Rennrad-Touren nördlich des Bodensees

Oberschwaben - Ein Traum von Heimat

Nördlich des Bodensees finden Radsportler eine grüne Traumlandschaft vor. RoadBIKE war mit Ex-Profi Rolf Gölz auf den Straßen seiner Heimat unterwegs.

Oben auf dem heiligen Berg wird es dann doch mal kurz unheimlich. Ein etwas zu adrett gekleideter junger Mann kommt dahergeradelt, bremst direkt vor den zwei Radsportlern ab und beginnt ganz unverfroren sein Verhör: „Gehen Sie sonntags in die Kirche?“ Kopfschütteln. „Und was halten Sie von Barmherzigkeit?“ Zefix, was will der Typ eigentlich? Nur dank ihrer guten Erziehung beantworten Rennrad-Legende Rolf Gölz und seine Trainingspartnerin Eva auch diese Frage, nuscheln irgendwas von „guter Sache“. Daraufhin der fremde Inquisitor: „Vollkommen richtig! Eine sehr gute Sache sogar! Jesus Christus predigt Barmherzigkeit, und deswegen bin ich barmherzig und vergebe Ihnen, dass Sie heute nicht in der Kirche waren. Nächsten Sonntag sollten Sie dann aber wieder gehen!“ Spricht’s, tritt in die Pedale und rauscht talwärts. Da sage noch einer, die Kirche sei unbeweglich.

Aber auch ohne diesen Missionar ist es eine besondere Stimmung hier oben auf dem Bussen, dem Hausberg der Oberschwaben. Seit vielen Jahrhunderten ist der 767 Meter hohe Aussichtspunkt zwischen Bodensee und Schwäbischer Alb eine Wallfahrtsstätte zur Verehrung der „Schmerzhaften Muttergottes“. Schon die alten Kelten brachten hier ihre Fruchtbarkeitsopfer dar, was in die Sage vom „Bussakindle“ mündete; angeblich besuchen noch heute frisch verheiratete Paare mit Kinderwunsch die Wallfahrtskirche am Bussen aus eben diesem Grund.

Die vielen Radfahrer haben natürlich eine andere Motivation. Sie wollen sich mit dem Wahrzeichen der Region messen, oben auf der Terrasse des Gasthofs Schönblick die grandiose Aussicht bis auf die Alpen genießen, vielleicht sogar den Berg entlang der sieben Stationen des Schöpfungsweges umrunden und es dann wieder laufen lassen, bergab Richtung Bad Schussenried. Wie oft er diese Strecke gefahren ist, kann Rolf Gölz schon gar nicht mehr sagen, aber es muss wohl ziemlich oft gewesen sein.

Die komplette Geschichte mit Rolf Gölz lesen Sie in RoadBIKE Ausgabe 09/2014. Direkt bestellen als Heft oder ePaper.

08.09.2014
Autor: Thomas Becker
© RoadBIKE