Vorschau Paris-Roubaix: Duell der Generationen

Rennfahrer im Wald von Arenberg bei Paris-Roubaix 2015
Foto: ASO/B.Bade
Bei Paris-Roubaix gehören Peter Sagan und Fabian Cancellara erneut zu den Favoriten. Doch auf dem Kopfsteinpflaster kann viel passieren. RoadBIKE hat alle Infos zur "Hölle des Nordens".

Wie eine Wachablösung sah es bei der Flandernrundfahrt nicht aus: Peter Sagan (Tinkoff) fuhr zwar mit einem beeindruckenden Soloritt zum Sieg, hatte aber einen bärenstarken Fabian Cancellara (Trek-Segafredo) im Nacken, der sich letztlich nur knapp geschlagen geben musste. Das Duell der Generationen geht am Sonntag, 10. April, bei Paris-Roubaix in die nächste Runde.



Teaser Officiel - Paris-Roubaix 2016 von tourdefrance

Die Favoriten

Dabei wird Altmeister Cancellara, der seine letzte Saison bestreitet, den neun Jahre jüngeren Sagan sicher nicht noch einmal aus den Augen lassen. Bei der Ronde van Vlaanderen hatte sich der Schweizer von einer frühen Attacke des Slowaken überraschen lassen und einen Moment zu lange gezögert, wie Cancellara später selbst einräumte. Die entstandene Lücke konnte er trotz großem Kampf bis ins Ziel nicht mehr schließen.

Bei Paris-Roubaix spricht nun aber mehr für Cancellara. Dieser hat gezeigt, dass er die Form hat, seinen drei Siegen aus den Jahren 2006, 2010 und 2013 einen vierten folgen zu lassen. Sagan hingegen muss sich auf dem französischen Kopfsteinpflaster erst noch beweisen. Bei vier Starts hat er neben einem sechsten Platz im Jahr 2014 bislang kein Spitzenergebnis auf der Radrennbahn in Roubaix erreicht. Im Vorjahr landete er auf einem abgeschlagenen 23. Platz.

Fotostrecke: Flandernrundfahrt 2016: Die Rennradtricks der Profis

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Flandernrundfahrt 2016: Die Rennrad-Tricks der Profis Foto: Sebastian Hohlbaum
Flandernrundfahrt 2016: Die Rennrad-Tricks der Profis Foto: Sebastian Hohlbaum
Flandernrundfahrt 2016: Die Rennrad-Tricks der Profis Foto: Sebastian Hohlbaum

Zahlreiche starke Fahrer wollen sich in das Duell zwischen Cancellara und Sagan einmischen. Tom Boonen konnte bereits vier Mal in Roubaix siegen und setzt auf eine starke etixx-Quick Step-Mannschaft um den Vorjahreszweiten Zdenek Stybar, den Sieger von 2014 Nikki Terpstra und den Deutschen Tony Martin. Dieser gewann im letzten Jahr die Kopfsteinpflaster-Etappe der Tour de France und hat Blut geleckt: „Wenn es einen Frühjahrsklassiker gibt, der mir liegt, ist es Paris-Roubaix. Aber das Rennen ist absolutes Neuland für mich und auf den Sektoren geht es neben der puren Kraft auch um Erfahrung. Ich habe in den letzten Wochen viel gelernt und merke, dass es für mich auf diesem Terrain immer besser läuft. Jetzt bin ich bereit für mein Debüt und fokussiert auf den Sonntag.“

Als Mitfavoriten zählen auch Alexander Kristoff (Katusha), Geraint Thomas und Luke Rowe (Sky), Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) sowie Mailand-San Remo-Gewinner Arnaud Démare (FDJ).

 

Rennfahrer im Wald von Arenberg bei Paris-Roubaix 2015
Foto: ASO/B.Bade

Die deutschen Starter

Der große Abwesende des Rennens ist John Degenkolb (Giant-Alpecin), der sich im Vorjahr als erster Deutscher seit Josef Fischer in die Siegerliste eintragen konnte. Nach seinem schweren Trainingsunfall im Januar befindet sich Degenkolb im Aufbautraining und verbreitet Optimismus: „Die Klassikersaison ist abgehakt, und ich konzentriere mich jetzt auf mein zweites großes Ziel, die Tour de France."

Neben Tony Martin finden sich 11 deutsche Fahrer auf der vorläufigen Startliste: Nikias Arndt (Giant-Alpecin), Marcus Burghardt (BMC), Roger Kluge (IAM), Christian Knees (Sky), André Greipel und Marcel Sieberg (Lotto-Soudal), Ralf Matzka, Andreas Schillinger und Rüdiger Selig (Bora-Argon 18), Jasha Sütterlin (Movistar) und Björn Thurau (Wanty - Group Gobert).

 

Das Peloton bei Paris-Roubaix 2015
Foto: ASO/B.Bade

Die Strecke und TV-Übertragung

Bei der diesjährigen Ausgabe von Paris-Roubaix führen genau 52,8 von 257,5 Kilometern über die berüchtigten Kopfsteinpflaster-Passagen. Diese verteilen sich auf 27 Sektoren. Nach drei Jahren Pause steht der leicht ansteigende Sektor Capelle-Ruesnes/ Hameau du Buat wieder im Programm. Drei Sektoren weisen die höchste Schwierigkeitsstufe von fünf Sternen auf: der Wald von Arenberg (Sektor 18 nach 162km, 2.400m lang), Mons-en-Pévèle (Sektor 10 nach 209km, 3.000m lang) und der so oft schon rennentscheidende Carrefour de l’Arbre (Sektor 4 nach 240,5km, 2.100m lang).

Zum ersten Mal in der Geschichte wird das Rennen vom Startschuss bis zur Zieleinfahrt live übertragen. Die deutschen Fans kommen ab 10:15 Uhr in den Genuss einer siebenstündigen TV-Übertragung bei Eurosport.

07.04.2016
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE