Mit dem Rennrad durch Friaul

Pässe, Meer & Antipasti

Von flachen Küstenetappen bis zu den steilsten Pässen der Alpen: Italiens Nordosten bietet Radsportlern jede Menge Abwechslung – bis weit in den Herbst.

Wir saugen sie förmlich auf, die warmen Strahlen der italienischen Sonne. Lassen sie noch einmal richtig intensiv auf uns wirken, die letzten Kilometer der Saison. Das Rennrad-Jahr neigt sich dem Ende zu. Eigentlich wäre es sogar schon vorbei, doch Petra und ich sind in die Verlängerung gegangen. Wir wollten den Moment des Abschieds ein wenig hinauszögern. Den Moment, an dem wir unsere geliebten Räder im Keller einmotten. Deshalb die Flucht in den Süden. Und nachdem wir Mallorca und die Toskana bereits im Frühjahr unter die Reifen genommen hatten, probieren wir diesmal etwas Neues aus: Friaul, die Region rund um Udine im Norden Italiens. Dort, wo Radsportler auch im Herbst noch bei 25 °C im kurzen Trikot ihre Runden drehen.

Dabei ist Friaul kein Neuland für uns. Oft schon rauschten wir über die Autostrada gen Süden, genossen in Tarvis, gleich hinter der Grenze, die erste Urlaubs-Pizza und versorgten uns in Udine mit italienischen Designermöbeln zu unschlagbar günstigen Preisen. Aber unsere Rennräder? Nein, aus unerklärlichen Gründen hatten wir die bislang nie im Gepäck. Dabei kennen wir doch fast alle bekannten Pässe der Region. All die kleineren und größeren Anstiege, über die die Profis hier mehr oder weniger regelmäßig hinüberjagen. Und sei es nur aus den Fernsehübertragungen beim Giro d’Italia. Allen voran der Monte Zoncolan, einen der härtesten Anstiege in den 3 großen Profi -Rundfahrten überhaupt.

Genau diesen berühmt-berüchtigten Berg haben wir eben bezwungen. Als Abschluss unserer letzten Tour des Jahres. Grande Finale, wie der Italiener sagen würde. Ziemlich „grande“ sogar. Immerhin setzt der Monte Zoncolan seinen Eroberern auf der alten Straße ab Priola satte 1200 Hm entgegen. Und das auf gerade mal 9,6 km. Okay, mit den vielen tausend Kilometern der Saison in den Beinen lässt sich diese Aufgabe schon irgendwie lösen. Aber dann sind da ja auch noch diese unfassbar steilen Rampen. Zum Teil zeigt der Radcomputer zweistellige Steigungswerte an, die mit einer Zwei beginnen ... Kein Wunder, dass selbst Kletterkönig Marco Pantani gehörigen Respekt vor diesem Anstieg hatt ...

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08.10.2014
Autor: Heiko Mandl
© RoadBIKE