Neues Trek Madone 9 – Aero neu gedacht


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Trek Madone 9 2106 Race Shop Limited
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Trek Madone 9 2016
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Trek Madone 9 2016
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Trek Madone 9 2016
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Trek Madone 9: Mit dem neuen Aero-Renner verspricht Trek das "ultimative Rennrad". Hier gibt's die ersten Infos und Bilder.

Wenige Tage vor dem Start der Tour hat Trek seinen neuen Aero-Renner Madone vorgestellt. Und dabei nicht mit großen Worten gegeizt. Das Madone sei schlicht „das ultimative Rennrad“.
John Burke, Präsident des US-Herstellers, setzte noch einen drauf: „Dieses Rad setzt einen komplett neuen Standard. Und es fährt sich noch besser als es aussieht.“

Radikale Aero-Optik ohne sichtbare Züge und Kabel

Klar ist: Die Optik des neuen Madone fällt auf. Die fließenden Formen kommen noch besser zur Geltung, weil am kompletten Rad praktisch keine Züge oder Kabel zu sehen sind. Ob mit elektronischer oder mechanischer Schaltung: Alle Züge/Kabel führen von den Brems-/Schalthebeln direkt in den Lenker und weiter durch den integrierten Vorbau und den Rahmen. Selbst von den Bremszügen ist nur am hinteren Stopper ein kleines Stück zu sehen, das zentral auf die von Trek komplett neu entwickelte Direct-Mount- Mittelzugbremse trifft. Die vordere Bremse schmiegt sich so eng an die Gabel, dass im sich nach vorn verjüngenden Steuerrohr extra Platz geschaffen werden musste. Zwei bewegliche Abdeckungen („Vector Wings“) heben sich bei größeren Lenkeinschlägen im hinteren Bereich ab, um der Bewegung des auch hier zentral angreifenden Bremszugs Raum zu geben. Dabei wirken sie als Windabweiser – mit Wow-Effekt.
Jede Menge Feinarbeit investierte Trek nach eigener Aussage in die Profilformen der Rahmenrohre und der Gabel. Der US-Hersteller verspricht hier einen „neuen Benchmark in puncto Aero-Peformance“. Anteil an der überlegenen Aerodynamik soll auch die integrierte Lenker-Vorbau-Einheit haben. Der extrem abgeflachte, breite Oberlenker erinnert tatsächlich eher an eine Tragfläche als an ein Lenkerprofil.
Beim Feinschliff im Windkanal legten die Trek-Ingenieure auch Wert auf kleine Details: Die Position der beiden Flaschenhalter im Rahmendreieck habe man ebenso unter Aero-Gesichtspunkten optimiert wie den Kettenfänger am Tretlager.

„Control Center“ im Unterrohr

Da sich auch verdeckt laufende Züge irgendwann längen und eine Di2-Schaltung einmal eingestellt werden muss, befindet sich auf der Oberseite des Unterrohrs das sogenannte „Control Center“, ein je nach verbautem Schaltsystem austauschbarer Einsatz, der den Akku und die Kontrolleinheit einer elektronischen Schaltung aufnimmt oder, alternativ, eine von außen zugängliche Zugeinstellschraube. Durch die beim Abnehmen der Abdeckung entstehende große Öffnung soll auch das Einfädeln neuer Züge leichter von der Hand gehen.

Doppeltes Sitzrohr für mehr Komfort

Nicht auf Anhieb zu erkennen ist dagegen das „IsoSpeed“ genannte, bereits vom Trek Domane bekannten Gelenk im Sitzrohr. Im starren, aerodynamisch optimierten äußeren Rahmenrohr sitzt ein schlankes, gut flexendes rundes Rohr für mehr Komfort. Im Sitzdom steckt eine kurze Aero-Stütze, die eine feinfühlige Anpassung der Sitzhöhe über einen großen Bereich zulässt. Das Ergebnis, so verspricht Trek: „einzigartige Aerodynamik und unerreichte vertikale Nachgiebigkeit“, die weit über den Werten der Mitbewerber liegen soll.

