BMC Roadmachine: Neuer Disc-Renner aus der Schweiz


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BMC Roadmachine RM01 RM02 RM03
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Foto: Jeremie Reuiller
BMC stellt den neuen Langstrecken-Renner Roadmachine als Nachfolger des Granfondo vor. Hier gibt es erste Infos.

UPDATE: Ganz unten lesen Sie den ersten Fahreindruck zum neuen BMC Roadmachine.

Nicht weniger als „die Zukunft des Endurance-Rennrades“ verspricht der Schweizer Hersteller BMC mit seiner neuen Roadmachine zu definieren. Seinen Einstand sollte der neue Renner bei der Tour de Suisse geben, doch daraus wurde nichts: Die UCI-Entscheidung, Scheibenbremsen bis auf Weiteres nicht mehr im Profi-Peloton zu dulden, ließ den ersten großen Auftritt auf der Radsport-Bühne platzen: Die Roadmachine ist ein „Disc-only-Renner“, eine Variante mit Felgenbremsen ist nicht geplant.

Präsentiert wurde das Rad dennoch: vor der versammelten Radsport-Presse beim Launch in Turin. Thomas McDaniel, Product Marketing Manager bei BMC, umreißt die Aufgabenstellung, die sich den Entwicklern stellte. „Die meisten Menschen, die sich ein Rennrad kaufen, haben keine klare Vorstellung, was sie damit alles fahren werden.“ Deshalb habe man das Konzept verfolgt, weniger ins Extrem zu gehen, sondern die goldene Mitte abzubilden.

Die Roadmachine solle eine breitere Zielgruppe ansprechen als der Komfort-Renner Granfondo. Das Rad sollte „schneller, besser passend für unterschiedliche Ansprüche, technisch fortschrittlich und mit besserer Performance“ werden. Ein hoher Anspruch – auch das Granfondo war bereits ein sehr überzeugendes Rad. Deshalb bleibt es fürs Erste auch weiter im Programm: als GF 02 mit Felgenbremsen, für alle die ein Endurance-Rad ohne Discs suchen.

Optisch sticht die Roadmachine seinen Vorgänger locker aus: Die Linie ist klarer, die Proportionen stimmiger, das Design moderner und frischer, die Farben teils mutig wie beim grünen Top-Modell, teils klassisch in Rot, Weiß und Silber.

Das Roadmachine-Line-up umfasst 3 Rahmenversionen (2 Carbon- und 1 Alu-Rahmen) in unterschiedlichen Preisklassen.

Vor allem die Top-Linie 01 besticht mit einem hohen Maß an Integration: Bei den Modellen mit elektronischer Schaltung sind alle Kabel und Leitungen komplett innen verlegt - auch im eigens entwickelten Vorbau („Integrated Cockpit“), der an der Unterseite einen Halter für die Di2-Steuereinheit vorhält und Radcomputer oder Kameras verschiedener Hersteller mit passenden Adapterlösungen aufnimmt. Das sieht spektakulär aus und bietet dem Wind weniger Widerstand – von vorn sieht die Roadmachine fast aus wie ein Aero-Renner, obwohl die Aerodynamik kein ausgewiesener Schwerpunkt bei der Entwicklung des Rahmens war.

Perfekt integriert und optisch unauffällig schmiegen sich auch die Bremskörper der hydraulischen Shimano-Bremsen an Rahmen und Gabel an. Die Befestigung erfolgt nach Flatmount-Standard, der vordere Adapter ist eine BMC-Eigenentwicklung, die – theoretisch – den Wechsel auf eine kleinere Scheibe statt der serienmäßig verbauten 160er-Disc ohne Adapterwechsel erlaubt.

In Sachen Komfort setzt die Roadmachine auf die bereits beim Granfondo erfolgreich umgesetzte „Tuned Compliance Concept“ für optimierte vertikale Nachgiebigkeit, ohne dessen teile polarisierende Optik aufzugreifen. Die Roadmachine wirkt eleganter, die schlanke Sattelstütze mit abgeflachter Rückseite soll nicht nur gut federn, sondern auch belastbarer sein als komplett runde Modelle. Die Stütze wird im Rahmen geklemmt, von außen sichtbar ist nur die Öffnung für den 5-mm-Inbus auf dem Oberrohr.

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BMC Roadmachine: Anpassbare Geometrie

Wie der Fahrer auf dem Rad sitzt, lässt sich in einem weiten Bereich anpassen: Eher touristisch-aufrecht oder sportlich-gestreckt – der flexible Aufbau der Front mit 2 unterschiedlich hohen Steuerlager-Abschlusskappen („Top Cones“), die in Aero-Rad-Manier ins Oberrohr übergehen, sowie formal angepassten Spacern macht’s möglich.. „Dual-stack“ nennt BMC diese Option. 5 lieferbare Vorbaulängen (90 bis 130 mm) runden das Individualisierungsprogramm ab. Ein Online-Tool, das die Anpassung erleichtert, hilft dem Händler, das Rad passend zu den Wünschen des Kunden auf- oder umzubauen.

Die Roadmachine 01 mit dem Top-Rahmen kommt in 3 Ausstattungsvarianten mit Dura-Ace DI2, Ultegra DI2 oder mechanischer Ultegra zu Preisen von 9999, 6999 und 4699 Euro. Für das Rahmen-Set inkl. Cockpit und Sattelstütze werden 3899 Euro fällig.

