Vorschau Vuelta a España 2016: Revanche zwischen Froome, Contador und Quintana?


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Vuelta: Alle Etappen der Spanien-Rundfahrt 2016 im Überblick
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Vuelta: Alle Etappen der Spanien-Rundfahrt 2016 im Überblick
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Vuelta: Alle Etappen der Spanien-Rundfahrt 2016 im Überblick
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Vuelta: Alle Etappen der Spanien-Rundfahrt 2016 im Überblick
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Die Spanienrundfahrt kämpft um ihren Status als dreiwöchige Rundfahrt. Dabei lieferte sie in den letzten Jahren spannende Rennverläufe. Auch diesmal könnte es einen prominenten Sieger geben.

Im letzten Jahr begeisterte die Spanienrundfahrt: Neun Mal wechselte das Führungstrikot seinen Besitzer, erst am vorletzten Tag entriss Fabio Aru einem bis zuletzt kämpfenden Tom Dumoulin den Gesamtsieg. Rafal Majka kämpfte sich erstmals auf das Podium einer Grand Tour, Esteban Chaves feierte nach langer Verletzungspause ein verheißungsvolles Comeback. Und 2014 lieferten sich Chris Froome und Alberto Contador ein heißes Duell um Sekunden, bei dem letztlich der Spanier triumphierte. Trotzdem kämpft die Vuelta gegen eine Degradierung: Immer wieder wird diskutiert, die dritte dreiwöchige Rundfahrt des Jahres auf 14 Etappen zu verkürzen. Eine solche Reduzierung, so fürchten es die Veranstalter, wäre abträglich für das Prestige der Rundfahrt.

 

Froome, Contador und Quintana bei der Tour de France 2015
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Prominente Starter

Dabei verspricht auch 2016 eine spannende Vuelta. Chris Froome (Sky) hat seinen Start schon vor den Olympischen Spielen angekündigt. Der dreifache Tour de France-Sieger hat mehrfach betont, die Vuelta unbedingt einmal gewinnen zu wollen. 2011 ging hier sein Stern als Rundfahrer auf, als er um den Wimpernschlag von 13 Sekunden den Gesamtsieg verpasste und als Zweiter erstmals das Podium einer Grand Tour bestieg.

Alberto Contador (Tinkoff) schied bei der diesjährigen Tour nach frühen Stürzen sang- und klanglos aus. Drei Mal hat der Spanier die Vuelta bereits gewonnen - auch schon in vergleichbarer Situation nach einer verkorksten Tour de France. Bei der Dauphiné-Rundfahrt im Vorfeld der Tour war er jedoch chancenlos gegen Froome. Ob dem alternden Rundfahrt-Star noch einmal ein großer Wurf gelingt?

Nairo Quintana (Movistar) war bei der Tour de France nicht in der Form der Vorjahre und konnte Froome nie gefährlich werden. Ratlos über seine schwache Form (die ihn trotzdem in Paris aufs Treppchen führte) suchte er die Erklärung in einer Allergie, die ihn in Frankreich eingeschränkt habe. Wie dem auch sei, in Spanien will Quintana wieder angreifen. Denn mit der Vuelta hat er noch eine Rechnung offen: Im Vorjahr verpasste er als Vierter knapp das Podium, 2014 stürzte er in Führung liegend und musste das Rennen beenden.

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Tour de France 2016 Etappe 17 Bern Foto: Sebastian Hohlbaum
Tour de France 2016 Etappe 17 Bern Foto: Sebastian Hohlbaum
Tour de France 2016 Etappe 17 Bern Foto: Sebastian Hohlbaum

Mehr als nur die zweite Reihe

Weitere Kandidaten für vordere Platzierungen sind die Kolumbianer Esteban Chaves (Orica-BikeExchange) und Miguel Ángel López (Astana). Chaves zeigte im Vorjahr mit Platz fünf seine Eignung für große Landesrundfahrten und bestätigte dies mit Platz zwei beim diesjährigen Giro d´Italia. Dem jungen López wird eine große Karriere vorausgesagt - sein Sieg bei der diesjährigen Tour de Suisse war mehr als nur ein erster Fingerzeig.

Aber auch andere Teams schicken durchaus namhafte Fahrer an den Start. So werden Fast-Girosieger Steven Kruijswijk (lotto NL-Jumbo), Warren Barguil (Giant-Alpecin), Tejay van Garderen (BMC) und Andrew Talansky (Cannondale-Drapac) am Start stehen - bergfeste Allrounder, die je nach Rennverlauf auf Etappensiege oder gar eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung schielen werden.

 

Spanienrundfahrt 2015
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Die deutschen Ambitionen

Die deutschen Sprinter John Degenkolb, Marcel Kittel und André Greipel stehen hingegen nicht am Start. Zu berglastig ist die Vuelta 2016, als dass sie sich für die Vorbereitung der Straßen-WM anbieten würde (die in diesem Jahr auf einem weitgehend flachen Kurs in Katar stattfindet).

Neben Giant-Alpecin, das Johannes Fröhlinger und Nikias Arndt auf die iberische Halbinsel mitnimmt, steht in diesem Jahr auch Bora-Argon 18 mit einer Wildcard am Start. Die Pro-Conti-Mannschaft gab erst kürzlich die spektakuläre Verpflichtung von Weltmeister Peter Sagan bekannt und spielt im kommenden Jahr als Bora-hansgrohe in der 1. Liga mit. Dominik Nerz, der vor anderthalb Jahren eigentlich als Team-Kapitän zu Bora wechselte und dieses Jahr kurzfristig nicht zur Tour de France mitgenommen wurde, fehlt im Aufgebot. Hinter seiner Zukunft steht derzeit ein großes Fragezeichen. Statt dessen steht unter anderem Talent Silvio Herklotz im Bora-Trikot am Start.

 

Vuelta: Alle Etappen der Spanien-Rundfahrt 2016 im Überblick
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Die Strecke

Einmal mehr bietet die Spanienrundfahrt Bergfahrern beste Gelegenheit. Nicht weniger als zehn Bergankünfte warten auf die Fahrer, darunter lange Kletterpartien über 20 Kilometer, extrem steile Schlussanstiege mit bis zu 25 Prozent Steigung und kurze Rampen, die Puncheure ansprechen. Die bekanntesten Bergankünfte sind die landschaftlich atemberaubenden Lagos de Covadonga bei der 10. Etappe und die Kletterpartie auf den Col d´Aubisque in Frankreich bei der 14. Etappe.

Sehr kurz kommen die Sprinter, während die Zeitfahrer nach dem Mannschaftszeitfahren zum Auftakt der Rundfahrt bis zum drittletzten Tag auf einen erneuten Kampf gegen die Uhr warten müssen. Darüber hinaus bieten mehrere Mittelgebirgsetappen den Ausreißern Chancen auf einen Etappensieg - mitunter auf für Zuschauer attraktiven Rundkursen, die im Finale mehrfach gefahren werden.

Die Organisatoren haben angerichtet. Es wird spannend sein, zu sehen, ob die prominenten Starter einmal mehr ein packendes Rennen bieten - und nicht zuletzt eine Verkürzung der Spanienrundfahrt verhindern.

Fotostrecke: Dinge, die man nur bei Profi-Rennen sieht

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Specialized S-Works Tarmac 2016 Peter Sagan Foto: TDW
Rennrad Profis Dinge die man nur bei Profi-Rennen sieht Foto: Sebastian Hohlbaum
Rennrad Profis Dinge die man nur bei Profi-Rennen sieht Foto: Sebastian Hohlbaum
12.08.2016
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE