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Rennrad-Ass im Interview: Franco Marvulli über den Bahnradsport in Deutschland und New York
Marvullis Motto zum diesjährigen Mallorca-Aktiv Grand Prix lautet: "Ich will in Öschelbronn etwas reißen." Der 31-jährige Schweizer ist vierfacher Welt-, siebenfacher Europameister und blickt auf 29 Siege bei Sechstagerennen zurück.
Im Gespräch, vor dem Sechs-Tages-Rennen in Öschelbronn, spricht Franco Marvulli über das Six-Days-Sterben in Deutschland, Rennen in New York – und den Mut, Veranstaltungen wie in Öschelbronn auf die Beine zu stellen.
Franco Marvulli, was macht ein Bahnfahrer eigentlich den ganzen Sommer über?
Marvulli: Das Gleiche wie im Winter – er fährt Radrennen.
Gibt es davon überhaupt noch genug? In Deutschland hat man den Eindruck, der Bahnradsport stehe kurz vor dem Aus.
Marvulli: Das ist eher eine subjektive Sicht der Deutschen. Ich fahre eigentlich genauso viele Rennen wie früher.
Wo denn?
Marvulli: In der ganzen Welt. Es stimmt schon: Früher waren die deutschen Sechstagerennen die Haupteinnahmequelle für uns Bahnfahrer. Heute müssen wir weiter reisen.
Wohin zum Beispiel?
Marvulli: Ganz unterschiedlich. Am Wochenende beispielsweise bin ich in New York gefahren.
Das ist mal wirklich eine weite Anreise.
Marvulli:(Lacht.) Wohl wahr. Aber das ist eher die Ausnahme. Ich fahre viele Rennen in der Schweiz, wo wir vier tolle Bahnen haben. Und Holland ist ganz groß im Kommen.
Mit was?
Marvulli: Mit Sechstagerennen. In den letzten Jahren sind dort fünf Veranstaltungen hinzugekommen. Das ist für uns natürlich ein Segen.
In Deutschland sieht es nicht ganz so gut aus.
Marvulli: (Seufzt.) Das ist leider wahr. Stuttgart, München, Dortmund – das waren große, tolle Rennen. Das tut schon weh, dass die nicht mehr stattfinden.
Es steht nicht gut um den deutschen Bahnradsport.
Marvulli: Das wiederum würde ich so nicht unterschreiben.
Nicht?
Marvulli: Nein, es gibt sogar sehr viele hoffnungsvolle Talente – man muss ihnen nur die Möglichkeit zum Fahren geben.
Da trifft es sich ja gut, dass es eine Veranstaltung wie jene am Samstag in Öschelbronn gibt.
Marvulli: Das können Sie laut sagen. Ich bin froh, dass es noch jemand gibt, der den Mut hat, so ein Riesending auf die Beine zu stellen.
Starten Sie auch deshalb dort?
Marvulli: Ich finde, dass wir Fahrer so etwas unterstützen sollten. Für mich ist es Ehrensache, dass ich dabei bin.
Keine sportlichen Ambitionen?
Marvulli: Aber natürlich. Wenn es für mich sportlich keinen Sinn ergeben würde, dort zu starten, würde ich es nicht machen. Ich will schon etwas reißen.
Was halten Sie denn von der Bahn in Öschelbronn?
Marvulli: Sie ist nach der Renovierung ganz fantastisch geworden. Wenn ich sehe, was da in Eigenregie gemacht wurde, kann ich nur sagen: Hut ab. Ich halte die Solaranlage auch für ein sehr intelligentes Konzept, das sich auszahlen wird. Davon bin ich überzeugt.




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