Straßen-WM: Cavendish neuer Weltmeister - Bronze für Greipel und Teutenberg

Mark Cavendish ist neuer Straßenweltmeister der Profis. Der Brite gewann in Kopenhagen den Zielsprint vor dem Australier Matthew Goss und André Greipel. Bei den Damen sicherte sich Ina-Yoko Teutenberg die Bronze-Medaille.

 

André Greipel Straßenweltmeisterschaft 2011
Foto: Photo News Medaille für Deutschland: André Greipel sicherte sich bei der Straßen-WM in Kopenhagen Bronze.

"Wir hätten Weltmeister werden können, ich freue mich aber auch über Bronze", sagte André Greipel. "Ich musste den Sprint einige Male unterbrechen und bin von Position 20 noch links vorbeigezogen, das war ein äußerst langer Sprint für mich. Cavendish ist aber ein würdiger Weltmeister", betonte der gebürtige Rostocker.

BDR-Vizepräsident Udo Sprenger freute sich über den gelungenen WM-Abschluss für den Bund Deutscher Radfahrer: "das war herausragend, ein irres Finale. André ist einen phänomenalen Sprint gefahren."

Mit unglaublichen hohem Tempo sauste das Feld über den 14 Kilometer langen Rundkurs. Eine frühe Ausreißergruppe hielt sich über 200 von insgesamt 266 Rennkilometern an der Spitze, obwohl vor allem die Briten und die Deutschen das Tempo im Feld noch höher schraubten und den Zusammenschluss vorbereiteten.

Sturz zerschnitt das Peloton

Zuerst arbeiteten Bert Grabsch und Andreas Klier, nach 180 Kilometern übernahmen Christian Knees und John Degenkolb die Arbeit; Marcel Kittel und Tony Martin reihten sich anschließend ein, um André Greipel ein perfektes Finale vorzubereiten.

Ein Sturz in der drittletzten Runde spaltete das Peloton aber in zwei Gruppen, und Kittel und Martin fielen in die zweite zurück, so dass Greipel im Finale nur noch auf Degenkolb, Hondo und seinen Anfahrer Marcel Sieberg vertrauen konnte.

Für Titelverteidiger Thor Hushovd, der ebenfalls vom Sturz betroffen war, war damit der Traum vom erneuten WM-Sieg ausgeträumt. Vorn aber formierten sich viele Favoriten fürs Finale, darunter Peter Sagan (Slowakei), der dreifache Weltmeister Oscar Freire, Sprinter Mark Cavendish, der Belgier Philippe Gilbert und – André Greipel.

Und es war vor allem der starken Teamarbeit der Briten zu verdanken, die, oft angeführt von Bradley Wiggins, alle Ausreißversuche in den letzten beiden Runden wieder beendeten. Auf der Zielgeraden von Rudersdal kam es dann zum großen Showdown und Mark Cavendish ließ mit seinem fulminanten Antritt alle hinter sich.

Damen: Teutenberg sprintet zu Bronze

Giorgia Bronzini hat ihren WM-Titel im Straßenrennen der Frauen in Kopenhagen erfolgreich verteidigt. Die 28-jährige Italienerin schaffte nach 2010 das Double und siegte in gleicher Weise wie in Geelong: im Finale bezwang sie nach 140 Kilometern und einem unwiderstehlichen Sprint die Niederländerin Marianne Vos, die sich zum fünften Mal mit Silber begnügen musste.

Die deutschen Medaillenhoffnungen konnte diesmal Ina-Yoko Teutenberg aus Düsseldorf erfüllen, die zur Bronzemedaille stürmte. "Eine Medaille zu gewinnen, ist immer stark. Ina war unser Joker und hat unsere Taktik voll umgesetzt. Leider war Bronzini im Ziel schneller", sagte Bundestrainer Thomas Liese (Leipzig), der die Leistungen der deutschen Mädchen lobte. "Sie haben das Rennen aktiv mitgestaltet."

Kurz vor dem Ziel attackierte zunächst Charlotte Becker, später Judith Arndt und hielten damit das Tempo im Feld hoch. So bereiteten sie Ina-Yoko Teutenberg ein perfektes Finale vor, das nur von Bronzini und Vos durchkreuzt wurde.

"Natürlich hätte ich gern gewonnen, aber ich freue mich auch über Bronze; es ist schließlich meine erste Medaille bei einer Straßen-WM", sagte die Düsseldorferin nach der Siegerehrung, die erstmals ein WM-Straßenrennen bis zum Ende durchfuhr.

Holländerinnen verhindern Sieg von Hughes

Von Beginn an wurde ein so hohes Tempo zurückgelegt, dass Ausreißversuche fast unmöglich waren. In der achten Runde löste sich die Kanadierin Clara Hughes, 2006 Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in Turin, aus dem Feld. Sechs Kilometer vor dem Ziel sah sie schon wie die neue Weltmeisterin aus, weil im Peloton niemand die Verantwortung für die Verfolgungsjagd übernehmen wollte.

Erst auf Initiative der Holländerinnen wurde das Tempo im Feld schneller und beendete die Flucht der 39-jährigen Kanadierin. Ohne sie wäre das Feld vermutlich nicht mehr aufgeschlossen. Bitter für Vos, dass es dann doch wieder nicht zum Titel reichte.

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26.09.2011
Autor: BDR-Medienservice
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