Carbo-Loading: So funktioniert die Energiespritze für Rennradfahrer

Es gibt Reis, Baby!

Mit Carbo-Loading die Energietanks vollladen. RoadBIKE erklärt, wie die Kohlenhydrat-Mast funktioniert.

Fotostrecke: Neun Mythen zur Ernährung - was stimmt und was nicht

9 Bilder
Rennrad Training Ernährungs Mythen Tipps RoadBIKE Foto: Die deutschen Nudelmacher
Rennrad Training Ernährungs Mythen Tipps RoadBIKE Foto: Deutscher Kaffeeverband
Rennrad Training Ernährungs Mythen Tipps RoadBIKE Foto: Studio Nordbahnhof

 

Junge mit Reis
Foto: Holde Schneider Wer im Wettkampf fit sein will, muss nicht nur Berge fahren, sondern auch Berge von Kohlenhydraten essen.

Für viele Hobbyradsportler ist die Pasta-Party am Vorabend des Wettkampfs die erste Adresse zum Aufladen der Kohlenhydratspeicher. Wer jedoch erst dort zu hamstern beginnt, kann seine Energietanks nicht mehr komplett auffüllen. „Weder Zeitpunkt noch Gericht sind optimal gewählt, um die Speicher vollzuladen und so im Rennen die maximale Leistung abrufen zu können“, sagt RoadBIKE-Ernährungsexperte und Koch Walter Grözinger.

Anstatt verkochter Nudeln aus der Großküche empfiehlt der Koch, der viele Spitzensportler betreut, Kartoffeln oder Reis wie im RoadBIKE-Rezept als Energiespender: „Reis ist ein Naturprodukt, lässt sich je nach Gusto süß oder salzig zubereiten und enthält viel mehr Kohlenhydrate als Nudeln.“ Denn um die Mast an Kohlenhydraten geht es schließlich beim Carbo-Loading.

„Wer früh genug anfängt, die Speicher zu trainieren, kann bis zu 45 Prozent mehr Kohlenhydrate einlagern“, sagt Grözinger. Dieses Superkompensationsprinzip greift aber nur, wenn die Glykogentanks in Muskulatur und Leber durch intensives Training erst entleert und danach gezielt wieder befüllt werden.

In den ersten Tagen dieser besonderen Sportler-Diät ist es besonders wichtig, wenig Kohlenhydrate, dafür aber mehr Eiweiß und Fett zu essen. In den folgenden Tagen bis zum Rennen werden die Speicher dann mit kohlenhydratreicher Kost wieder aufgeladen.

Bei einem Sportler, der seine Reserven optimal gefüllt hat, stehen dem Körper 600 Gramm Kohlenhydrate zur Verfügung. Reichlich Treibstoff, der im Wettkampf für Energie sorgt! Andere Methoden sind weniger radikal und trotzdem effektiv.

Für alle Carbo-Loading-Strategien aber gilt: Viel trinken! „Um die Kohlenhydrate speichern zu können, muss der Körper über genügend Flüssigkeit verfügen“, sagt Grözinger. 2 bis 3 Liter – am besten Saftschorle – sollten es pro Tag schon sein. Dann sind alle Tanks und Speicher optimal aufgefüllt.

15.08.2008
© RoadBIKE
Ausgabe Juni/2008