Das Top-Modell soll ab 7,3 kg wiegen. Der Rahmen allein kommt auf 920 g, die Gabel auf 390 g, die Sattelstütze wiegt 160 g. 6 Rahmengrößen von 47 bis 61 cm sind lieferbar.

BMC Roadmachine: Drei Rahmen-Varianten

Käufer einer Roadmachine 02 müssen auf das integrierte Cockpit verzichten und mit einem Standardvorbau vorliebnehmen, profitieren aber ebenfalls von „Dual Stack“. Der Rahmen ist etwas schwerer (1100 g), bietet dafür auch Aufnahmen für Schutzbleche. Die komfortable Sattelstütze (D-Shape) übernimmt die 02-Reihe vom Top-Rahmen.

Als Ausstattungsvarianten bietet BMC ein Modell mit Ultegra Di2 für 4499 Euro, das Ultegra-Modell kostet 3599 Euro, das Modell mit Shimano-105-Ausstattung 2799 Euro.

Das Alu-Modell 03 gibt es im Shimano-105-Aufbau für 2099, die Variante mit Tiagra-Grupppe kostet 1799 Euro. Standard-Vorbau und runde Sattelstütze ersetzen die teuren Eigenentwicklungen der Carbon-Modelle, neben Schutzblechen lässt sich an der Roadmachine 03 auch ein Gepäckträger befestigen. Erfreulich: Der aufwendig und sehr schön verarbeitete Rahmen soll nur 1300 g wiegen.

Allen Modell gemein sind 12-mm-Steckachsen (Shimano-Standard) mit 100 bzw. 142 mm Breite sowie 160/140 mm große Bremsscheiben (vorn/hinten) und breite Reifen (um 28 mm).

Die Roadmachine ist ab sofort lieferbar.

Mehr technische Infos sowie erste Praxiserfahrungen und Fahreindrücke gibt’s in Kürze hier.

Erster Fahreindruck der BMC Roadmachine

Für erste ausführliche Fahrtests stand RoadBIKE die Nummer 2 im Line-up zur Verfügung, die Roadmachine 01 Ultegra Di2 mit 3T-Discus-C35-Carbon-Laufrädern und Conti GP 4000 sII, Gesamtgewicht: ca. 7,6 kg. Das Cockpit wurde von BMC entsprechend den Vorlieben des Testers angepasst: „Schick uns die Stack- und Reach-Daten deines Lieblingsrades“, hieß es in der Einladung. Und tatsächlich: Beim ersten Aufsitzen fühlt man sich sofort zu Hause. Die Haltung passt, alles fühlt sich vertraut an. Sehr schön!

Der erste Eindruck nach den ersten Metern: Die Roadmachine sieht nicht nur schnell aus, sie fühlt sich auch so an. Das Rad beschleunigt bereitwillig und geht ordentlich vorwärts, von der Trägheit, die manchen Komfort-Renner kennzeichnet, ist hier wenig zu spüren. Das ist ein echtes Rennrad, kein Zweifel! Trotz der montierten breiten 28-mm-Reifen, die in den breiten Carbonfelgen fast 30 mm breit bauen, wirkt die Roadmachine nicht träge beim Einlenken und lässt sich durchaus sportlich fahren. Im Serientrimm sollen zudem 25-mm-Reifen verbaut werden, die knapp 28 „echten“ mm entsprechen sollen, was der Fahrdynamik zugutekommen dürfte, ohne den ausgezeichneten Komfort, den das Rad bietet, deutlich zu mindern. Was davon aufs Konto des Rahmens und der Sattelstütze geht und was die Laufräder und Reifen dazu beisteuern, muss ein späterer Labortest zeigen.

Die Roadmachine läuft stabil geradeaus, vermittelt auch auf steilen Abfahrten ein hohes Maß an Sicherheit, reagiert jederzeit prompt und verlässlich und auch schnelle Richtungswechsel bringen Rad und Fahrer nicht in Verlegenheit. „Die Rahmenperformance liegt zwischen Granfondo und Teammachine“, erklärt Thomas McDaniel, „steif, wo benötigt, nachgiebig, wo gewünscht.“ So reiht sich die Roadmachine laut BMC-Aussage in allen wesentlichen Punkten zwischen Granfondo und Teammachine ein: beim Rahmengewicht, der Tretlager- und Lenkkopfsteifigkeit wie auch beim Komfort. „Ein Rad für alles“, sagt BMC. Ein Rennrad, das unterschiedliche Fahrertypen abholt. Und ein großer Schritt in die richtige Richtung – in die Zukunft des Endurance-Rennrades.

Alle BMC Roadmachine Modelle im Überblick

  • BMC Roadmachine RM01 Dura-Ace Di2 9999 Euro
  • BMC Roadmachine RM01 Ultegra Di2 6999 Euro
  • BMC Roadmachine RM01 Ultegra 4699 Euro
  • BMC Roadmachine RM02 Ultegra Di2 4499 Euro
  • BMC Roadmachine RM02 Ultegra 3599 Euro
  • BMC Roadmachine RM02 105 2799 Euro
  • BMC Roadmachine RM03 105 2099 Euro
  • BMC Roadmachine RM03 Tiagra 1799 Euro

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10.06.2016
Autor: Alexander Walz
© RoadBIKE