Alles, was Sie über Powerbanks wissen müssen

Powerbanks: die 10 wichtigsten Fragen und Antworten für Outdoorer


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Powerbanks für den Outdoor-Einsatz
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Smartphones, GPS-Geräte und Wearables darf es unterwegs an einem nicht fehlen: an Strom. Die Lösung: eine Powerbank kaufen. Daher haben wir uns dem Thema Powerbanks gewidmet und sagen Ihnen alles, was Sie über die tragbaren Ersatzakkus wissen müssen.

Smartphones, Wearables, Taschenlampen, Action-Cams oder GPS-Geräte haben eines gemeinsam: sie brauchen Energie. Da man auf Tour aber nicht so ohne Weiteres an frischen Strom für sein Smartphone gelangt, muss man auf zusätzliche Ersatzakkus zurückgreifen. Die tragbaren Ladestationen, sogenannte Powerbanks, können aber nicht einfach nur Handys wiederaufladen.

Wir sagen Ihnen, was es beim Powerbank-Kaufen zu beachten gilt und welche USB-Ladegeräte für welchen Einsatz am Besten geeignet sind.

Was ist eine Powerbank?

Eine Powerbank ist eine mobile Ladestation, mit der man auch unterwegs Smartphones, Tablets, Action-Cams und Co. aufladen kann, wenn keine Steckdose in der Nähe ist. Zumeist werden für Powerbanks Lithium-Ionen-Akkus verwendet, die in ein kompaktes Gehäuse verbaut werden. Über einen USB-Anschluss lässt sich sowohl die Powerbank aufladen, als auch die mobilen Geräte, die aus dem Ersatzakku ihre Energie beziehen sollen. Man kann auch Powerbanks kaufen, die mit extra Netzteilen ausgestattet sind, über die der Ladevorgang schneller geht.

Powerbank kaufen: Was muss ich beachten?

Powerbanks gibt es im Einzelhandel oder auf Amazon wie Sand am Meer. Hier gilt es den Überblick zu behalten. Wichtig ist in erster Linie die Sicherheit. Wer zu billige Akkus kauft, der geht das Risiko ein, dass entweder die Powerbank oder die Geräte, die mit der Powerbank geladen werden sollen, schneller kaputt gehen. Wer lange Freude an seiner mobilen Ladestation haben möchte, sollte einen Bogen um Billigimporte aus Asien machen, die man zu Hauf im Internet finden kann. Achten Sie am besten immer auf die CE-Kennzeichnung, die Ihnen zeigt, dass die Powerbank nachweislich den EU-Anforderungen entspricht.

Auch das GS-Zeichen (geprüfte Sicherheit) gibt Aufschluss darüber, ob das Produkt den deutschen und europäischen Normen für Produktsicherheit entspricht. Zu guter Letzt gibt es noch das Prüfsiegel des TÜVs. Auch hier kann man sich sicher sein, dass das Produkt bereits unabhängigen Tests unterzogen wurde.

Generell sind Tests ein gutes Stichwort. Wenn man unabhängige Testberichte zu Powerbanks findet, die von einschlägigen Instituten oder Magazinen durchgeführt wurden, hat man ebenfalls gute Anhaltspunkte, bei welchen Powerbanks man zugreifen kann und von welchen man besser die Finger lässt.

Wie nutze ich eine Powerbank richtig?

Es gibt viele Mythen zu Akkus und deren korrekten Nutzung. Viele von ihnen sind Gerüchte oder schlicht veraltet. Neue Akkus, wie sie auch in den aktuellen Powerbanks verbaut werden sind entweder Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus. Während ältere Akkus, wie zum Beispiel Nickel-Cadmium-Akkus noch einen Memory-Effekt aufwiesen, also den Kapazitätsverlust der sich einstellte, wenn man den Akku im halbvollen Zustand wieder aufgeladen hatte, gibt es bei neuen Akkus nicht mehr. Im Gegenteil: "Es wird dazu geraten Akkus nicht komplett zu entladen, sondern immer wieder Teilladungen durchzuführen. Dies kann die Lebensdauer des Energiespeichers sogar erhöhen." sagt outdoor-Ausrüstungsexperte Boris Gnielka.

Wenn man die Powerbank für eine längere Zeit nicht benötigt sollte man den Akku nicht vollgeladen lagern. Am besten lagert man die Powerbank halb aufgeladen an einem kühlen und trockenen Ort. Zum Beispiel in einer Plastiktüte im Keller. Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius. Auch das kann die Lebensdauer der Akku-Zellen verlängern. Allerdings entladen sich die Zellen mit der Zeit selbst, weshalb man ihn nach einiger Zeit wieder etwas aufladen sollte um ein komplettes Entladen zu vermeiden. Minustemperaturen, Hitze und Überladung schaden Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus.

Welche Powerbank ist am besten für den Outdoor-Einsatz geeignet?