Gewicht, Verfügbarkeit und Preise

Traditionell nicht die Stärke von Aero-Rennern ist das Gewicht. Doch auch hier verspricht Trek nicht zu patzen: Für den Hauptrahmen geben die Amerikaner 950 Gramm an, die Gabel soll 340 Gramm wiegen. Das Komplettrad (Madone 9.9) belastet die Waage laut Hersteller mit 7 Kilogramm.

Erhältlich in drei Geometrien

Wie bei Trek-Rennern üblich, bietet der Hersteller auch vom neuen Madone unterschiedliche Geometrien an_
- H1 Fit: aggressivere Geometrie mit tieferer Front, vor allem durch ein kürzeres Steuerrohr (14 statt 17 cm beim H2)
- H2 Fit: gemäßigtere Geometrie mit längerem Steuerrohr für eine entspanntere Sitzposition
- WSD (Women’s Specific Design): Geometrie entspricht weitgehend der des H2, mit „optimierten Kontaktpunkten“

Die Preise, die Trek für das neue Madone aufruft, sind, erwartungsgemäß bei so viel Hightech, recht happig. Der Einstiegspreis für die Kompletträder beginnt bei knapp 6000 Euro (mit Shimano Ultegra und Bontrager Paradigm Elite). Die 9.5-Modelle kommen mit mechanischer Dura-Ace und Bontrager Aura-Laufrädern), und wem selbst die teuerste Variante 9.9 für rund 12000 Euro (Dura-Ace Di2, Bontrager Aeolus A5 D3) nicht exklusiv genug ist, findet im Project One genannten Custom-Programm ausreichend Möglichkeiten der Individualisierung.

Trek Madone 9 Series H1 Frameset: 5499 Euro
Trek Madone 9 Series H2 Frameset: 4499 Euro
Trek Madone 9.2 H2: 5999 Euro
Trek Madone 9.5 H2: 7999 Euro
Trek Madone 9.9 H2: 11.999 Euro
Trek Madone 9.9 Women's: 11.999 Euro
Trek Madone Race Shop Limited H1: 12.999 Euro

Die 9.2-Modelle sollen laut Trek bereits ab sofort zu haben sein, die 9.9-Serie und das Top-Modell Race Shop Limited ab Mitte Juli. Im August sollen schließlich 9.9 und Project-One-Räder verfügbar sein.

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Erste Fahreindrücke

Erster Eindruck: Das neue Madone ist schnell, keine Frage! Und dabei erstaunlich unprätentiös! Keine extreme Aero-Sitzposition, die dem Fahrer aufgezwungen wird, keine unnachgiebige Härte beim Fahren. Der Komfort am Heck ist für einen Aero-Renner überraschend gut und auf der Straße erfahrbar. Weniger beeindrucken konnte auf der ersten Testfahrt die eher harte Front des Madone. Der extrem abgeflachte Oberlenker ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht unangenehm zu greifen – am Ende wohl eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die neu entwickelten Bremsen sind gut dosierbar und packen kraftvoll zu.

Komfort bringen nicht zuletzt die breiten 25-er-Reifen, mit denen das Testrad, ein Madone 9.9 H2, aufgebaut war. Das Rad beschleunigt willig, marschiert stramm voran und hält hohes Tempo mit Leichtigkeit. Dabei fühlt es sich durchaus handlich an.

Ob das neue Madone tatsächlich „das ultimative Rennrad“ ist, kann erst ein ausführlicher Vergleichstest zeigen.

Jens Voigt, Markenbotschafter bei Trek, und bei der Präsentation mit den Journalisten unterwegs, meinte mit Blick auf das neue Arbeitsgerät seines ehemaligen Teams: „Da habe ich wohl zu früh aufgehört.“

02.07.2015
Autor: Alexander Walz
© RoadBIKE