Cross-DM: Kupfernagel feiert elften Titel – Jens Schwedler tritt mit Sieg ab

Bei den Deutschen Meisterschaften im Radcross hat Hanka Kupfernagel am Wochenende ihren elften nationalen Titel gefeiert. Für Oldie Jens Schwedler war die Meisterschaft im brandenburgischen Kleinmachnow gleichzeitig sein letztes Rennen. Der Hamburger siegte zum Abschluss seiner Karriere in der Senioren-Konkurrenz.

Für Hanka Kupfernagel war es der elfte nationale Titel. Die 37-Jährige siegte mit einem Vorsprung von 37 Sekunden auf Trixi Worrack, Platz drei belegte Sabrina Schweizer. Bei den Männern gewann Christoph Pfingsten vor Titelverteidiger Philipp Walsleben und Marcel Meisen.

Für Jens Schwedler waren die Deutsche Meisterschaften eine ganz besondere Veranstaltung. Der Hamburger fuhr in Kleinmachnow das letzte Rennen seiner Karriere – und gewann noch einmal die Senioren-Konkurrenz.

Rennrad-Cross - Fahrtechnik-Tipps mit Jens Schwedler und Mike Kluge:

Hanka Kupfernagel abseits der Bike-Piste:

 

Jens Schwedler
Foto: www.roth-foto.de Siegte im letzten Rennen seiner Karriere: Jens Schwedler.

Jens Schwedler zu seinem Abschied aus dem aktiven Radrennsport

Vor seinem letzten Rennen bei den Deutschen Cross-Meisterschaften am vergangenen Wochenende äußerte sich Jens Schwedler ...

... zu seinem Rücktritt:
Die Entscheidung steht und ist endgültig. Der Prozess ist ja nicht innerhalb der letzten 10 Tage entstanden, sondern während der letzten Jahre. Das wird mein letztes Rennen. Definitiv.

... zu den Rennen, die ihm am meisten in Erinnerung geblieben sind:
Da gibt es mehrere, ein paar positive und ein paar negative. Positiv sind sicherlich die WM-Rennen, mein erster DM-Titel, vor allem wegen der sportlichen und medialen „Nachwirkungen“. Auch super war das Mountainbike Team-Rennen bei der WM in Cairns 1996. Nicht so gute Erinnerungen habe ich an die Deutschen Meisterschaften 1994.
Da habe ich geführt und hatte dann Defektpech: Zwei Runden vor Schluss hatte ich zwei Platten und bin ausgeschieden. Sehr ärgerlich.

... zur großen Bedeutung des Cross-Radsports in den Niederlanden und Belgien im Vergleich zu Deutschland:
In Belgien hat man nicht viele andere Sportarten, auch nicht so viele Wintersportarten. Belgien ist einfach ein Radsportland, schon traditionell. In Deutschland ist der Erfolg einer Sportart ist immer mit erfolgreichen Sportlern verbunden. Tennis und Boris Becker, Formel 1 und Michael Schumacher (oder jetzt Sebastian Vettel), da gibt es noch viele andere Beispiele. In Belgien ist da die Mentalität anders. Es liegt aber natürlich auch am Geld. Ein Klasse 1-Fahrer hat viele Millionäre. Und wo Geld fließt, kommt auch Geld. Man kann es ja leicht ausrechnen: Bei 30.000 Zuschauern mit vielleicht 25 Euro Eintritt bleibt auch was für die Sportler hängen. Und wird auch ganz automatisch der Nachwuchs aufmerksam, es kommen also immer automatisch gute Leute nach. Außerdem ist Belgien sehr klein, es gibt kurze Reisewege.

... zu den Dingen, die er nach seiner aktiven Karriere am meisten vermissen wird:
Ganz klar: Mich mit anderen zu messen. Man trainiert für ein Ziel, für einen Wettkampf, den man auch gewinnen will. Das Messen wird mir wirklich fehlen. Was ich nicht vermissen werde, sind Matsch und Schnee-Wettkämpfe. Da muss man schon viele Schweinehunde überwinden.

... zur Anzahl der Trainings- und Rennkilometer, die er in seinen 35 Jahren als aktiver Radfahrer abgespult hat:
Pro Jahr zwischen 10.000 und 15.000 Kilometer. Das multiliziert mit 35, da kommt wohl schon einiges zusammen.

... zur Anzahl der Titel und Trophäen während seiner Karriere:
Ich bin zwar Jäger, aber kein Sammler. Alle Medaillen hängen bei STEVENS im Showroom. Ich bin nicht sonderlich materiell eingestellt. Und Zurückgucken ist immer ein bisschen blöde, passiv. Ich habe immer nur nach vorne geguckt, nach dem Motto: „Nach dem Sieg ist vor dem Sieg.“

... zu verpassten Zielen während seiner aktiven Zeit:
Olympia war sicherlich ein Ziel. In Atlanta bin ich mit einem Bein dabei gewesen, es hat dann aber doch nicht geklappt. Und ich habe natürlich noch Ziele: Ich möchte mit dem STEVENS Racing Team eine internationale Medaille. Das hat mit Ole Quast schon fast geklappt, aber eben nur fast...