Wer eine Powerbank kaufen will, um sie mit auf Tour zu nehmen, der sollte auf ganz bestimmte Merkmale achten. Das Gerät sollte beispielsweise IP67 zertifiziert sein. Diese Norm besagt, dass das Gehäuse einerseits staubdicht ist und zum anderen, dass es dem zeitweiligen Untertauchen in Wasser, bis zu einer maximalen Tiefe von einem Meter und höchstens 30 Minuten stand hält.

Des Weiteren ist auch die Stoßfestigkeit ein wichtiges Kriterium. Wenn einem die Powerbank mal runterfällt, dann dürfen die Akku-Zellen nicht beschädigt werden. Sonst kann es zum Kurzschluss kommen und im schlimmsten Fall fängt die Powerbank Feuer. Spezielle Outdoor-Powerbanks haben daher sehr robuste Gehäuse in denen die Akku-Zellen sicher gelagert werden. Die Erschütterung darf modernen Akkus nichts ausmachen.

Powerbank Zubehör: Was sollte dabei sein?

Die meisten Powerbanks werden zunächst einmal mit einem Standard-USB-Ladegerät geliefert. Bessere Geräte haben ein eigenes Netzteil, über die das Aufladen der Akkus schneller geht als über den USB-Port. Auch ein Handbuch sollte dabei sein. Idealerweise liegen dem Energiespeicher auch weitere Adapter für Notebooks, Notepads und Tablets etc. bei. Wenn man Outdoor-Powerbanks kauft werden diese häufig mit mehr Zubehör geliefert, wie zum Beispiel Befestigungsriemen, Karabiner oder einem integrierten Kompass.

Welche Zusatzfunktionen sollte eine Powerbank mitbringen?

Eine der wichtigsten Funktionen, die eine Powerbank haben sollte, ist eine umschaltbare Ladespannung. Wenn man nicht nur sein Smartphone über den externen Akku aufladen möchte, sondern auch noch weitere Geräte versorgen muss, die sich nicht mit 5 Volt Ladespannung zufrieden geben, sind zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten von Nutzen. Moderne Powerbanks haben zudem einen intelligenten Lademodus. Über einen Mikrochip wird das Ladeprotokoll des angeschlossenen Gerätes erkannt und das Laden wird optimal angepasst, um die Akkus zu schonen.

Outdoor-Powerbanks sind häufig zusätzlich mit nützlichen Gadgets wie Taschenlampen, Solarzellen oder UV-Lampen ausgerüstet. Allerdings schlägt sich die Vollausstattung auch auf das Gewicht nieder. So manches Modell bringt über 500 Gramm auf die Waage. Für Trekking-Touren sind diese Outdoor-Powerbanks dann weniger geeignet.

Wer nach der eierlegenden Wollmilchsau sucht, der kann auch Outdoor-Powerbanks kaufen, die einen integrierten Bluetooth-Lautsprecher haben. Außerhalb von Campingplätzen oder Badestränden wird man diese Geräte aber weniger gebrauchen.

Wie groß sollte die Kapazität einer Powerbank sein?

Die Faustregel bei Powerbanks lautet: Je höher die Kapazität des Akkus, desto höher das Gewicht. Wer also eine zusätzliche Ladung für sein GPS-Gerät auf einer mehrtägigen Trekking-Tour benötigt, für den reicht möglicherweise eine kleinere Powerbank bis 5.000 mAh (Milliamperestunden). Diese Wiegen im Durchschnitt um 100 Gramm. Wen das zusätzliche Gewicht nicht abschreckt oder es auf der Fahrrad- oder Kanutour nicht unmittelbar spürt, der kann auch auf Outdoor-Powerbanks mit höherer Kapazität zurückgreifen. Powerbanks mit einer Kapazität um 10.000 mAh wiegen durchschnittlich zwischen 200 und 250 Gramm. Modelle mit über 20.000 mAh Kapazität können über ein halbes Kilo auf die Waage bringen.

Gerade die größeren Outdoor-Powerbanks haben aber zwei oder mehr USB-Anschlüsse. Wenn man also im Team unterwegs ist, kann man die Akkus gemeinsam nutzen und so das Gewicht zusätzlicher Outdoor-Powerbanks in der Gruppe sparen. "Es lohnt sich eher größere Powerbanks mitzunehmen, weil das Verhältnis von Gewicht zu Leistung besser ist als bei Powerbanks mit kleineren Kapazitäten." meint Boris Gnielka.

5000 mAh entsprechen ungefähr 2,5 Ladungen für ein Apple iPhone 6, zwei Ladungen für ein Samsung Galaxy S6 oder zwei Ladungen für das Teasi One 3 GPS-Gerät. Man kann aber die angegebenen Kapazitäten nicht eins zu eins von der Powerbank auf den Akku des empfangenden Gerätes umrechnen. Da die Powerbank die Spannung aus dem Akku in die Spannung umwandeln muss, die das angeschlossene Gerät benötigt, geht hier einige Energie in Form von Abwärme verloren. Der Energieverlust kann zwischen 20 und 30 Prozent betragen. Außerdem wird der Akku in der Powerbank nie komplett entladen, weil er sonst Schaden nehmen kann. Je nach Akku und verbauter Steuerungselektronik schaltet sich die Powerbank bei einer Restladung zwischen 5 und 15 Prozent ab. Diese Restladung ist dann nicht nutzbar.

