Rennrad-Rahmenhöhe bestimmen und optimale Sitzposition finden

So finden Sie die richtige Rahmenhöhe und optimale Sitzposition für Ihr Rennrad

Bestimmen Sie ihre richtige Rahmenhöhe und optimale Sitzposition fürs Rennrad
Foto: Benjamin Hahn
Mit der richtigen Rahmenhöhe und der richtigen Sitzposition auf dem Rennrad steigern Sie Komfort und Leistung. RoadBIKE zeigt, wie Sie das richtige Rennrad finden und es perfekt an Ihren Körper anpassen.

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Egal ob Sie sich ein neues Rennrad kaufen möchten oder nach einem gebrauchten Rennrad suchen: Als erstes sollten Sie herausfinden welche Rennrad-Rahmenhöhe am besten zu Ihrer Körpergröße passt.

Denn ein Rennrad sollte sitzen wie ein Maßanzug: Wenn es perfekt passt, fühlt es sich besser an, sieht besser aus und bringt mehr Erfolg. Doch Rennradfahrer und deren Körper sind unterschiedlich. Sie haben deshalb unterschiedliche Bedürfnisse.

Klar, dass aus diesem Grund Rennräder von der Stange nicht jedem passen. Wer aber seine richtige Sitzposition kennt und evtl. mit kleinen Änderungen an Sattelstellung, Vorbau und Lenker auf den eigenen Körper anpasst, kann damit enorm großen Effekt erzielen. Richtig auf dem Rennrad zu sitzen erhöht nicht nur den Komfort und beugt damit Schmerzen vor, sondern macht auch deutlich schneller.

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"In rund 90 Prozent der Fälle lassen sich die Probleme mit einer optimierten Sitzposition lösen", sagt etwa Sportwissenschaftler Andreas Bruch vom Radlabor. Voraussetzung: Das Rad und seine Geometrie müssen zum Fahrer passen.

Wer seine Sitzposition auf seine Bedürfnisse ausrichtet, wird davon profitieren. Rücken, Arme, Nacken, Gesäß und Schultern werden es Ihnen danken. Wer dabei allerdings denkt, Komfort sei unsportlich, täuscht sich gewaltig. Denn wer ohne Schmerzen Rennrad fährt, ermüdet deutlich langsamer. Und macht dabei auch noch eine viel bessere Figur ... Probieren Sie es aus!

 

Sitzen Sie lieber etwas sportlicher oder komfortabler auf dem Rennrad?
Foto: Benjamin Hahn

Die Wahl der richtigen Sitzposition

Die Sitzposition hängt stark von der Geometrie des Rennrad-Rahmens ab. Bevor Sie also ein Rennrad kaufen, sollten Sie feststellen, welche Sitzposition Sie bevorzugen.

Touren-Position
Sie sind lange auf dem Rennrad unterwegs. Dabei kommt es Ihnen nicht so sehr auf die Geschwindigkeit, sondern eher auf die Distanz an. Die Touren-Position ist in der Regel aufrechter und dadurch komfortabler.
Touren- und Langstrecken-Rennräder sind lange Distanzen ausgelegt. Hier kommt es besonders darauf an, dass nicht schon nach einer Stunde der Nacken wehtut. Rennräder mit einer Langstreckengeometrie haben deshalb meistens ein im Verhältnis zum Sitzrohr kürzeres Oberrohr, gepaart mit einem längeren Steuerrohr

Sportliche Position
Die sportliche Sitzposition liegt zwischen der Touren- und der Race-Position. Man sitzt Rennrad-typisch leicht gestreckt, aber nicht zu extrem. Rennräder, die diese Position zulassen, haben meist ähnlich lange Sitz- und Oberrohre und eine gemäßigte Steuerrohlänge.

Race-Position
Sie fahren auch Rennen und möchten keine Sekunde wegen einer zu aufrechten Sitzposition und suboptimaler Aerodynamik verschenken? Dann kommt für Sie ein Rennrad mit längerem Oberrohr und verhältnismäßig kurzem Steuerrohr in Frage. Das lange Oberrohr und das kurze Steuerrohr führt zu einer gestreckten, gebeugten und aerodynamisch optimalen Sitzposition.

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Rahmenhöhe und Sitzposition: Bestimmen Sie ihre Körpermaße

Um die richtige Rahmenhöhe zu finden, müssen Sie zuerst Ihre Körpermaße ermitteln – am besten zusammen mit einem Helfer. Stellen Sie sich ohne Schuhe aufrecht an eine gerade Wand, und lassen Sie jedes Maß mehrfach nehmen. Tragen Sie den jeweiligen Mittelwert dann unten ein.

 

Sitzposition Rennrad-Rahmenhöhe Körpermaße bestimmen
Foto: Christian Lampe Mit diesen vier Körpermaßen ermitteln Sie die perfekt Rahmenhöhe.
  • Schrittlänge (S): Stellen Sie sich barfuß mit gestreckten Beinen an eine Wand, schieben ein Buch waagrecht in den Schritt und messen vom Boden bis zur Oberkante des Buchs.
  • Körperlänge (K): Nicht zu verwechseln mit Körpergröße. Die Körperlänge wird vom Boden bis zu der kleinen, v-förmigen Einbuchtung am Brustbein gemessen. Stehen Sie aufrecht und mit durchgestreckten Beinen.
  • Rumpflänge (R): Zur Ermittlung der Rumpflänge ziehen Sie den Messwert Ihrer Schrittlänge vom Messwert der Körperlänge ab.
  • Armlänge (A): Halten Sie einen Stift in der Faust, strecken den Arm waagrecht aus. Messen Sie vom Stift in der Faust bis zu der kleinen Aushöhlung oben auf der Schulter.

Hier können Sie ihre individuelle Rennrad-Rahmenhöhe berechnen

 

Sitzposition Rennrad-Rahmenhöhe Rechner
Foto: RoadBIKE Die wichtigsten Rahmenmaße auf einen Blick.

Rahmenhöhe ist nicht gleich Rahmengröße

Wenn Sie im RoadBIKE-Rahmenhöhen-Rechner ein Ergebnis von 56cm erhalten haben, muss das nicht unbedingt heißen, dass Sie einen 56er Rahmen brauchen. Viele Hersteller bestimmen die Rahmengröße auf unterschiedliche Weise, deswegen ist ein Vergleich immer schwierig. Hinzu kommen Rahmen mit abfallendem Oberrohr (Sloping-Geometrie), integrierter Sattelstütze oder Rahmengrößen, die abweichend benannt sind (M, L, XL).

Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, ist ihr Ergebnis im RoadBIKE-Rahmenhöhen-Rechner eine klassische Rahmenhöhe (S. Grafik). Diese reicht vom Tretlagermittelpunkt bis zum Schnittpunkt mit dem virtuellen, waagrechten Oberrohr. Das virtueller Oberrohr wird waagrecht gemessen vom Mittelpunkt der Steuerrohroberkante bis zum Schnittpunkt mit der Sattelstütze. Die Sattelhöhe wird gemessen vom Tretlagermittelpunkt bis zur Satteloberkannte.




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Inhaltsverzeichnis

18.03.2015
Autor: Felix Böhlken / Christian Brunker / Sebastian Hohlbaum
© RoadBIKE
Ausgabe 7/2014