Endura Alpen-Traum 2013: Auch Rennrad-Profis sind beim Ritt über die Alpen am Start

In wenigen Tagen fällt der Startschuss zum ersten Rennradrennen, bei dem die Teilnehmer an einem Tag die Alpen überqueren. Rund 800 Radsportler aus 19 Nationen werden am Samstag beim ersten Endura-Alpen-Traum am Start stehen und entweder die lange Strecke (252 km, 6.078 Hm) von Sonthofen aus oder die kürzere Variante (146 km, 4.315 Hm) ab Landeck bis nach Sulden in Angriff nehmen. Jedermänner/-frauen können sich dabei mit absoluten Rennradprofis messen.

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Profi-Rennräder Eurobike 2013 Foto: Sebastian Hohl
Profi-Rennräder Eurobike 2013 Foto: Sebastian Hohl
Profi-Rennräder Eurobike 2013 Foto: Sebastian Hohl

 

Endura Alpen-Traum Rennrad Roadbike Höhenprofil

Neben zahlreichen Hobbyfahrern und anderen bekannten Sportlern – wie etwa Stefan Thum vom Rose Racing Team, Tim Böhme vom MTB Bulls Team oder Triathlet Lothar Leder - stellen sich auch zwei echte Rennradprofis der Herausforderung Alpenüberquerung. Ralf Matzka und Jonathan McEvoy vom Team NetApp-Endura haben vom Weltverband UCI eine Sondergenehmigung erhalten und wollen beim Endura Alpen-Traum ihr Talent unter Beweis stellen.

Alle zwei wagen sich auf die lange Strecke, die es mit ihren sechs An- und Abstiegen und kaum flachen Passagen echt in sich hat. Die größten Siegchancen werden dabei Ralf Matzka eingeräumt, der in diesem Jahr bereits bei mehreren langen Eintagesrennen aufzeigen konnte. Bei Frankfurt-Eschborn wurde Matzka Zehnter, beim „Artic Race of Norway“ im August und kurz zuvor beim chinesischen Etappenrennen „Tour of Qinghai Lake“ glänzte er durch zahlreiche Top-Ten-Plätze.

Besonders die Erfahrung aus China dürfte dem 24-Jährigen gut tun. Dort mussten die Radsportler bis auf eine Höhe von über 4.000 Meter klettern, beim Endura Alpen-Traum liegt der höchste Punkt des Rennens auf 2.757 Meter, dem legendären Stilfser Joch.

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Langstrecken-Rennrad Pinarello Dogma 65.1 Hydro 2014 Foto: Christian Lampe
Carbon-Rennrad Storck Aernario Disc G1 2014 Foto: Storck
Rennrad-Neuheiten Saison 2014 Storck Aernario Basic Foto: Benjamin Hahn

Interview mit Net-App-Endura-Fahrer Ralf Matzka

Auch der NetApp-ENDURA Profi hat ordentlich Respekt vor der Strecke, wie er wenige Tage vor dem Rennen im Gespräch verraten hat.

Hallo Ralf, wie gut bis zu in Form?

Ralf Matzka: Eigentlich ganz gut. Ich habe zwar jetzt wegen einer Zahn-OP neun Tage mit dem Training aussetzen müssen, dafür bin ich jetzt aber wahrscheinlich drei oder vier Kilo leichter als vorher. Ich konnte mich ja nur von Suppe ernähren. Aber wirklich Probleme mit der Form habe ich nicht. Als Profi ist man das ganze Jahr im Training, da spielen diese neun Tage keine wirklich große Rolle.

Wie siehst du den sportlichen Stellenwert des ENDURA Alpen-Traums, immerhin sind 252 km mit über 6000 Hm zu bewähltigen?

Ralf Matzka: Die Distanz von 252 km spielt nicht so eine große Rolle. Die Cyclassics in Hamburg vor gut drei Wochen waren auch 250 km lang. Aber über 6.000 Höhenmeter, das ist schon ein echtes Wort. Das wird eine Herausforderung werden für uns drei Profis. Ich bin wirklich gespannt, wie wir über die Runden kommen.