Wie gut sind Powerbanks mit Solarzellen?

Viele größere Outdoor-Powerbanks werden auch mit Solarzellen ausgestattet, über die die Akkus mit der Zeit auch ohne externe Stromquelle wieder aufgeladen werden können. Da die Größe der Solarzellen aber etwa der eines Smartphones mit 5 Zoll Bildschirmdiagonale entspricht, braucht es entsprechend lange, bis die Outdoor-Powerbank durch die Solarzellen wieder aufgeladen wird. Tatsächlich müsste man die Solarzellen zwischen 30 und 50 Stunden direkter Sonneneinstrahlung aussetzen, damit die Powerbank einmal komplett geladen werden kann. Als primäre Energiequelle eignen sich die Solar-Paneele also nicht.

Vielmehr sind die Solarzellen für den Notfall gedacht, damit in der Outdoor-Powerbank immer eine Restspannung vorhanden ist, mit der ein Notruf möglich wäre.

Können Powerbanks gefährlich sein?

Immer wieder hört und liest man viel über Lithium-Ionen-Akkus in Smartphones, die in Flammen aufgehen. Kann das auch mit Powerbanks passieren? Kann ein Akku sogar explodieren?

Prinzipiell ist die Technik die gleiche. Demnach wäre es theoretisch auch möglich, dass die Akku-Zellen in Powerbanks kaputt gehen. Daher sollte man tunlichst vermeiden, dass die Akkuzellen in den Powerbanks beschädigt werden. Outdoor-Powerbanks haben zu diesem Zweck eine robuste Außenhülle, die Stöße abfedert. Wenn die Akkuzelle physisch beschädigt wird, zum Beispiel eingedrückt wird, kann es im inneren der Zelle zu Kurzschlüssen kommen. Daraufhin entsteht große Hitze, die im schlimmsten Fall zum Brand werden kann.

Damit die Akkus dann nicht explodieren, werden moderne Akkus vorsorglich mit Sollbruchstellen versehen, an denen die Zellen schon aufreißen, bevor der Druck in der Zelle so groß wird, dass es zu einer Explosion kommen kann. Wenn man eine Hitzeentwicklung an der Powerbank bemerkt, obwohl sie nicht angeschlossen ist, sollte man sie nicht mehr verwenden.

Wichtig: Kaputte Akkus sind Sondermüll und dürfen nicht im normalen Hausmüll entsorgt werden!

Welche Alternativen gibt es zu Powerbanks?

Auf Tour können auch noch andere Stromquellen als Outdoor-Powerbanks nützlich sein. Je nach Region bieten sich beispielsweise größere Solarpaneele an. Wer eine Tour durch Afrika plant, der kann sicherlich viel Energie aus der Sonne herausholen. Auch eine Kombination aus Solar-Ladegerät und Outdoor-Powerbank ergibt dann Sinn.

Des Weiteren gibt es Ladegeräte die mit reiner Muskelkraft funktionieren. Über eine Kurbel wird zum Beispiel ein Dynamo angetrieben, der dann für die nötige Spannung sorgt, um ein Handy aufzuladen. Dies ist nicht gerade die komfortabelste Lösung, aber sicherlich die sportlichste.

Wer etwas mehr Strom braucht, für den gibt es große Solar-Generatoren, zum Beispiel von Goal Zero. Für die knapp 170 Wattstunden, die zum Beispiel der Goal Zero YETI 150 bietet, muss aber auch ein Gewicht von 5,4 Kilogramm in Kauf genommen werden. Diese Variante ist also definitiv eher etwas für Roadtrips oder Campingplätze.

Als Alternative zur klassischen Powerbank gibt es auch Powerbanks, die mit herkömmlichen Akkus im Mignon-Format betrieben werden können. Der Vorteil ist, dass die Akkus schnell und einfach austauschbar sind. Auch fungiert das Gerät als Ladestation für die kleinen Akkus. Der Nachteil ist, dass das Gehäuse nicht wasser- und staubdicht ist und auch die Stoßfestigkeit nicht gegeben ist. Für den Outdoor-Einsatz gibt es also geeignetere Energiespeicher.

In Regionen oder Jahreszeiten, in denen man sich nicht auf die Sonne verlassen kann gibt es auch noch die Möglichkeit eine mobile Brennstoffzelle mitzunehmen. Die ersten Modelle gibt es beispielsweise von Brunton. Mehr Informationen zur Brunton Brennstoffzelle gibt es hier.

Ein weiteres interessantes Konzept ist der holzbefeuerte Kocher wie der Biolite Stove, der die Hitze des Feuers in elektrische Energie für Kleingeräte umwandelt.

19.10.2016
Autor: Daniel Endreß
© RoadBIKE