Neuer Bußgeldkatalog: Die wichtigsten Änderungen für Radfahrer

Richtige Fahrradbeleuchtung
Foto: www.pd-f.de / Kay Tkatzik
Zum 1. Mai 2014 ist eine Reform des Flensburger Punktesystems in Kraft getreten. RoadBIKE fasst die wichtigsten Neuerungen für Fahrradfahrer zusammen und sagt, welche Verstöße mit Punkten in der Sünderkartei geahndet werden.

Nicht nur Autofahrer sind von der Neuregelung des Flensburger Punktesystems betroffen. Im Zuge der Reformierung des Bußgeldkatalogs gibt es auch einige Änderungen für Fahrradfahrer. Sowohl die Höhe der Bußgelder, als auch die Anzahl der Punkte wurden neu geregelt.

Wurden für einen einfachen Rotlichtverstoß bisher 45 Euro fällig, müssen für dieses Vergehen jetzt 60 Euro gezahlt werden. Ist die Ampel beim Überfahren bereits länger als eine Sekunde rot, sind sogar 100 Euro fällig.

Die Eintragungsgrenze wird von bisher 40 Euro auf 60 Euro angehoben. Dies bedeutet, dass es für Verstöße mit Bußgeld ab 60 Euro mindestens einen Punkt in Flensburg gibt.

Nach aktuell gültigem Bußgeldkatalog werden vier Tatbestände mit mindestens einem Punkt geahndet:

  • Fahrzeug nicht vorschriftsmäßig, dadurch Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt (1 Punkt)
  • Missachtung des Rotlichts an der Ampel (1 Punkt)
  • Die Ampel war bereits länger als eine Sekunde rot (1 Punkt)
  • Bahnübergang trotz geschlossener (Halb)Schranke überquert (2 Punkte)

Der Tatbestand "Fahrzeug nicht vorschriftsmäßig, dadurch Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigt" bedeutet laut ADFC, dass ein Fahrrad beispielsweise ohne Bremse, ohne Licht oder ohne Klingel unterwegs ist, wobei die Verkehrssicherheit dadurch wesentlich beeinträchtigt ist.

Wer betrunken fährt, begeht Straftat

Verstöße im Zusammenhang mit Alkohol sind im Bußgeldkatalog nicht aufgeführt, da es sich dabei nicht um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat handelt. Bei absoluter Fahrunsicherheit (ab 1,6 Promille) oder geringerer Alkoholisierung in Verbindung mit Ausfallerscheinungen (Fahrfehler, Unfall) können Fahrradfahrer vor Gericht angeklagt werden.

Führerschein-Einzug: Limit auf acht Punkte reduziert

Grundsätzlich gilt: der Führerschein wird künftig nicht mehr bei 18 Punkten, sondern schon bei acht Punkten eingezogen. Bei einigen Verstößen wurde die Punkteanzahl herabgesetzt. Wer einen Bahnübergang bei geschlossener Schranke überquert, zahlt nun 350 Euro Bußgeld und erhält zwei Punkte, statt bisher vier Punkte.

Für den Tatbestand "Fußgänger am Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) das Überqueren nicht ermöglicht" entfallen die bisher fälligen 4 Punkte vollständig.

07.05.2014
Autor: Benjamin Linsner
© RoadBIKE