Auch in diesem Jahr haben unsere Leser wieder die Top-Rennräder und -Parts gewählt. mehr ...
"Keine Junkmiles mehr" - Trainieren mit Leistungsmesser
In Topform mit einem Leistungsmesser
Rennrad-Fahrer, die mit einem Leistungsmesser trainieren, kommen schneller in Top-Form und lernen sich selbst viel besser kennen.
"Keine Junkmiles mehr", sagt Sportwissenschaftler Frieder Uflacker, als er den Teilnehmern des RoadBIKE-Camps das Rennrad-Training per Leistungsmessung erklärt.
Verwundert blicken ihn die Hobbysportler an. "Als Junkmiles bezeichnet man Abschnitte, in denen der Sportler nichts leistet und seine Beine einfach hängen lässt und rollt", erklärt Uflacker.
Um diese "unnützen" Kilometer zu verhindern, sollen die Hobbysportler während des Fahrens ein am Vorbau befestigtes "gelbes Ei" im Auge haben, das die momentane Leistung in Watt anzeigt. Gefüttert wird die Anzeige von einem Powertap-Leistungsmessser, der in der Hinterradnabe sitzt.
Nach Watt fahren
"Der Vorteil eines solchen Powermeters liegt darin, dass er objektiv genau das aufzeichnet, was von der aufgebrachten körperlichen Energie des Radsportlers als messbare Leistung auf die Straße kommt", so Uflacker weiter. Anders als per Herzfrequenz, Geschwindigkeit oder Körpergefühl ist die so ermittelte Leistung eine unbestechliche, objektive und dadurch überhaupt vergleichbare Größe – so viel zur Theorie.
Als die Teilnehmer die ersten Runden drehen, wissen sie, was Uflacker meint. 35 km/h bei schlappen 80 Watt auf ebener Strecke sind zu sehen, dann nur noch 21 km/h mit plötzlich 250 Watt – den Unterschied macht hier gerade der Wechsel der Windrichtung nach dem Abbiegen. "Viele richten sich nach der Geschwindigkeitsanzeige und düsen am Anfang viel zu schnell los, ob beim Grundlagentraining oder bei kraftbetonten Intervallen.
Ein Leistungsmesser kann hier als Bremse dienen und damit ein Überziehen vermeiden", sagt Uflacker. "Bei Sprints dagegen kann ein Powermeter, wenn die Anzeige über 1000 Watt klettert, auch enorm pushen", sagt Uflacker, der als Personal-Trainer Hobby-Rennradfahrer und Leistungssportler betreut.
Auch am Berg bekommt die heterogene Trainingsgruppe recht schnell angezeigt, was überflüssige Pfunde an Vortrieb kosten. Da alle mit einer Wattzahl von rund 150 ausdauernd fahren sollen, ziehen die Leichtgewichte davon, während die schweren Fahrer damit zu kämpfen haben, um überhaupt mit "so wenig" Anstrengung den Anstieg zu erklimmen. Hier bekommt das bei Profis oft herangezogene Verhältnis von Leistung zu Last – Watt pro Kilogramm – ein ganz besonderes Gewicht.
Exakte Steuerung
"Wer sein Training per Watt steuert, kann einfach viel effizienter trainieren, da er die äußeren Einflüsse wie Wind oder Streckenprofil komplett ausschließt. Er kann sich auf die angestrebte Leistung konzentrieren und so ganz gezielt Trainingsreize setzen", erklärt RoadBIKE-Experte und Trainer Florian Geyer vom Radlabor in Freiburg.
So kann auch ein ambitionierter Hobbysportler per Powermeter die Belastungsintensitäten der einzelnen Einheiten präzise steuern – wenn er weiß, was er trainieren will – und bei aufmerksamer Betrachtung der Werte eine Unter- und auch eine Überforderung vermeiden.