Wie geht man solch ein Rennen an, das ja ganz anders läuft als ein Profirennen?

Ralf Matzka: Zunächst muss ich sagen, dass ich mich total freue, dieses Rennen mitfahren zu dürfen. Das ist mal etwas ganz anderes als ein Profirennen, das du vom ersten Meter mit hundertprozentiger Konzentration fahren musst. Ich werde es genießen, auch wenn es schwer wird.

Und wie ist deine Taktik?

Ralf Matzka: Wir werden das relativ ruhig angehen, erst einmal schauen, wie es läuft. Hinten raus mit dem Umbrail-Pass und dem Stilfser Joch braucht man genügend Kraft. Das Wichtigste wird sein, dass man am Berg sein eigenes Tempo fährt und keine Verpflegungsstelle verpasst. Bei der Länge wäre das eine Katastrophe.

Wie schätzt Du deine Chancen als Profi gegen hochambitionierte und erfahrene Jedermann-Rennfahrer ein?

Ralf Matzka: Auf jeden Fall muss man gehörigen Respekt haben. Vor der Strecke und der Konkurrenz gleichermaßen. Leicht wird es mit Sicherheit nicht unter die Top Ten zu fahren. Mal schauen, was am Ende dabei herauskommt.

Hast Du einen persönlichen Wunsch, außer sturzfrei in Sulden anzukommen?

Ralf Matzka: Ja, einen ganz großen sogar. Das Wetter muss mitspielen. 252 Kilometer mit sechs Pässen bei Regen und Kälte, das möchte ich mir und keinem anderen Teilnehmer wünschen.

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Cannondale Synapse Hi-Mod Disc 2014 Foto: Christian Lampe
Foto: Sebastian Hohl
Foto: Sebastian Hohl

Fakten zum Endura-Alpen-Traum

Der Endura Alpen-Traum ist einzigartig. Bei keinem anderen Rennradmarathon werden die Alpen an nur einem Tag komplett überquert und nirgendwo anders warten so viele landschaftliche Highlights auf einer einzigen Ausfahrt. Die Premiere am 14. September 2013 ist ein absolutes Muss für alle Radsportler – egal ob Profi, Hobbyfahrer oder Promi.

Alle Rennradfahrer, die sich am Berg so richtig wohlfühlen, sind beim Endura Alpen-Traum goldrichtig. Auf der insgesamt 252 Kilometer langen Strecke von Sonthofen bis nach Sulden warten nicht nur 6.078 Höhenmeter, sondern auch sechs spektakuläre Alpenpässe. Darunter weniger bekannte, aber nicht minder reizvolle, wie die Piller Höhe oder das Hahntennjoch. Aber auch große Namen wie das legendäre Stilfser Joch – mit 2.757 Metern der dritthöchste Pass Europas -, der zum Teil sogar noch auf Naturstraßen erklommen wird, sind mit dabei.

Der Startschuss für die Langdistanz des ENDURA Alpen-Traums fällt am 14. September frühmorgens im bayerischen Allgäu. Durchs Tannheimer Tal und die Lechtaler Alpen führt der Weg die Teilnehmer ins Tiroler Inntal, ehe es über den Alpenhauptkamm und das schweizerische Münstertal bis ins Ziel im Südtiroler Vinschgau geht, wo die Radsportler von „König“ Ortler gebührend empfangen werden.

Dabei bleibt es jedem Teilnehmer selbst überlassen, ob er die Herausforderung Endura Alpen-Traum nur gegen sich selbst antritt, den Wettstreit mit anderen sucht oder aber die verkürzte Variante wählt, ohne dabei auf Stevio und Co. verzichten zu müssen. Denn wer erst in Landeck in den Radmarathon einsteigt, hat bis ins Ziel nur noch 146 Kilometer zu absolvieren, kommt aber dennoch in den Genuss durch die schönsten Alpenregionen zu radeln. Außerdem gibt es noch eine Staffelwertung, bei der sich zwei Fahrer die Langdistanz teilen.