten Mal Teil der großen Schleife war.

Die berühmteste Geschichte ist gleichzeitig eine sehr traurige und handelt vom ehemaligen Weltmeister Tom Simpson, der den Kampf mit dem Ventoux am 13. Juli 1967 mit dem Leben bezahlte. "Put me on my bike", sollen die letzten Worte des Engländers gewesen sein – diesen unbedingten Willen, nach 21 Kilometern am Funkturm anzukommen, teilen auch heute noch alle, die hier antreten, um sich mit dem Berg zu messen.

21 Kilometer, 1609 Höhenmeter und zahlreiche Passagen mit über 10 Prozent Steigung – Zahlen, die den Berg zu einer harten Prüfung machen, Respekt einflößen und Neugier entfachen, auf das Abenteuer und den Mythos Mont Ventoux.

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Inhaltsverzeichnis

27.01.2010
© RoadBIKE
Ausgabe April/2008