Campagnolo Potenza: Angriff auf Shimanos Ultegra


Zur Fotostrecke (8 Bilder)

Die neue Campagnolo Potenza
Foto: Campagnolo

 

Die neue Campagnolo Potenza
Foto: Campagnolo

 

Die neue Campagnolo Potenza
Foto: Campagnolo

 

Die neue Campagnolo Potenza
Foto: Campagnolo

 

Die neue Campagnolo Potenza
Foto: Campagnolo
Eine komplett neue Gruppe: Mit der Potenza will Campagnolo der bislang dominierenden Ultegra von Shimano Konkurrenz machen und Marktanteile abjagen.

Veloce, Athena, Chorus, Record und Super Record - das Angebot an Rennradgruppen von Campagnolo ist wahrlich nicht klein. "Unser Problem aber war, dass wir kein adäquates Gegenstück zur Ultegra hatten, vor allem preislich", sagt Lorenzo Taxis von Campagnolo. Die Chorus wird von Campagnolo nicht nur preislich oberhalb angesiedelt, die Athena darunter. Nicht zuletzt deshalb ist die Ultegra auf nahezu allen Rennrädern zwischen 2000 und 3500 Euro die vorherrschende Gruppe.

Loading  

Die wichtigsten Fakten zur neuen Campagnolo Potenza

  • Name: Campagnolo Potenza11
  • Gewicht: 2303 Gramm (ohne Züge)
  • Kurbel: 53-39, 52-36, 50-34
  • Kassetten: 11-25, 11-27, 11-29, 11-32, 12-27
  • Erhältlich ab: Frühjahr 2016
  • Preis: 852,53 Euro (mit 12-27 Kassette), 904,18 Euro (mit 11-32 Kassette)

Kraft, Stärke, Leistung

Doch das soll sich nach dem Willen von Campagnolo bald ändern. "Potenza", italienisch für Kraft, Stärke oder Leistung, heißt die neu entwickelte Gruppe, die die Ultegra direkt herausfordern soll und im selben Preissegment angesiedelt wird. Das heißt, sie soll für ab rund 850 Euro zu haben sein.

Bei der Entwicklung hat in vielen Bereichen Campagnolos Top-Gruppe Super Record als Vorbild gedient, so steckt jede Menge Technik aus dem HighEnd-Bereich in der Campagnolo Potenza. Am Augenscheinlichsten wird dies bei der Kurbel, die das gleiche Vierarm-Design wie die Super Record hat und sich auch bei der Performance an der Top-Gruppe orientiert, nur Material und Gewicht sind natürlich nicht auf dem selben Level. So besteht der Kurbelarm der Potenza aus hohlgeschmiedetem Aluminium. Zudem verwendet Campagnolo bei der Potenza eine PowerTorque-Achse während es bei der Super Record eine UltraTorque-Achse ist. Dank eines einheitlichen Lochkreises können auf der Kurbel alle möglichen Übersetzungen von 50-34, 52-36 sowie 53-39 montiert werden.

Verbessertes Schaltwerk

Auch beim Schaltwerk haben sich Campagnolos Ingeniere an der Super Record orientiert. Dank der "Embrace"-Technologie wird die Kette enger an der Kassette geführt, sodass diese mit mehr Zähnen des Ritzels Kontakt hat. "Das sorgt für eine deutlich bessere Performance und nicht zuletzt eine effektivere Kraftübertragung", sagt Joshua Riddle von Campagnolo. Das Schaltwerk wird es zudem mit zwei verschiedenen Käfiglängen geben, sodass auch die neue 11-32-Kassette von Campagnolo montiert werden kann, was gerade bei steileren Ansteigen ein großer Vorteil sein kann.

Die Schaltgriffe bieten die von Campangolo gewohnt gute Ergonomie und wurden nur im Detail, etwa am Verbindungspunkt zum Lenker und beim Material verbessert. Mit den Schalthebeln kann die Kette bis zu drei Ritzel auf einmal nach oben gelegt werden, der Daumenschalter wurde von den EPS-Gruppen übernommen und ist auch im Unterlenker besser zu erreichen.

Sehr guter Fahreindruck

Doch wie schlägt sich die neue Gruppe in der Praxis? Roadbike hatte auf Gran Canaria Zeit, sie ausgiebig zu testen. Dabei gefiel die Campagnolo Potenza vom Start weg: Die Schaltgriffe liegen sehr gut in der Hand, beide Schalthebel sind gut mit den Fingern zu erreichen, gerade auch der Daumen-Schalter im Unterlenker. Beim Schalten spürt man die nahe Verwandtschaft mit der Super Record sofort, die Kette wechselt extrem leichtgängig die Ritzel, auch der Wechsel vom kleinen aufs große Kettenblatt funktioniert extrem leichtgängig und ohne große Handkräfte. Dank der feinen Trimmfunktion läuft die Kette selbst bei extremem Schräglauf ohne nervige Geräusche. Die Bremsen lassen sich gut dosieren und geben allzeit ein sicheres und berechenbares Gefühl.

Allerdings: Während es die Ultegra bereits als elektronische Di2-Version gibt, wird es mit der Einführung der Campagnolo Potenza noch keine EPS-Version geben. Gleiches gilt für eine Version mit Scheibenbremsen. Zwar arbeitet Campagnolo an einer eigenen Disc-Bremse (mehr dazu hier: LINK), doch wann diese auf den Markt kommt und von welchen Gruppen es eine Disc-Version geben wird, steht nach Aussage von Campagnolo noch nicht fest.

16.03.2016
Autor: Christian Brunker
© RoadBIKE