Vorschau Flandernrundfahrt: 100. Austragung unter erschwerten Bedingungen

Alexander Kristoff und Nikki Terpstra bei der Flandernrundfahrt 2015
Foto: TDW Sports
Nicht nur für belgische Radsportfans ist sie das Größte: die Ronde van Vlaanderen. Die 100. Austragung am Sonntag steht jedoch im Schatten der Terroranschläge in Brüssel und den jüngsten Todesfällen im belgischen Radsport.

Kopfsteinfplaster und mörderische Steigungen, dazu lautstarke Fans, Fritten und Bier: Die Flandernrundfahrt ist die ultimative Verbindung aus Radrennen und Volksfest. Ausgerechnet im Vorfeld der Jubiläumsausgabe am kommenden Sonntag haben jedoch einige Ereignisse die Stimmung gedämpft: Angesichts der Terroranschläge in Belgien gelten verschärfte Sicherheitsvorkehrungen und so mancher Fan wird mit einem mulmigen Gefühl in der Menschenmenge stehen. Zudem beklagt die Radsportfamilie den Tod der beiden belgischen Profis Antoine Demoitié und Daan Myngheer.

 

Fans bei der Flandernrundfahrt
Foto: TDW Sports

Favoriten und deutsche Starter

Gleichwohl verspricht die 100. Austragung der Flandernrundfahrt Hochspannung. Das Favoritenfeld ist so groß wie lange nicht mehr.

Vorjahressieger Alexander Kristoff (Katusha) unterstrich mit einem starken Auftritt bei den Drei Tagen von De Panne seine Ambitionen. Weltmeister Peter Sagan (Tinkoff) war omnipräsent bei den Rennen dieses Frühjahrs und holte sich bei Gent-Wevelgem seinen ersten Sieg im Regenbogentrikot. Fabian Cancellara (Trek-Segafredo) ist in seiner letzten Saison hochmotiviert und beeindruckte mit Siegen bei der Strade Bianche und einer furiosen Aufholjagd beim E3-Harelbeke.

Traditionell stark präsentieren sich belgische Fahrer beim wichtigsten Rennen in ihrer Heimat. Greg van Avermaet (BMC), Sep Vanmarcke (LottoNL-Jumbo), Jürgen Roelandts und Tiesj Benoot (Lotto-Soudal) rechnen sich Chancen aus. Hinter der Form von Tom Boonen (etixx-Quick Step) steht ein Fragezeichen, doch seine Mannschaft um Nikki Terpstra, Zdenek Stybar und Tony Martin sollte man nicht unterschätzen.

Neben Martin starten 16 weitere deutsche Fahrer: Nils Politt (Katusha), Rick Zabel und Marcus Burghardt (BMC), André Greipel und Marcel Sieberg (Lotto-Soudal), Robert Wagner (LottoNL-Jumbo), Nico Denz und Patrick Gretsch (AG2R), Roger Kluge (IAM), Jasha Sütterlin (Movistar), Nikias Arndt (Giant-Alpecin), Björn Thurau (Wanty-Groupe Gobert) sowie Ralf Matzka, Michael Schwarzmann, Andreas Schillinger und Phil Bauhaus (Bora-Argon 18).

Strecke und TV-Zeiten

Die Flandernrundfahrt führt in diesem Jahr über 255 Kilometer von Brügge nach Oudenaarde. Unterwegs stehen 18 Hellingen auf dem Programm - kurze, aber zumeist sehr steile Anstiege auf mehrheitlich schmalsten Sträßchen. Klingende Namen wie Koppenberg, Oude Kwaremount und Paterberg verlangen den Profis alles ab. Die legendäre Mur von Gerardsbergen steht hingegen auch in diesem Jahr nicht auf dem Programm. Zu den Anstiegen, die häufig an der 20%-Marke kratzen, kommen sieben Kopfsteinpflasterabschnitte hinzu, die sich auf 13 Kilometer summieren. Eurosport überträgt das Rennen ab 14.00 Uhr live.

Die Voraussetzungen sind also geschaffen für eine spannende Ronde van Vlaanderen - wenn auch in diesem Jahr unter erschwerten Bedingungen.

01.04.2016
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE