Campagnolo bringt neue Centaur 11-fach-Gruppe auf den Markt


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Campagnolo Centaur 11-fach
Foto: Campagnolo/Pablo Moreno

 

Campagnolo Centaur 11-fach
Foto: Campagnolo/Pablo Moreno

 

Campagnolo Centaur 11-fach
Foto: Campagnolo/Pablo Moreno

 

Campagnolo Centaur 11-Fach
Foto: Moritz Pfeiffer

 

Campagnolo Centaur 11-Fach
Foto: Moritz Pfeiffer
Trotz Großoffensive im Disc-Bereich setzt Campagnolo auch weiterhin auf Gruppen mit mechanischen Felgenbremsen. Die neue Centaur soll als günstige 11-fach-Gruppe im Einstiegsbereich punkten.

Technisch und optisch ist die neue Centaur eng an die Top-Gruppen aus dem Hause Campagnolo angelehnt. So bietet sie beispielsweise die gleiche ergonomische Form der Schalt-Bremsgriffe sowie Design, Abmessungen und Mechanik der höher angesiedelten Umwerfer. Doch während bei den Top-Gruppen viel Carbon und Titan zum Einsatz kommen, ist die Centaur eine reine Aluminium-Gruppe. Entsprechend ist das Gewicht etwas höher, der Preis aber auch deutlich niedriger.

Erste Ultra-Torque-Kurbel aus Alu

Eine Mogelpackung soll die Centaur aber nicht sein. Bei der Kurbel übertrifft sie gar die nominell über ihr angesiedelte Potenza. Zwar übernehmen beide Gruppen von Campas Top-Ensembles die Vier-Arm-Kurbel mit einem Lochkreis für alle Kettenblätter, doch die Centaur kommt sogar mit Ultra-Torque-Technologie: Die Kurbelachse ist in der Mitte geteilt und fest an den Kurbelarmen montiert, beide Hälften werden im Tretlager aufeinander gesteckt und mit einer Inbusschraube geklemmt. Diese Lösung war bei Campa bislang den Carbon-Kurbeln vorbehalten und gefällt mit einfacher Montage und großer Wartungsfreundlichkeit (wobei auch das Power-Torque-System der Potenza mit durchgängiger Kurbelachse dank eines integrierten Abziehers gegenüber früheren Ausführungen wartungsfreundlicher geworden ist).

Campagnolo wird die Centaur-Kurbel in den Längen 170, 172,5 und 175 mm sowie den Kettenblattabstufungen 52-36 und 50-34 anbieten. Als Gewicht gibt Campa 875 g für die Kurbel und 40 g für die Lagerschalen an, die in allen gängigen Standards verfügbar sein sollen.

Schaltwerk und Umwerfer

Das Schaltwerk, das nun 11 Gänge schaltet, unterscheidet sich optisch von den fließenden Formen der höher angesiedelten Campa-Gruppen: Es wirkt schlichter, die Aussparung soll Gewicht reduzieren. Campa wird nur eine Version mit längerem Schaltkäfig anbieten (230 g), die neben den drei verfügbaren Centaur-Kassetten mit 11-29, 11-32 und 12-32 Zähnen auch kleinere Übersetzungen aus anderen Gruppen bedienen kann. Auffällig sind die verlängerten Zähne des oberen Schaltröllchens, die, so der Hersteller, ein leichteres Einstellen des Schaltwerks ermöglichen.

Der Umwerfer verfügt über den nach oben verlängerten Arm, den man schon von anderen Campa-Gruppen kennt, das Käfigdesign entspricht jenem der Super Record. Da der Schalthebel des linken Ergopowers drei Rasterstufen aufweist, sollen alle 22 Gänge ohne Kettenschleifen fahrbar sein. Das Gewicht gibt Campa mit 103 g an.

Schalt- und Bremszentrale

Die Schalt-Bremsgriffe kommen mit der identischen Ergonomie aller Campagnolo-Ergopower, die regelmäßig von RoadBIKE-Testern gelobt wird: die leichte Krümmung der Höcker nach innen, die klare Trennung von Schalt- und Bremsfunktionen mit drei separaten Hebeln, der angenehm geschwungene Bremshebel. Der Daumenschalthebel ist nach unten verlängert und erinnert optisch an die elektronischen EPS-Schalttasten. Rechts wird pro Klick ein Gang "schwerer" geschaltet. Der hinter dem Bremshebel sitzende Schalthebel schaltet bis zu drei Gänge "leichter".

Überarbeitet wurde auch das Gummi des Schalt-Bremsgriffs, das Wasser nun besser abweisen soll als bisher. Als Gewicht für die Centaur-Ergopower nennt Campagnolo 373 g.

"Attraktive Alternative"

Neben dem Schaltwerk unterscheiden sich die Bremsen optisch am stärksten von den teureren Komponenten aus eigenem Hause. Die Aussparungen der höherwertigen Skeleton-Bremsen von Campa sind bei der Centaur nur angedeutet, die Bremskörper wirken hier massiver. Trotzdem soll das Paar nur 325 g wiegen. 28 mm breite Reifen haben Platz, neue Bremsschuhe mit kleinen Inbusschrauben an der Seite vereinfachen den Tausch abgefahrener Bremsbeläge.

Auch die Kette wurde laut Campa überarbeitet, sie soll bei 103 g Gewicht extrem lange haltbar sein.

Die neue Centaur 11-fach soll ab Ende Mai 2017 in mattschwarz und silber verfügbar sein, das Gesamtgewicht gibt Campagnolo mit 2484 g an. Der empfohlene Verkaufspreis beträgt 636 Euro für die mattschwarz Version, für die silberne Ausführung sind 40 Euro mehr fällig. Ziel ist es nicht zuletzt, mit der Centaur und der im Vorjahr vorgestellten Potenza verlorene Anteile bei erstausgestatteten Rädern zurück zu gewinnen, wie Lorenzo Taxis, Global Marketing & Communication Manager bei Campagnolo, erklärt: "Früher stellte man sich sein Rad selbst zusammen, den Rahmen, die Anbauteile, die Laufräder. Heute wählt man oft ein Rad von der Stange, und dabei spielt es Campagnolo nicht in die Karten, im Gegensatz zur Konkurrenz eine reine Rennradmarke zu sein. Aber wir sind von der Qualität unserer Produkte überzeugt, sie sind eine attraktive Alternative."

Erster Fahreindruck

Bei einer ersten Testfahrt im Rahmen der Produktpräsentation gefiel das Centaur-Ensemble mit präzisen Schaltvorgängen und insbesondere hoher, gut dosierbarer Bremspower. Die Ergopower liegen gewohnt gut in der Hand, in Unterlenkerhaltung sind die nach unten verlängerten Schalthebel zum herunterschalten sehr gut erreichbar.

Das Finish wirkt insgesamt wertig, die mattschwarze Oberfläche scheint aber kratzempfindlich zu sein. Ausführliche RoadBIKE-Tests in Labor und Praxis folgen.

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Campagnolo Centaur 11-fach Foto: Campagnolo/Pablo Moreno
Campagnolo Centaur 11-fach Foto: Campagnolo/Pablo Moreno
Campagnolo Centaur 11-Fach Foto: Moritz Pfeiffer

Fotostrecke: Neue Laufräder von Campagnolo vorgestellt

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Campagnolo Bora One 35DB Foto: Campagnolo
Campagnolo Bora One 35DB Foto: Pablo Moreno/Campagnolo
Campagnolo Bora One 35DB Foto: Pablo Moreno/Campagnolo

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Campagnolo disc Foto: Campagnolo/Pablo Moreno
Campagnolo disc Foto: Moritz Peiffer
Campagnolo disc Foto: Moritz Peiffer
09.05.2017
Autor: Moritz Pfeiffer
© RoadBIKE