TV-Interview: Lance Armstrong gesteht Doping

Update: Im zweiten Teil des TV-Interviews von Oprah Winfrey mit Lance Armstrong ging es vor allem um die Gefühlslage des ehemaligen Radprofis. Armstrong machte keine genaueren Aussagen zu den Umständen seines jahrelangen Dopings.

 

Lance Armstrong Oprah Winfrey
Foto: picture alliance/ Photoshot Im TV-Interview mit Oprah Winfrey gestand Lance Armstrong (li.) jahrelang gedopt zu haben.

Update: Der zweite Teil des Interviews von Oprah Winfrey mit Lance Armstrong brachte nicht die von vielen erhoffte Aufklärung über die Umstände des jahrelangen Dopings des ehemaligen Radprofis. Talkmasterin Winfrey stellte vor allem Fragen zu der Gefühlslage Armstrongs und wie seine Familie auf sein Doping-Geständnis reagiert habe.

Armstrong erklärte, die lebenslange Sperre als eine Art "Todesstrafe" betrachtet zu haben. Das Verlassen seiner Anti-Krebs-Stiftung Livestrong sei für ihn allerdings der bitterste Moment gewesen. Seine erste Frau wusste wohl von seinem Doping. Ihr habe er auch bei seinem Comeback 2009 versprochen es ohne Doping zu versuchen.

Im ersten Teil des Interviews, dass in der Nacht zum Donnerstag ausgestrahlt wurde, gab Armstrong Doping bei allen seiner sieben Tour-Siegen zu. Unter den leistungssteigernden Substanzen, die er eingenommen habe, seien EPO, Testosteron und Wachstumshormone gewesen. Außerdem gab Armstrong zu Blutdoping betrieben zu haben. Laut Armstrong sei das Thema Doping ein ganz normaler Bestandteil des Profi-Radsports der damaligen Zeit gewesen: "Es war wie Reifen aufpumpen und Wasserflaschen auffüllen", so der Texaner. Ohne Doping seien seine sieben Tour-de-France-Titel nicht möglich gewesen.

Armstrong habe in den 1990er Jahren mit dem Doping begonnen und im Jahr 2005 zuletzt zu verbotenen Substanzen gegriffen. Andere Personen aus der Profi-Radsportszene wollte Armstrong in dem TV-Interview nicht beschuldigen. Seinen früheren Arzt Michele Ferrari, der als wichtige Person in seinem Dopingsystem gilt, nahm Armstrong sogar in Schutz.

Bei Oprah Winfrey entschuldigte sich Armstrong, der jahrelang bestritten hatte, verbotene Substanzen zu nehmen, für seine Falschaussagen. Armstrong bestritt allerdings, dass seine Zahlung von 125.000 US-Dollar an den Radsport-Weltverband UCI dazu gedient haben soll, eine positive Dopingprobe bei der Tour de Suisse 2001 zu vertuschen.

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© RoadBIKE