Die Kolumne: "Ich kann nicht anders - ich bin auf Langstrecke programmiert"


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Jens Vögele Die Kolumne Amstel Gold Race
Foto: Jens Vögele

 

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Die Kolumne. RoadBIKE-Chefredakteur Jens Vögele liebt den Radsport. In seiner Kolumne schreibt er in unregelmäßigen Abständen über seinen und Ihren Sport. Teil 1: Das Amstel-Gold-Race, die Leidenschaft für die Langstrecke und ein geniales Rennrad-Wochenende.

Es ist immer dieselbe Situation. Vor dem Start verfluche ich meine Entscheidung, die lange Strecke zu fahren. Aber ich kann nicht anders – ich bin auf Langstrecke programmiert.

230 Kilometer sind's diesmal – für Mitte April ganz schön viel. Amstel Gold Race für Jedermänner. Am Start hat’s 2 Grad, die Scheiben der Autos sind gefroren.

Die Jungs, mit denen ich unterwegs bin, fahren alle die 150er-Runde, schon nach 5 Kilometern trennen sich unsere Wege, ich muss rechts auf die Extraschleife abbiegen. Wir Langstreckler wissen aber dadurch gleich, dass wir unter uns sind und kommen ins Gespräch.

Erkenntnis 1: Streckenschilder mit unterschiedlichen Farben reichen nicht aus, wie mir mein Nebenmann aus Belgien erzählt, der farbenblind ist: „Für mich sind alle Schilder grau“.

Erkenntnis 2: Veranstaltungen ohne Zeitnahme sind einfach entspannter als echte Rennen. Man hat Zeit zum Reden, hält an den Verpflegungsstellen ohne Hektik an, fährt aber danach trotzdem wieder zügig Rad.

Erkenntnis 3: Karamellkekse an den Verpflegungsstationen sind super!

Erkenntnis 4: Wenn man gescheite Radwege hat, dann fahren auch alle drauf. Sogar 15 000 bei einem Riesenevent.

Erkenntnis 5 und wahrscheinlich die wichtigste lieferten aber die 8 Jungs aus der Nähe von London, die jedes Jahr auf den Kontinent kommen, um einen Frühjahrsklassiker zu fahren: „Samstags die lange Runde fahren, abends ein paar Bierchen trinken und sonntags den Profis zuschauen – das ist das perfekte Wochenende.“

24.04.2015
Autor: Jens Vögele
© RoadBIKE